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Nahverkehr können sie einfach nicht …

Zwei Meldungen der letzten Tage, die aufzeigen wie scheißegal den Politikern die Hälfte der Berliner Bevölkerung ist, die kein Auto besitzt:

  • Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) drohen mit Kürzungen und Streichungen von Bus- und Straßenbahnlinien, weil diese angeblich nicht ausgelastet seien. Unter Auslastung versteht die BVG vier Fahrgäste auf einen Quadratmeter — da reisen Sardinen bequemer.
  • In einer Qualitätsstudie des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) schnitt die Berliner S-Bahn erwartungsgemäß schlecht ab: »Im Jahr vier der andauernden S-Bahn-Krise ist es nicht erklärbar, warum das Unternehmen seine Probleme nicht endlich in den Griff bekommt.« Der S-Bahn-Chef reagierte wütend. Nicht auf seinen Betrieb wegen der schlechten Leistungen, sondern auf den VBB, weil dieser sie öffentlich gemacht hat.

Daher …

[Ceterum censeo]: bin ich nicht nur der Meinung, daß der Berliner Stadt­ent­wicklungssenator Michael Müller (SPD) als (politisch) Verantwortlicher für das Berliner Nahverkehrs-Chaos zurücktreten, sondern daß auch die gesamte Berliner S-Bahn wegen erwiesener und dauerhafter Unfähigkeit sofort entschä­di­gungslos enteignet werden muß. [Berliner Zeitung (wegen Leistungsschutz­recht­protest nicht verlinkt)]

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3 Kommentare

  1. Jens sagt:

    Privatisierung ist nicht so verkehrt, wenn es ehrlich zugeht… Ich lebe aktuell in einer größeren ukrainischen Stadt. Ohne Bus geht fast nichts und die meisten Linien sind in privater Hand. Das Beste: In JEDEM Bus fährt eine Kassiererin mit, Schwarzfahren praktisch unmöglich! Fahrten innerhalb der Stadt haben einen pauschalen Preis von ~20 Cent. Der Verdienst der Kassiererinnen ist zwar nicht sehr hoch, wenn man die Verhältnisse einbezieht bzw. umrechnet, wären diese auf alle Fälle über Hartz4-Niveau, man kann davon leben. Zumindest haben die Menschen einen Job und werden gebraucht, das wird ja aus psychologischer Sicht oft unterschätzt.
    Übrigens, die meisten Busse fahren seit eh und je mit Gas, daneben haben wir auch einige Trolleybuslinien.

  2. Alza sagt:

    So ein “großer” Gelenkbus ist knapp 20 m lang, und zugelassen, also Kapazität, für 158 Leute. Man schaue selbst, wie es bei “voller Kapaizität” aussieht, beachte, dass niemand dem Fahrer auf dem Schoß sitzt.
    Für die Praxiserfahrung bietet sich etwa der M41 im Berufsverkehr an. Ja, jener, der grad 20 Minuten nicht kam, und dafür dann drei auf einmal. und nein, nicht der dritte davon, der ist schrecklich leer, den muss man unbedingt kürzen!

  3. Schandmäulchen sagt:

    Das Problem ist nicht, daß sie keinen ÖPNV können. Das Problem ist, daß sie keinen ÖPNV wollen.

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