|
Potsdam - Bugastadt 2001
|
|
| Auf der Pfaueninsel |
|
Interne Links |
|
|
|
Gabi und Jörg Kantel Auf der Pfaueninsel
Herr Friedrich saß auf Sanssouci,
Die Insel, etwa 1,2 km lang und ungefähr einen halben Kilometer breit, hieß ursprünglich Kaninchenwerder, weil hier der Große Kurfürst »Canienengärten« angelegt hatte. 800 Kaninchen im Jahr erwirtschafteten immerhin 200 Taler für die kurfürstliche Kasse. Johann Kunckel (ca. 1630 - 1702)Doch die Kasse des Kurfürsten brauchte mehr. Und so erhielt 1685 der Alchimist und Entdecker des Phosphors, Johann Kunckel die Insel zum Geschenk. Er sollte dort für das bescheidene Jahresgehalt von 500 Talern Gold machen. Das war zwar nicht soviel, wie die 1000 Taler, die er im kursächsichen Dienst erhalten sollte, doch da er diese unter der logischen Begründung »Kann Kunckel Gold machen, so bedarf er kein Geld; kann er solches aber nicht, warum sollte man ihm Geld geben?« nie ausbezahlt bekam, nahm er die schlechter bezahlte Stellung in Brandenburg an. Zwar fand Kunckel auch hier kein Gold, aber immerhin erfand er das Rubinglas und sicherte damit soweit die Einnahmen der kurfürstlichen Kasse, daß ihm der Große Kurfürst zu Lebzeiten nie seine Gunst entzog. Nach dem Tod des Herrschers jedoch machte man ihm einen Prozeß wegen Veruntreuung und er flüchete nach Schweden, wo er in königlichen Diensten Bergrat und in den Adelsstand erhoben wurde, bis er ca. 1702 starb. Fontane berichtete, daß man noch zu seiner Zeit auf der Insel hin und wieder Schlackenreste fand, die auf die Stellen verwiesen, wo die Glas- und alchimistischen Hütten des verhinderten Goldmachers standen. Die Anfänge des zoologischen Gartens auf der Pfaueninsel
Noch heute gibt es kein Café auf der Pfaueninsel, aber auch keine Frau Friedrich mehr. Das Blockhaus auf der Festlandseite ist nur ein schwacher Ersatz. Wem es nach dem braunen Lebeselixier gelüstet, kann nur mit dem Ausflugsbus in gastlichere Gefilde ausweichen. ZugabeEine heutige zoologische Besonderheit auf der Pfaueninsel sind eine Kolonie Kormorane, die von den Sportanglern Berlins heftig angefeindet werden, aber immer noch dort brüten. Vielleicht heißt die Insel in späteren Zeiten ja einmal Kormoraninsel? Literatur
Theoder Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Dritter Teil Havelland, Berlin (Aufbau Taschenbuch Verlag) 1994 zurück | vor | Inhalt |
|
|
Letzte Änderung: 15.06.2002; 23:05:29 Uhr | © Copyright 2001 by Kantel-Chaos-Team | der@schockwellenreiter.de