Potsdam - Bugastadt 2001
 
Pleasureground und Schloß Glienicke

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Gabi und Jörg Kantel

Pleasureground und Schloß Glienicke

Parkplan GlienickeDer früheste und bedeutendste klassische Landschaftsgarten in Preußen ist der Pleasureground im Park des Glienicker Schlosses. Gartengeschichtliche Bedeutung erlangte Glienicke zuerst durch den Reichsgrafen Lindenau, der zwischen 1796 und 1806 die ersten Arbeiten im landschaftlichen Stil vornehmen ließ. 1812 kaufte Karl August Fürst von Hardenberg, dessen Schwiegersohn übrigens der »Grüne Fürst« Pückler war, den Besitz und beauftragte den jungen Peter Lenné im Jahre 1816 mit der Anlage eines »Pleasuregrounds«. Dies war Lennés erste Arbeit in Preußen. Nach dem Erwerb durch Prinz Carl von Preußen (1824), Sohn des Königs Wilhelm III., begann eine über Jahrzehnte dauernde Zusammenarbeit zwischen Peter Joseph Lenné und dem Prinzen Carl mit dem Ziel der Schaffung einer Parkanlage nach englischem Vorbild. Im gleichen Jahr begann Karl Friedrich Schinkel mit dem Bau des Casinos mit dem kleinen Wasserspiel. Von diesem Casino aus hat man mit Blick über den Jungfernsee auf den Pfingstberg abends einen der schönsten Sonnenuntergänge Berlins, den man am besten mit einem Glas Sekt genießt. (Tip von Gabi: Danach kann man den Abend noch wunderschön in der Kartoffelburg in der Matterhornstr. 101, Berlin-Zehlendorf ausklingen lassen.)

Klein Glienicke

Einem klassischen Vorbild, dem Brunnen einer Medici-Villa, nachempfunden ist die Löwenfontaine vor dem Schloß, die wie die anderen Wasserspiele des Parkes auch, mit Hilfe einer Dampfmaschine bewässert wurde.

Kasino1825 begann Schinkel mit dem Umbau des Schlosses zu einem klassizistischen Gebäude. Der Garten selber wurde durch Ein- und Umbauten von Parkgebäuden, wie etwa der Orangerie oder der Großen Neugierde (1835 - 1837 von Schinkel erbaut), durch eine immer ausgreifendere Bepflanzung und durch weitere Ausschmückungen mit Statuen, Pergolen und Brunnen künstlerisch aufs Höchste vollendet.

1978 begannen umfangreiche Wiederherstellungsarbeiten mit dem 1850 erreichten Zustand der Anlage als konservatorische Grundlage. Ziel der Restaurierung war es, die Sichtbeziehungen nach Potsdam und in die Havellandschaft wiederherzustellen, das Wegenetz mit immer neuen Ausblicken und Höhensituationen wieder erlebbar zu machen und den Garten wieder mit den früheren Gestaltungselementen wie Kunstwerken, Statuen, Brunnen und Sitzplätzen auszustatten. Seit 1997 sind diese mittlerweile auch international beachteten Arbeiten weitestgehend abgeschlossen und der Garten in seiner ursprünglichen Form wieder erlebbar.

Einen kleinen Wermutstropfen muß der heutige Besucher allerdings hinnehmen. Wegen der Gefahr der Zerstörung durch Wildschweine ist der Pleasureground eingezäunt und nur noch durch eine schmale Tür erreichbar.

Große NeugierdeNördlich des Pleasuregrounds liegt der ebenfalls von Lenné und dem Prinzen Carl gestaltete heutige Volkspark Glienicke, der als reiner Landschaftspark mit Seen, Bächen und Wasserfällen, wie etwa an der Teufelsbrücke, geplant wurde. Auch hier sind die Restaurierungsarbeiten im Gange und etliche der früheren Sichtbeziehungen (besonders zur Sacrower Heilandskirche) sind wiederhergestellt worden.

Schloß und Park Glienicke erreicht der Besucher am einfachsten vom Bahnhof Wannsee aus mit dem Bus 116 (Richtung Glienicker Brücke), aber auch eine Dampferfahrt von Wannsee nach Glienicke, vorbei an der Pfaueninsel, ist durchaus empfehlenswert.


Literatur:

Gabriele Kantel, Anja Hecker: Klein Glienicke, in: Referate des Projekts »Pflegekonzept für das Gartendenkmal Königin-Luise-Str. 22« (Manuskript), Technische Universität Berlin, FB Landschaftsplanung, Berlin 2000
Klaus von Krosigk: Die Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin in der Liste des Weltkulturerbes, Beiträge zur Gartendenkmalpflege in Berlin, Heft 6, Berlin 1995
Klaus von Krosigk: Klein-Glienicke mit Pleasureground, in: Landesdenkmalamt Berlin (Hg.): Gartenkunst Berlin. 20 Jahre Gartendenkmalpflege in der Metropole, Berlin (Schlezky & Jeep) 1999
Klaus von Krosigk, Heinz Wiegand: Glienicke, Berlin (Haude & Spener) 2. unveränderte Auflage 1988
Anke Kuhbier, Klaus von Krosigk, Reiner Elwers (Hg.): Berlin Grün. Historische Gärten und Parks der Stadt, Hamburg (L&H Verlag) 2000
Museumspädagogischer Dienst Berlin (Hg.): Gartenplan Klein-Glienicke, Berlin 2. Auflage 1995



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