Potsdam - Bugastadt 2001
 
Schloß Caputh ist nicht mehr kaputt

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Gabi und Jörg Kantel

Schloß Caputh ist nicht mehr kaputt

Wer hat nicht von Caputh (so heißt das Dorf) gehöret,
Das, in verwichner Zeit, die größte Zier besaß,
Als Dorothea sich, die Brandenburg noch ehret,
Das Schloß am Havelstrom zum Witwensitz erlas.
(Bellaminies: »Das itzt-blühende Potsdam«)

Der Ort

KarteFontane nannte Caputh das Chikago am Schwielower See. Alle Havelschiffe, die nach Berlin wollten, mußten durch die Enge bei Caputh, der Nordkanal war damals noch nicht gebaut. Und so mutierte das einst verträumte Fischerdorf zu einem blühenden Handelsplatz. Nach Eröffnung des Nordkanals verblühte der kurze Reichtum und die vorherrschenden Wirtschaftszweige waren Obstbau und Handwerk.

Das Schloß

Schloß Caputh ist der einzige erhaltene Schloßbau der Potsdamer Kulturlandschaft, der die Zeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm repräsentiert. Das Schloß gehörte ab 1662 dem Generalquartiermeister Philippe de Chieze, der sich ein nobles Landhaus errichtet hatte. 1671 erhielt es die Kurfürstin Dorothea, die es äußerlich und im Inneren verändern ließ. Eine nochmalige Veränderung erfuhr das Schloß nach 1701, als es sich der neue König in Preußen, Friedrich I., herrichten ließ. Legendärer Höhepunkt in der wechselvollen Schloßgeschichte war das Dreikönigstreffens in Potsdam (der König von Dänemark und August der Starke waren im StadtSchloß zu Gast).

Schloß CaputhDem Soldatenkönig verdankt des Schloß sein heute berühmtestes Detail: den mit ca. 7000 holländischen Fayencefliesen ausgestatteten Speisesaal. 1820 erhielt der Generalleutnant von Thümen Schloß und Gut Caputh in Erbpacht. Als der General 1826 starb, erbte dessen ältester Sohn das Schloß. Er ließ den Schloßgarten nach Plänen von Peter Joseph Lenné gestalten. 1908 übernahm der Rittmeister Alfred von Willich, ein Neffe des letzten Besitzers August von Thümen, das Schloß und Rittergut (seit 1837) und nutzte es mit seiner Familie bis zur Enteignung durch die DDR 1945 als Wohnhaus. Die DDR unterhielt in dem Gebäude bis 1987 verschiedene Berufsschulen.

FlieseDie 1999 nach umfangreichen Restaurierungen wieder eröffnete Anlage von Schloß und Park Caputh vermittelt heute den Besuchern einen überzeugenden Eindruck vom erfolgreichen Zusammenwirken besonders deutscher, niederländischer und französischer Architekten, Kunsthandwerker und Gartenkünstler in jener Zeit.

Die Fähre

Caputher Fähre

Die Caputher Seilfähre verbindet die Orte Caputh und Geltow seit ca. 140 Jahren und ist eine der wenigen noch fahrenden kettengetriebenen Seilfähren.

Das Einsteinhaus

Wenn man über Caputh berichtet, muß natürlich das Einsteinhaus genannt werden. Der Magistrat von Berlin hatte die Absicht, Einstein zu seinem 50. Geburtstag am 14. März 1929 ein bebautes Grundstück zu schenken. Diese gute Idee ließ sich jedoch nicht so einfach verwirklichen. Nach langwierigem und für Einstein sehr peinlichem Hin und Her verzichtete er seinem Charakter gemäß auf das Geschenk. Das inzwischen einem Freunde abgekaufte Grundstück hier in der Caputher Waldstraße, heute: Am Waldrand 15-17, direkt am Wald gelegen und mit herrlichem Ausblick auf den von Einstein so geliebten Templiner See, wurde nach den Plänen Konrad Wachsmanns mit einem Holzhaus bebaut. Heute finden dort die Caputher Gespräche des Einsteinforums statt.

Radtour

Caputh besucht man am besten mit dem Fahrrad im Rahmen einer Radtour rund um den Schwielowsee. Die Strecke ist gut ausgebaut, führt über meist ruhige Nebenstraßen (an Wochenenden sollte allerdings zwischen Caputh und Ferch mit lebhaftem Ausflugsverkehr gerechnet werden) und ist als Radwanderweg F1 ausgezeichnet. Reizvoll ist natürlich auch eine Bootsfahrt von der Pfaueninsel nach Caputh - die gesamte Berlin-Potsdamer Schlösser-und-Gärten-Landschaft an einem Nachmittag vom Wasser aus erleben.


Literatur:

Gerd Schurig: Schloß Caputh. Der Schloßgarten, in: MuseumsJournal Jahrgang 1998, Heft Nr. III, Seite 55 - 57
Claudia Sommer: Ein Lusthaus unweit Potsdams. Zur Teileröffnung des Schloßes Caputh, in: MuseumsJournal Jahrgang 1998, Heft Nr. III, Seite 52 - 54



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