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Auf dem Weg zu einem statischen Blog

Je mehr ich mich mit meinem kleinen, digitalen Notizheft beschäftige, mit dem ich versuche, mich aus den Datensilos dieser Welt zu befreien, desto mehr präzisieren sich in meinem Kopf auch die Vorstellungen von einer statischen Version des Schockwellenreiters. Ungefähr so, wie der heutige Notizhefteintrag könnte es aussehen: Es ist eine Abkehr vom »klassischen« Blog, bei dem jeder Beitrag gleichwertig auf den anderen folgt. Blogveteranen werden sich noch an die Anfänge von EditThisPage und den Manila-Blogs erinnern. Auch dort gab es keine Items, sondern die kleinste Einheit war der Wochentag. Das sah damals (im Frühjahr 2000) so aus. Natürlich möchte ich nicht ganz zu den spartanischen Back to the Roots zurückkehren, daher werde ich längere Beiträge, spezielle Photos etc. auf eigene Seiten auslagern. Aber ich möchte die Möglichkeit haben, mich von dem Zwang zur Überschrift zu befreien und zum Beispiel kleine, Microblogging ähnliche Gedankenfetzen einfach zwischen den größeren Beiträgen einschieben zu können.

Ein statisches Blog macht nun einmal mehr Arbeit, daher werde ich vermutlich keinen RSS-Vollfeed mehr rausschreiben, sondern nur noch einen mit Überschrift und Anreißer. Und ich werde auf Kategorien und Tags verzichten. Mit Kategorien konnte ich mich sowieso noch nie anfreunden, mir fehlte auf der einen Seite die Disziplin und auf der anderen Seite uferten die »großen« Kategorien fast alle zu eigenen Nebenblogs aus, die wiederum viel Arbeit machten, so daß ich sie vor einigen Jahren aus Zeigründen mit einem radikalen Schnitt alle einstellte. Und ein statisches Blog macht ein wenig mehr Arbeit, so daß ich nicht unbedingt jeden kleinen Eintrag sofort via FTP raushauen werde. Auch in den anderen statischen Inkarnationen dieses Blogs hatte ich die Beiträge gesammelt ein- bis dreimal pro Tag hochgeladen — das hatte mir den Ruf des »Kompakt-Bloggers« eingebracht.

Und Tags? Ich hatte das Prinzip der Tags einmal sehr euphorisch vertreten, aber wenn ich ehrlich bin: Ich suche nie nach Tags, ich suche via Google. Das ist treffsicherer.

Und vielleicht hat Konstantin recht: Das ist dann kein Blog (mehr), aber nach über zwölf Jahren wird es langsam Zeit, etwas Neues auszuprobieren. (Den Namen Schockwellenreiter und die URL www.schockwellenreiter.de werde ich aber beibehalten. So viel Traditionspflege muß trotz allem sein.

Doch noch ist es nicht soweit. Es liegt noch einiges an Arbeit vor mir, die ich in meinem Notizheft dokumentieren werde. Aber ein Anfang ist gemacht.

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13 Kommentare

  1. Martin Z. sagt:

    Tags sind zwar für das Suchen und Finden nicht sinnvoll, aber wohl wenn es darum geht, alle Beiträge _chronologisch_ sortiert zu einem bestimmten Thema zu liefern. So blättere ich im Schockwellenreiter gerne den Tag/Kategorie (wo ist der Unterschied?!) “Webworking” durch und das geht definitiv besser als über Google.

  2. Huflaikhan sagt:

    Bin nicht sicher. Finde, die Blogs sollten vielleicht einfach hypertropher werden. Flexibilität in der Sache bilden. Alles ist möglich. Aufbohren der Kanten!

  3. Rainersacht sagt:

    Mmmh, ich habe mir relativ geringem Aufwand aus einem alten Standardtheme unter Verwendung der benutzerdefinierten Felder eine Art “Online-Magazin” auf WordPress-Basis gemacht; eigentlich eine Mischform.

    Da gibt es verschiedene Positionen (Aufmacher, Teaser, Kurz, Wetter), die eine jeweils andere CSSisierung haben. Die Position “Teaser” ist der Standard, da erscheint alles chronologisch, was nicht bewusst anderweitig positioniert ist. Der Aufmacher bleibt meist – gegen die Chronofizierung – ein paar Tage oben stehen. Was aber alles nur von Bedeutung ist, wenn sich meine Leser das Zeug auf der Site anschauen und nicht im Feed ;–))

    Serien werden mit einem Plugin verwurstet und können kategorienübergreifend fungieren. Und Kategorien – da ich vom Zeitschriftenmachen komme, sind das quasi die Rubriken des Magazins. Manche Kategorien sind zusätzlich mit anderen als der eigentlichen Domain verknüopft (Fortuna!). An Tags habe ich nie geglaubt. Die Statistikn zeigen, dass der ganze Werkzeugkram in der Seitenleiste ziemlich massiv genutzt wird.

    Wie gesagt: Das alles in WordPress mit ein bisschen Theme- und CSS-Bastelei.

    Allerdings würde ich mir auch wünschen, das Ganze auf STATISCH umzustellen; allein schon wegen der Memory-Probleme bei meinem Provider…

  4. Rainersacht sagt:

    *mit* statt *mir*

  5. Ich betreibe seit 2004 statische Blogs, Volltext-RSS war da nie ein Problem. Auch inkrementelle Updates waren immer drin (zuerst noch via Floppy+Sneakernet(!), später mit rsync, inzwischen mit git), so dass auch mehrfache Updates am Tag durchaus möglich sind (habe ich eher aus Zeitgründen aber nie gemacht).

  6. Bernd sagt:

    Schade, kein Volltext-RSS – kein Schockwellenreiter mehr für mich.

  7. Arnonym sagt:

    Da hab ich mir extra Dein rss-Büchlein gekauft um mich eingehend vom RSS-Fieber anstecken zu lassen, habe angefangen einen eigenen Ersatz für den google-Reader zu schreiben, überlege für welche Aufgaben ich RSS noch alles einsetzen/nutzen kann. Und was machst du? Du überlegst den Vollfeed zu deaktivieren??? Bitte nicht…

  8. Jacques sagt:

    Ich sehe ehrlich gesagt auch nicht so das Problem für den RSS-Vollfeed, aber vielleicht übersehen wir etwas?
    Es wäre auf jeden Fall für meinen sehr geschätzten quasi täglichen Konsum des Schockwellenreiters ein erhebliches Hindernis – wer will schon freiwillig raus aus seinem Feed-Reader :-)

  9. Ede sagt:

    Schließe mich Martin Z. an:
    Bitte die Tags beibehalten.

  10. Bernhard sagt:

    Volltext-RSS würde meinen RSS-Reader zum simplen Linkaufruftool verkommen lassen. Warum ist Volltext-RSS aufwendiger in einem statischen Prozess?

  11. Bernhard sagt:

    Fehlendes Volltext-RSS sollte es oben heißen…

  12. Andreas sagt:

    Bis auf ganz wenige Ausnahmen, haben ich keine RSS Feed, die nicht Vollfeed sind.
    Und grobe Tags sind schon eine ganz wichtige Sache.

    Bitte beibehalten.

  13. [...] Ideen zu einer World Markdown und den daraus resultierenden Überlegungen zu einem statischen Blog haben ja nicht nur das Ziel, mich und andere aus den Datensilos dieser Welt zu befreien, sondern [...]

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