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Potsdam - Bugastadt 2001
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| Die Natur ist republikanisch - der »Neue Garten« in Potsdam |
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Gabi und Jörg Kantel Die Natur ist republikanisch - der »Neue Garten« in PotsdamDie Natur ist republikanisch und schüttelt Kronen, Fürstenhüte, Hofpracht Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwarfen Philosophen und Gartentheoretiker in England neue Kriterien für die Gartengestaltung, die im deutlichen Gegensatz zur strengen Symmetrie und Regelmäßigkeit des barocken Gartens standen. Auch von der Landschaftsmalerei kamen entscheidende Anregungen für die Gartengestaltung. Man arbeitete mit bewegten Linien und eindrucksvollen Licht-Schatten-Wirkungen. Exotische Gartenarchitekturen, wie Moscheen, Pagoden, Pyramiden oder Grotten sorgten für Überraschungseffekte. Und so versteht sich der Neue Garten in Potsdam. Der Nachfolger Friedrich des Großen, Friedrich Wilhelm II. (1741 - 1797) legte den Park im Jahr seines Regierungsantritts 1786 an. Aus ehemaligen Maulbeerplantagen, Ackerstücken und Weingärten entstand unter der Leitung von Joahnn August Eyserbecks (1762 - 1801) ein Landschaftsgarten, der im direkten Gegensatz zur strengen Geometrie Sanssoucis stand. Um diesen Gegensatz zu betonen, erhielt der Park den Namen Neuer Garten. Unter Friedrich Wilhelm III. (1770 - 1840) und Friedrich Wilhelm IV. (1795 - 1861) wurde der Garten umgestaltet. Diese Umgestaltung erfolgte durch Lenné seit 1816. Er legte hier unter anderem die ersten Sichtachsen an. Von dem sogenannten Gartensofa, einer Bank am Ufer des Heiligen Sees gibt es eine direkte Sichtbeziehung zur Pfaueninsel. Dadurch erreichte er eine optische Erweiterung des eigentlich sehr schmalen Gartenraums. Der erste Schloßbau im Neuen Garten war das Marmorpalais am Ufer des Heiligen Sees, das Friedrich Wilhelm II. in den Jahren 1787 - 1789 nach einem Entwurf des Hofbaumeisters Carl von Gonthard (1731 - 1791) als sein Wohnsitz errichten ließ. Carl Gotthard Langhans (1732 - 1808), der Erbauer des Brandenburger Tores in Berlin, schuf daneben die Orangerie (1791 - 1792) und an der Südseite des Heiligen Sees die Bibliothek in Form einer gotischen Kapelle (1792 - 1794), in der Friedrich Wilhelm II. ausgewählte französische und deutsche Literatur beherbergte.
Danach wurde der Park bis 1953 als Erholungspark für die sowjetische Garnison genutzt. Im Zuge des Mauerbaus wurde 1961 das Gebiet am Ufer des Jungfernsees vom restlichen Park durch Grenzanlagen abgetrennt und durfte nicht mehr betreten werden. Seit 1990 wird auch dieser Teil des Gartens wieder hergestellt. Literatur:
Robert Erler, Steffi Mallinger: Der Neue Garten zu Potsdam, in: Referate des Projekts »Pflegekonzept für das Gartendenkmal Königin-Luise-Str. 22« (Manuskript), Technische Universität Berlin, FB Landschaftsplanung, Berlin 2000 zurück | vor | Inhalt |
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Letzte Änderung: 07.06.2002; 20:39:03 Uhr | © Copyright 2001 by Kantel-Chaos-Team | der@schockwellenreiter.de