Wieder einmal kann ich die Links und Hinweise meines emailenden Dauertipgebers aus den Niederlanden nur en bloc abhandeln:
- Collections ist ein Mac-Client für Google Docs, der einen schnelleren Zugang auf die Dokumente dort verspricht. Da der Client den Löwen (MacOS X 10.7) voraussetzt, konnte ich das Teil nicht testen und ich bin mir unsicher, ob es mit Google Drive nicht überflüssig geworden ist.
- Wenn Ihr Euere WordPress-Installation sicher(er) machen wollt, das freie eBook Locking Down WordPress zeigt Euch, wie das geht.
- Tutorial: Converting a simple website to Python Flask. Wie das aussehen kann, zeigt dieses Blog, das von WordPress auf Flask umgestellt wurde.
- Pythonista bringt Python auf Euer iPad — und das für US-$ 4,99. Die Screenshots sehen gut aus, aber ich weiß nicht, wie groß der Sprachumfang ist, ob man zusätzliche Module installieren und nutzen kann etc. Daher meine Frage: Hat das Teil schon jemand von Euch da draußen getestet?
Es ist die Zeit des Sommerlochs und das Ungeheuer von Loch Ness ist in diesem Sommer (vermutlich, weil er bisher keiner war) noch nicht wieder aufgetaucht, daher ist es heute nur eine kleine Linkschleuder. Trotzdem hoffe ich natürlich, daß wieder für jeden von Euch etwas dabei ist. [Alle Links: Peter van I. per Email.]























Ich bin der Entwickler von Pythonista, kann also ein paar, wahrscheinlich nicht ganz objektive Kommentare dazu geben:
Grundsätzlich ist die App vielleicht eher mit einer Umgebung wie Processing, als mit einer IDE auf dem Desktop vergleichbar. Leider gibt es ein paar von Apple vorgegebene Einschränkungen für Programmier-Apps (die einen Interpreter enthalten); so ist es z.B. leider nicht möglich, File-Sharing oder Sync-Funktionen einzubauen, da Apple grundsätzlich verbietet, dass ausführbarer Code “heruntergeladen” wird (wobei die Definition von “herunterladen” so ziemlich alles außer Copy/Paste umfasst, also auch Dateiaustausch via iTunes).
Das betrifft natürlich auch die Nutzung von zusätzlichen Modulen. Grundsätzlich ist das möglich (via Copy/Paste), aber nicht unbedingt komfortabel.
Was den Sprachumfang betrifft: Die App basiert auf Python 2.7 (was derzeit noch verbreiteter als 3.x sein dürfte) und an Sprachfeatures geht alles, was auch anderswo geht. Wenn das Ziel also ist, die Sprache zu lernen, sollte alles nötige vorhanden sein, um z.B. die Lektüre eines Buches zu begleiten.
Die Standard Library ist recht umfassend enthalten, allerdings nicht komplett. Speziell im Netzwerk- und Datenbankbereich gibt es ein paar Lücken, die Basics, wie z.B. urllib, sind jedoch vorhanden (so dass es technisch betrachtet durchaus möglich ist, Code herunterzuladen und auszuführen, nur eben nicht als eigentlicher Teil der App). Ich habe vor, den Umfang der mitgelieferten Libraries in Zukunft noch weiter auszubauen.
Zusätzlich gibt es einige Module für Grafik, Animation, Multitouch, Zwischenablage usw., die ich speziell für iOS entwickelt habe, und die teilweise Analogien in Processing haben.
Das mag jetzt vielleicht insgesamt nach vielen Einschränkungen klingen, aber ich möchte vermeiden, dass falsche Erwartungen entstehen. Die App wird für professionelle Python-Entwickler_innen nie den Desktop ersetzen können, aber das ist auch gar nicht das Ziel. Auch eine Fingermal-App auf dem iPad ersetzt für einen Designer nicht Photoshop, aber sie kann einen anderen (vielleicht spielerischeren) Zugang zur gleichen Materie vermitteln.
Auch wer vielleicht weniger an kleinen Touch-Spielen (dem Hauptfokus der mitgelieferten Beispiele) interessiert ist, kann Pythonista problemlos als programmierbaren Taschenrechner, Regex-Tool, Passwort- oder Zufallszahlengenerator und einiges mehr verwenden – oder eben das Programmieren überhaupt erst für sich entdecken.
Hier gibt es noch ein recht ausführliches Review, das vielleicht interessant ist:
http://www.macdrifter.com/2012/07/pythonista-app-from-toy-to-tool/
Ich schicke auch noch einen Promo-Code zum Ausprobieren per Mail.
Danke für die ausführliche Antwort. Das mit einer Processing-ähnlichen IDE halte ich durchaus für sinnvoll. Ich werde mir das Teil unter diesem Gesichtspunkt genauer anschauen und es wird dann sicher auch in meiner Keynote zur PyCon 2012, wo ich etwas über Programmieren als Kulturtechnik? Über Hobbyprogrammierer, Gelegenheitsskripter und Python erzählen möchte. Ich glaube, zu diesem Thema könnte Pythonista gut passen.
Und hast Du schon mal überlegt, Pythonista auch für den Desktop tauglich zu machen? Nachdem Nodebox und Nodebox for OpenGL ja offensichtlich nicht mehr weiterentwickelt werden und Nodebox 2 in eine ganz andere Richtung läuft, wäre das vielleicht ein würdiger Nachfolger. (Ich weiß, ich bin unverschämt, aber ich mag eigentlich keine Programmiersprachen mit geschweiften Klammern und daher würde mir so etwas wie »Processing mit Python« sehr gut gefallen.)