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Zum Muttertag: Rosenkriege
»Der Rose süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen, Nulla rosa sine spina. (Keine Rose ohne Dornen.) [Vorbemerkung]: Die Welt der Rosen, ein Projekt des gartenbegeisterten Ehepaares Maria Mail-Brandt und Wolfgang Brandt erschlägt eigentlich alles, was mit Rosen zu tun hat. Trotzdem hoffen wir, doch noch ein paar neue Links und Geschichten gefunden zu haben. Weitere Rosenseiten sind Rosen im Internet von Helga & und Klaus Urban und Zauber der Rosen von Cordelia Ruppert. Googles Muttertags-Icon Hildegard Knef: Für mich soll's rote Rosen regnen. [Geschichte]: Rosen blühten schon in der Steinzeit. Der Ursprung der Rosenkultur ist China, wo es bereits im Jahre 270 vor unserer Zeitrechnung erste Rosenpflanzungen gab. Auch Konfuzius berichtet von Rosenpflanzungen in den Königlichen Gärten in Peking. Auch im antiken Griechenland berichtet Homer von Rosen: Er beschreibt, wie Aphrodite den Leichnam des Achilles einbalsamiert und mit Rosenöl einreibt. Und auch Sappho besang die »Königin der Blumen«. Theophrast, der Vater der Botanik, unterschied zwischen »Rhódon«, und »Kynosbaton«, der Hundsrose. Zentrum des antiken Rosenanbaus war die Roseninsel »Rhodos«. Im römischen Reich war die Rose Symbol für Wohlstand und Reichtum. Der Bedarf wurde so stark, daß Rosenblüten aus Ägypten importiert werden mußten. Die Perversion der Verwendung von Rosenblüten zu Zeiten der Römer fand Ihren Höhepunkt Anfang des 3. Jahrhunderts. Kaiser Hegiogabal überschüttete bei einem Fest seine Gäste mit einer solchen Menge an Blütenblättern, so daß einige von ihnen darin erstickten. Die Rose wurde zum Symbol von Lasterhaftigkeit und Dekadenz! Mit dem Ende des römischen Reiches fand der Rosenanbau nur noch in den Klostergärten statt. Sie wurde dort als Heilpflanze verwendet.
Eine der ältesten Rosen der Welt blüht am Dom zu Hildesheim. Die tausendjährige Rose wird bereits 1573 als »alte Rose« erwähnt. Und obwohl sie im zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde, blüht sie bis heute jedes Jahr neu. (Quelle) Hans Zimmermann: Quellen zum Weltbild des Mittelalters: Gotische Fensterrosetten. Kartause Mauerbach: Die Historischen Rosen des Kaisergartens. [Glastonbury Abbey]: Den Ruf der ältesten Rose muß sich Hildesheim jedoch mit Glastonbury teilen. Der Legende nach steckte der Klostergründer Joseph von Arimathaea, ein Jünger (oder Onkel?) von Jesus etwa im Jahre 60 seinen Stab in den Klostergarten, der sich in einen blühenden Rosenstrauch verwandelte, der jedes Jahr zu Weihnachten blüht. [Die Rosenkriege]: Heute versteht man unter einem Rosenkrieg das Hauen und Stechen zwischen Eheleuten, eigentlich sind damit aber die englischen Erbfolgemetzeleien gemeint, die zwischen 1455 und 1485 zwischen den Häusern York und Lancaster tobten und Shakespeare zu seinen großen Historiendramen inspirierten.
Selten genug in der Geschichte, aber hier bluteten genau die, die den Krieg auch angezettelt hatten. Während die Bürger und Bauern von dem »Bürgerkrieg« kaum Notiz nahmen, wurden die beiden kriegsführenden Häuser nahezu völlig ausgelöscht. In dieses Machtvakuum stießen die Tudors und eroberten mit Heinrich VII. 1485 die englische Krone. Als eine der ersten symbolhaften Handlungen wurden die weiße Rose von York und die rote Rose von Lancaster zur Tudor-Rose einfach übereinandergelegt und somit auch symbolisch der Streit für beendet erklärt. Eine historische Analyse der Rosenkriege. Noch mehr Background: Vorlesung über die Entstehung des Kapitalismus in England und seine Vorgeschichte von Martin Lähnemann. Very British: Die Geschichte Yorks. Heraldik - Der Wappenschild. Auch die Rosenkriege lassen sich zu einem Spiel verbraten: Der Rosenkönig - Dornige Fehde für zwei... [Interlude]: Die Rose von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert. Die Geschichte der Rosenzucht in Frankreich.
[Die Rosen von Malmaison]: Fällt der Name Malmaison, denkt der Kenner unwillkürlich an Kaiserin Josephine und ihren berühmten Rosengarten. Als sie Wissenschaftler und Künstler für die Beschreibung der Pflanzen ihres Parks suchte, stellte sie Pierre Joseph Redouté als Zeichner an. Der Rosengarten von Malmaison ist zerstört, aber Redoutés Werk hält die Erinnerung an ihn wach. Lennés Rosengarten am Schloß Charlottenhof: »Kreis um Kreis sollten hier um eine mittlere Fontäne, die eine Stern von Wegen aussandte, alle erreichbaren Varietäten der schönsten Blumen der Welt erblühen und duften, den Nord- und Südwinden ward durch hohe Fliederhecken gewehrt, östlich und westlich aber durch anders geformte Parquets die Anmut vermannigfaltigt. Diese zierliche Anlage gelang so vollkommen, daß die Zeit der Rosen seitdem von Einheimischen und Fremden hier wie eine Festzeit betrachtet wird.« (August Kopisch, 1854) Die Roseninsel im Park Wilhelmshöhe. Rosen auf der Rosenhöhe in Darmstadt. Rosarien und Rosengärten weltweit. [Märchen]: Die Geschichte der Rose. Die Gartenlaube: Es hat einen eigenthümlichen Reiz, beim Nahen des Frühlings an die Rosen zu denken. [Die weiße Rose]: Von 1942-43 bestand an der Universität München eine Widerstandsgruppe gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft, die sich Weiße Rose nannte. Sie wurden 1943 entdeckt und zum Tode verurteilt. Berühmteste Mitglieder waren die Geschwister Hans und Sophie Scholl, die nur 22 und 25 Jahre alt wurden. Nicole Caspari: Die Weiße Rose. Eine fantastische und umfangreiche Site. Unbedingt vorbeisurfen. Widerstand, Verweigerung und Protest gegen das NS-Regime in München. [Die wilde Rose oder Kartoffelrose]: Die Rosa rugosa oder Kartoffelrose ist keine heimische Rosenart. Sie stammt ursprünglich aus Nordost-Asien, ist aber hierzuland verwildert. Man findet sie aber auch häufig in Gärten und Parks und oft auch in Dünen angepflanzt. Daher ihr Spitzname Ostfriesenwall. Dort ist sie den Naturschützern aber ein Dorn im Auge, weil ihre allzustarke Vermehrung und ihr starker Wuchs andere Pflanzen aus den Dünen verdrängen. De Strandlooper: Rosen-Wildarten auf Juist. [Spätkolonialismus und Kinderarbeit]: Heutige Rosen kommen oft aus Kenya, Kolumbien oder Thailand. Zwar haben Untersuchungen der ETH Zürich belegt, daß trotz der langen Transportwege dabei weniger Energie verbraucht wird, als wenn die Rosen etwa in Gewächshäusern in den Niederlanden gezüchtet werden, doch sind die Rosen vielfach stark mit Pestiziden behandelt worden. Das ist nicht nur ein Problem für die Floristinnen, sondern insbesondere ein Problem für die Frauen und Kinder, die auf den Plantagen arbeiten (die größte Farm gehört dem Unilever-Konzern). Nicht nur, daß sie häufig ungeschützt den Pestiziden ausgesetzt sind und unter katatrophalen Arbeitsbedingungen arbeiten müssen, sie werden in der Regel auch noch mit Hungerlöhnen abgespeist. Daher sollte man beim Blumenkauf Vorsicht walten lassen und nur Rosen mit dem FLP-Siegel (Flower Label Program) kaufen, das soziale Grundrechte garantiert und die Umweltbelastung zumindest etwas reduziert. [Finale]: Richard Strauss: Der Rosenkavalier.
Eine alte Geschichte erzählt von Eva und Adam, die aus dem Paradies vertrieben werden. Sie gehen so traurig und sind so unsäglich betrübt. Da erbarmt sich sogar der strenge Engel am Tor zum Garten über die beiden und übersieht freundlich, wie Eva sich noch schnell eine Ranke im Garten Eden bricht, damit sie ihr Haar zusammenbinden kann und eine kleine Erinnerung an die wunderbare Pracht im Paradies hat. Als ihr Mann später den ersten Acker in der Welt umbricht und bestellt, pflanzt Eva den Zweig aus dem Garten in die gelockerte Erde. Sie wärmt ihn mit dem Hauch ihrer Seufzer und begießt ihn mit ihren zahlreichen Tränen, bis er zu wachsen beginnt. Zuerst zeigen sich schmerzhafte Dornen, aber dann wunderbare Blüten, die an die Schönheit im Paradies erinnern. [Idee und Links: Gabi] |
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Letzte Änderung: 12.01.2003; 21:29:11 Uhr | © Copyright: 2000 - 2002 by Kantel-Chaos-Team | Kontakt: der@schockwellenreiter.de