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Glienicker Brücke: Die berühmteste Brücke der Welt

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Gabi und Jörg Kantel

Glienicker Brücke: Die berühmteste Brücke der Welt

Glienicker Brücke heute

Die Glienicker Brücke verdankt ihren Namen dem Gutsbezirk Klein-Glienicke, der aus einem 1375 erstmals urkundlich erwähnten kleinen Dorf mit 7 Hufen (Bauernhöfen) hervorgegangen war. Das Dorf  lag inmitten einiger Weinberge, Wälder und Seen, blieb aber bis zur Errichtung der Glienicker Brücke lange Zeit ohne Verbindung zum zunächst unbedeutenden Potsdam. Der Große Kurfürst (Regierungszeit 1640-1688) befreite Potsdam aus seiner Insellage, indem er Zufahrtswege und Brücken bauen ließ. 1662 ließ er die Lange Brücke am Schloß erneuern, 1674 die Baumgarten- und 1682 die Nedlitzer Brücke bauen. Und irgendwann in dieser Zeit kam auch die Glienicker Brücke hinzu.

Die erste Glienicker Brücke war eine schlichte Holzbrücke, 300 Schritte lang. 1777 wurde sie durch eine weitere Holzbrücke ersetzt, die ein Geländer erhielt und in der Mitte mit einer Zugbrücke versehen war, um Schiffe durchlassen zu können.

Glienicker Brücke 1834Die Brücke diente zuerst nur den Kurfürsten und seinen Jagdgesellschaften, doch wurde 1754 die erste tägliche Postverbindung zwischen Berlin und Potsdam eingerichtet und diese ging über die Glienicker Brücke. Dieser Beanspruchung war die Holzkonstruktion auf Dauer nicht gewachsen und so begann schließlich am 8. August 1831 der Bau der dritten Glienicker Brücke, die aus Stein gefertigt wurde. Baumeister war Karl Friedrich Schinkel. Auch diese Brücke besaß in der Mitte eine Zugbrücke, um größere Schiffe durchzulassen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war auch diese Brücke wieder zu klein geworden. Einmal war der Verkehr zwischen Berlin und Potsdam beträchtlich angewachsen, zum anderen stieg auch der Schiffsverkehr, so daß sich regelmäßig Staus bildeten, weil die Brücke für die Schiffe geöffnet werden mußte. Als 1906 nach sechsjähriger Bauzeit der Teltowkanal geöffnet wurde, mußte ein Neubau her. Am 16. November 1907 wurde die neue Brücke dem Verkehr übergeben.

Glienicker Brücke 19. JahrhundertNach der Gründung von Großberlin 1920 verlief die Stadtgrenze genau auf der Mitte der Brücke. 1937/38 wurde die Potsdamer Chaussee bis zur Glienicker Brücke auf jeweils zwei Fahrspuren pro Seite verbreitert. 1938 wurde deshalb die östliche Auffahrt der Glienicker Brücke diesen Gegebenheiten angepaßt. Man hob sie an und verbreiterte sie. Als Folge hatte die Große Neugierde den Autos zu weichen und mußte um 4,50 Meter nach Norden verlegt werden.

Brücke der Einheit 1Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges kam die populäre Brücke sogar noch zu Filmehren: In Helmut Käutners UFA-Streifen Unter den Brücken, der 1944/45 gedreht wurde. Am Ende des Krieges wurde die Brücke zerstört, jedoch schon bald wieder aufgebaut, da sie nun genau an der Schnittstelle zwischen der sowjetischen Kommandantur in Potsdam und dem allierten Kontrollrat und der gemeinsamen Luftüberwachungszentrale in Tempelhof lag. Am 11. Dezember 1949 wurde sie daher unter dem Namen Brücke der Einheit feierlich wiedereröffnet.

Brücke der Einheit 2Am Tag der Unterzeichnung des Generalvertrags über die Beziehungen der Bundesrepublik zu den drei Westmächten, am 26. Mai 1952, wurde die Brücke jedoch wieder geschlossen. Nun durften nur noch Fahrzeuge der allierten Militärmission die Brücke passieren, nach dem Mauerbau auch Angehörige der in Westberlin stationierten Militärmissionen der CSSR, Polens und Jugoslawiens und andere Diplomaten. Diese wurden von den Grenzkontrollorganen der DDR überprüft, die Angehörigen der allierten Militärmission weiterhin von sowjetischer Seite.


Agentenaustausch 1
Agentenaustausch 2

Weltberühmtheit erlangte die Brücke jedoch als Agentensteg - wegen dreier spektakulärer Austauschaktionen von hochkarätigen Agenten zwischen den USA und der UdSSR mitten auf der Brücke (bis 1990 symbolische Nahtstelle zwischen NATO und Warschauer Pakt): 1962 Abel gegen Powers, 1985 23 (plus zwei später ausreisende) in der DDR und Polen inhaftierte Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes gegen vier Sowjetspione und schließlich 1986 der letzte Austausch, Schtaranski und drei weitere westliche Spione gegen mehrere im Westen verhaftete Agenten der DDR.

Glienicker Brücke BriefmarkeNach dem Fall der Mauer wurde auch die Glienicker Brücke wiedereröffnet. Heute hat man - wenn der heftige Verkehr einem die Muße dazu läßt - von der Mitte der Brücke eine herrliche Aussicht auf Schloß und Park Babelsberg, den Neuen Garten, über den Jungfernsee nach Sacrow hinüber, auf den Schloßpark Glienicke und auf das Jagdschloß Glienicke. Zur Erinnerung an die Zeit des Kalten Krieges gibt es eine Gedenktafel mit etwas seltsamen Inhalt auf der Zehlendorfer (Berliner) Seite und die Statue der Nike als Symbol des Friedens auf der Potsdamer Seite.



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Letzte Änderung: 07.06.2002; 20:38:50 Uhr | © Copyright 2001 by Kantel-Chaos-Team | der@schockwellenreiter.de

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