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Mein kleines Notizheft-Projekt, mir dem ich die Weltherrschaft erringen mich aus den Datensilos dieser Welt befreien will, nimmt langsam Formen an: Das Design — angelehnt, aber nicht nachgeahmt an Winers Worknotes — steht und die ersten Node Types habe ich auch schon fertig. Sie bestehen einfach aus je einem seaparaten Template und ein wenig CSS (in Winers World Outline sind sie im Prinzip ja auch nicht anders realisiert). Momentan schweben mir noch folgende Node Types vor:
- Blogpost — analog zu den Blogpost Node in der World Outline (Default, ohne Kommentare)
- Thread — analog zum Thread in der Word Outline eine Art Diskussionsforum zu einem Artikel (Kommentare von Disqus)
- Photo — ein Template zur Darstellung von Photos/Bildern
- Essay — ein Template für längere Texte
Bisher realisiert habe ich Blogpost und Thread, die anderen beiden werden in den nächsten Tagen folgen.
Damit wäre der erste Schritt abgeschlossen. Realisiert wurden diese statischen Seiten — wie angekündigt — mit RubyFrontier. Es sind simple Markdown-Dateien mit einem zusätzlichen Header, der u.a. den Seitentitel und den Node Type festlegt, streng getrennt von dem ganzen Layout drumherum und damit im Prinzip auch unabhängig von jeder Software. Bevor ich mich jedoch an einen Server wage, möchte ich erst noch Erfahrungen sammeln, die ich dann im zweiten Schritt nutzen werde, um eine statische Version des Schockwellenreiters zu realisieren. Denn das Schreiben von Markdown-Texten in einem vernünftigen Editor ist doch um so vieles angenehmer, als das Editieren von Blogposts im Browsertextfeld.
Eine nackte Version meines kleinen digitalen Notizbuchs werde ich am Wochenende unter einer MIT-Lizenz auf meinem Github-Account hochladen (die URL wird dann hier veröffentlicht werden).
Zum Thema »Flucht aus den Datensilos« gibt es von Dave Winer übrigens einen netten, aktuellen Beitrag: An open Twitter-like ecosystem.
























Finde ich spannend. Obwohl die Beschränkung auf statische Seiten natürlich alle Userkommentare wieder in ein Daten-Silo schmeisst
Die Userkommentare sollten also besser in einem eignen Kommentarsystem landen, dann gehört einem das Datensilo wenigstens.
@Andreas (und @Denis): Ich sehe dafür nur zwei Lösungen:
a) Die radikale Winersche: Der User kommentiert in seiner World Outline (seinem World Markup) und der Poster bekommt dies in seinem RSS-Stream (bei Winer River2) mit.
b) das von Denis angesprochene eigene Kommentarsystem. Ich kenne da aber nur als »fertiges« Produkt comment_rave, das aber schon seit zwei Jahren kein Update mehr erfahren hat. Wenn man allerdings den zusammenführenden Server doch mit web2py und nicht mit der App Engine (dann verschwänden die Kommentare ja doch wieder im Datensilo) erstellt, könnte man diesen auch als Kommentarsystem nutzen.
Ehrlich gesagt bevorzuge ich eigentlich eher die radikale, Winersche Lösung und Disqus ist nur ein Notnagel für die, die kommentieren, aber keine eigene World Outline / eigenen World Markdown betreiben wollen. Und die müssen dann leider im Datensilo bleiben.
Es gibt ein Kommentarsystem, das ist frei, seit Jahrzehnten erprobt(!) und hat jede Menge gut funktionierende Clients:
USENET
Das einzige was fehlt ist eine einfach zu implementierende Brücke zwischen web und NNTP. Und die Bereitschaft der Blogger, sowas wie das Usenet in Erwägung zu ziehen, denn im Usenet verschwindet die Bedeutung zwischen Blog und Kommentar – alles ist Kommentar. Damit verliert der “Blogger” aber seine Sonderstellung.
Ansonsten könnte man jetzt schon einfach für jedes Blog eine Gruppe innerhalb de.alt.* anlegen. Die Artikel darin müsste man dann nur mit dem Blog synchronisieren.
Oder man bietet ein neues Kommentarsystem an, das auch per nntp zugänglich ist. Die meisten Newsreader lassen die Konfiguration mehrerer NNTP-Server zu.
@Ingo: Leider ist das Usenet ebenfalls ein gigantisches Datensilo (das Archiv gehört zu großen Teilen Google).
Wie man das aber angehen könnte, wenn man denn wollte, hat Jon Udell schon Mitte der 1990er Jahren gezeigt: Er hat für die BYTE mit einer Handvoll selbstgestrickter Perl-Skripte Mail, NNTP und distributed HTTP eine Art Groupware zusammengezimmert. Nachlesen kann man das in seinem Buch Practical Internet Groupware. Building Tools for Collaboration
(O’Reilly 1999). Das Buch ist sehr zu empfehlen, es bietet noch heute für mich viele Anregungen und Ideen (und ist dementsprechend zerfleddert).