Der Schockwellenreiter Rotating Header Image

Gegen den (Benzin-) Hunger der Welt

Ich glaube, es hackt! Die EU-Kommission will Bioethanol stärker fördern. Zur Erinnerung: Bioethanol wird in der Hauptsache aus Getreide und Zuckerrohr hergestellt. Das könnte bedeuten, daß aus E10 bald E25 wird, der Sprit also eine 25-prozentige Beimischung von Nahrungsmitteln enthält. Nahrungsmittel, die dann vorrangig der Bevölkerung in den armen Ländern, wo jetzt schon Hungersnöte herrschen, fehlen wird. Und begründet wird das auch noch mit dem Umweltschutz, weil Bioethanol angeblich umweltfreundlicher sei als Biodiesel. Liebe EU-Kommission: Das einzig umweltfreundliche wäre der Umstieg des Güter- und Personenverkehrs von der Straße auf die Schiene und vom Auto auf das Fahrrad. Aber dazu müßtet Ihr ja mal nachdenken und das ist den Lobby-gesteuerten Kommissionen ja fremd. Denn wie schon ein arabisches Sprichwort sagt: Ein Kamel ist ein Pferd, das von einer Kommission entworfen wurde. Und nicht alles, was Bio genannt wird, ist auch gut.

Aber ist ja egal: Damit die Berliner Eltern mit ihren fetten SUVs auch weiterhin ihre Gören morgens die 500 Meter bis vor die Schule fahren können, dafür können ja ruhig ein paar Negerkinder verhungern. Who cares? [Berliner Zeitung von heute, leider nur totes Holz (Seite 1), hätte es aber wegen Leistungsschutz­recht­protest sowieso nicht verlinkt.]

Teilen:
  • Facebook
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • MySpace
  • PDF
  • RSS
  • Technorati
  • email
  • Wikio
  • Digg
  • Identi.ca
  • MisterWong.DE
  • Posterous
  • Twitter
  • Print
  • Yigg
  • LinkedIn
  • FriendFeed
  • Tumblr

6 Kommentare

  1. Andreas Epple sagt:

    Hmmmm, das “kollidiert” aber ein bisschen mit folgendem Artikel vom 11.09.2012:
    http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/2012/09/eu-begrabt-e10-plane-vernunft-siegt-oh.html

  2. subsam sagt:

    Prima. Der Scheich schmeißt ein paar FUD-Bomben über verhungernde Negerkinder und die Welt schreit hurra. Er sitzt im Zelt und bestellt fleißig Solaranlagen. Währenddessen verschlafen wir unsere mobile Energiewende.

    Aber hauptsache wir konnten wieder schön auf gutes Gewissen machen. Nach uns doch einfach die Sinnflut.

    Wichtig ist: Mal wieder schön wohl gefühlt.

    (Und nicht vergessen: Eltern mit Schulkindern, dass sind die wahren Feinde der Gesellschaft, des Fortschritts und überhaupt)

  3. Jochen Junker sagt:

    In Brasilien wird schon seit vielen Jahren E25 genutzt und der Bioalkohol wird aus Zuckerrohr hergestellt. Das ist relativ effektiv, da die Alkoholproduktion als Anhang zur Zuckerproduktion einfach zu machen ist. Anders als beim Mais (USA) ist die Konkurrenz der Lebensmittel eingeschränkt, da Zucker eigentlich (laut Ernährungsberater) eh nicht Bestandteil der Ernährung sein sollte… Argumente der Art “Konkurrenz zu Nahrungsmittel” sollten also eher nicht verwendet werden.
    Natürlich ändert das nicht das Fazit, dem ich zustimme, daß man vielleicht umdenken sollte. Aber die Politiker sind nur daran interessiert status-quo zu erhalten.

  4. Jörg Kantel sagt:

    @Jochen: Zucker sollte vielleicht nicht Bestandteil der Ernährung sein, aber die riesigen Anbauflächen für Zuckerrohr, die für den Sprit gebraucht werden, könnten besser für den Anbau von Getreide genutzt werden. Gerade in Brasilien führt doch der Flächenbedarf dazu, daß große Teile des Regenwalds mehr oder weniger illegal brandgerodet werden, um neue, lukrative Anbauflächen für Biosprit zu schaffen.

    @subsam: Eltern an sich nicht, aber Eltern mit SUVs schon. ;)

  5. Heph sagt:

    Naja wenn ich mir die Berliner S-bahn und Nahverkehrssituation ansehe würde ich meine Kinder (so ich welche hätte und in Berlin wohnte) auch mit Auto in die Schule bringen. Was die Nahrungsmittel angeht bin ich vollstens ihrer Meinung allerdings denke ich nicht das man mit Hungerenden Kindern argumentieren kann.

    Ich fand das immer bei meinen Eltern schlimm wenn die meinten das wenn ich nicht aufesse Kinder in Afrika sterben. Die ursachen sind doch andere die wirkung ist nur das ich sehr viel früher in der Kette falsch verteiltes essen wegschmeiße.

    Außerdem können diese Länder nicht auf ewig an unserem oder dem Südamerikanischen Tropf hängen sondern brauchen Hilfe um ihre eigenen Märkte und Erzeuger aufzubauen. Dazu bedarf es ersteinmal das wir dort unten echte Entwicklungshilfe leisten (was Agrarwirtschaft angeht) statt den Markt mit billig-exporten zu überfluten. Dazu muss dort auch für Frieden und Gerechte Verteilung gesorgt werden. In einem Mienenfeld von irgendwelchen Warlords lässt sich kein Maniok anbauen.

    Selbst gegen den Bio-ethanol habe ich nichts wenn dieser aus quellen kommt die weder Umwelt noch Nahrungsproduktion belasten. Schaue man sich mal Mais an, ~70% der pflanze bleiben doch ungenutzt (es sei denn man macht biogas draus womit viele motoren auch gut laufen) also sollte man aus diesem anteil Alk gewinnen. Oder von mir aus auch Algenfarmen und Bioreaktoren in der Spanischen wüste. Dann habe ich auch kein problemmit E10-25 .

  6. mn sagt:

    Herr Schockwellenreiter?
    Wer sagt denn noch sowas wie Biokraftstoff?
    Das Zeuch sollte Aggro-Sprit genannt werden.
    Da weiss man, was man hat, und was man macht.

    P.S. Unser Teil Westasiens wird niemals auf Fahrräder umschwenken. In diesem System werden Rikschas und Sänften das next big thing. Fortschritt in der klasse Gesellschaft.

Einen Kommentar verfassen

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, daß der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluß aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben.