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Körperverletzung an Kindern legalisieren?

Die Bundesregierung will die Beschneidungen von Kindern rechtlich regeln und weiter ermöglichen. Und Grüne und SPD stimmen dieser barbarischen Kindesmißhand­lung auch noch zu:

Religionsbedingte Beschneidungen bei Jungen dürfen in Deutschland nicht strafbar sein. […] Es kann nicht sein, daß Jahrtausende alte Traditionen von Millionen von Menschen auf diese Weise in Deutschland infrage gestellt werden.

So Sigmar Gabriel und Brigitte Zypries (beide SPD). Warum dann nicht gleich konsequenter sein? »Jahrtausende alte Traditionen« wie Sklaverei, Folter und Hinrichtung, aber auch das Abhacken von Händen, Nasen und Ohren aus religiösen Gründen sind erst kürzlich mit dem Aufkommen der Aufklärung und des Humanismus abgeschafft worden. War wohl nach Ansicht der SPD ein historischer Irrtum. Gehen wir also mit der geballten Front der etablierten Parteien den Weg zurück ins Mittelalter und in die Barbarei. [Tagesschau.de]

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16 Kommentare

  1. Vlad sagt:

    @Jörg,

    ich bin nicht immer deiner Meinung in Bezug auf Religionen und deren Gruppierungen, aber hierbei stehe ich mit 100% hinter dir.

    Im übrigen, hier ein Link zum Thema, “dass ganze ist doch harmlos”:

    Infant circumcision causes 100 deaths each year in US

    Im Endeffekt wird sich hierbei in den nächsten Monaten zeigen ob Deutschland auf dem Fundament der Verfassung aufgebaut ist oder ob religiöse Gruppen dieses Land führen.

  2. CyberPunk sagt:

    Hey, dann werden aber auch wieder die Fackeln und Heugabeln eingeführt mit denen wir dann den Bundestag stürmen können. ;)

    Aber davon abgesehen bin ich auch der Meinung das so etwas nicht erlaubt sein sollte. Wenn sich jemand aus religiösen Gründen beschneiden lassen möchte kann er das gerne tun, wenn er volljährig ist und selber darüber entscheiden kann.

  3. NetzBlogR sagt:

    Mit zweierlei Maß messen, können wir Deutschen schon ganz gut. Ich habe letztens eine interessante Gegenthese auf HR Info gehört:

    Da ging es darum, dass wir den Eingriff der Beschneidung als etwas total Schlimmes ansehen, weil man nicht in die Natur eingreifen sollte. Aber wenn sich schon 18-jährige Mädchen die Brüste vergrößern, die Nase korrigieren und fett absaugen lassen, dann ist der Eingriff in die Natur völlig in Ordnung.

  4. Jörg Kantel sagt:

    @NetzBlogR: Der Vergleich hinkt: Wenn jemand 18 und im Besitz der wichtigsten geistigen Fähigkeiten ist und meint, er müßte sich — weil es ihm das große heilige Spaghetti-Monster befohlen hat — Tattoos stechen, die Vorhaut vergrößern oder das Gehirn verkleinern lassen, dann geht das in Ordnung (wenn er von seinem eigenen Geld bezahlt). Aber Kleinkindern diese Barbarei aufzuzwingen, das ist etwas ganz Anderes.

  5. Manfred sagt:

    Zitat: “Es kann nicht sein, daß Jahrtausende alte Traditionen von Millionen von Menschen auf diese Weise in Deutschland infrage gestellt werden.”

    Wenn nicht von diesen Millionen, von wem denn dann? Wer zum Teufel entscheidet das denn, wenn nicht diese Millionen? Ein Herr Gabriel? Nur weil er so heißt wird er nicht automatisch zum Erzengel (den es übrigens gar nicht gibt sondern nur eine Erfindung des kranken menschlichen Geistes ist), der über uns zu richten hat.

    Wenn man mich fragt, Realsatire vom Feinsten. Mit dem was da in der Politik gerade läuft, kann nicht mal Titanic mithalten… So einen Schwachfug können die sich gar nicht ausdenken.

  6. Vlad sagt:

    @NetzBlogR: mit diesem sehr hinkenden Vergleich hast du dich selbst übertroffen. :-)

    Will sich jemand beschneiden lassen, dann kann er das machen sofern er selber darüber entscheiden kann. Hier geht es um Babys und Kinder, die keiner fragt ob sie das auch möchten.

  7. Sven sagt:

    Gegen die Beschneidung von Mädchen hat man sich auch gewehrt, und die fand noch nichtmal hier statt. Warum nicht auch gegen die Beschneidung von Jungen wehren? Das wäre doch Gleichberechtigung!
    Wer 18 ist, der darf sich gerne beschneiden lassen, die Brüste vergrössern oder sonstwas mit seinem Körper machen. Ist dann (meist) seine freie Entscheidung!

  8. Kinch sagt:

    Beschneidung von Jungen und Mädchen ist pauschal aber nicht wirklich gleichwertig.

    Wie auch immer: Unnötige, irreversible Eingriffe an Entscheidungsunfähige Menschen durchzuführen, ist nach meinem Verständnis von Recht auf Selbstbestimmung überhaupt nicht zu vereinen. Wo das Problem ist, mit der Beschneidung solange zu warten, bis der Betroffene alt genug ist, um es sich für sich entscheiden, erschließt sich mir überhaupt nicht.

    Das Thema hat mich aber doch ziemlich überrascht. Ich finde den Fall völlig offensichtlich. Aber gerade in Kreisen, wo Selbstbestimmung sehr hoch geschätzt werden (Feminismus etc) ist häufig eine Pro-Beschneidung anzutreffen, weil da viele der Meinung sei, es gäbe hier rassistische Motive eine Beschneidung abzulehnen. Bin doch sehr enttäuscht, muss ich sagen.

    Das die Bundesregierung hier auch Pro-Beschneidung ist verwundert mich auch nicht. Die hat ja auch das Schächten erlaubt. Diese Sonderrechte für Religionen, regen mich so langsam auf.

  9. Yir sagt:

    Mich würde interessieren, zu welcher größeren Schweinerei eine solche Erlaubnis unter dem Deckmantel freier religiöser Ausübung führen wird. Legalisierte, körperliche Züchtigung in christlichen Schulen? Steht ja schließlich auch in der Bibel als Erziehungsanweisung… ist natürlich reine Spekulation. In der Regel irre ich mich, und es kommt noch schlimmer.
    Sicher, freie religiöse Ausübung ist eine große, persönliche Freiheit in einem aufgeklärten Staat. Aber sie darf nicht dazu missbraucht werden, die Rechte abhängiger Dritter zu verletzen. Ein Staat, der das nicht nur duldet, sondern explizit erlaubt, ist auf dem besten Weg zu einem Gottesstaat.

  10. Moe sagt:

    Die APPD fordert doch seit Jahren die Rückverdummung. Endlich wird dieser Punkt auch mal von den etablierten Spaßparteien aufgegriffen!

  11. [...] ist Religion so was von out, das man den Grad gar nicht mehr auszudrücken vermag. Wenn Mitglieder der katholischen Kirche ungestraft als «Kinderficker» bezeichnet werden, kann man Juden und Muslimen ja wohl auch das Herumschnippeln am Schnippel [...]

  12. Wilhelm sagt:

    Ich möchte den Kommentar von Seven ausdrücklich unterstützen. Es kann nicht sein das in Deutschland Beschneidungen stattfinden. Hier sollte sich eine Grundsatz Frage heraus kristallisieren. Darf in Deutschland religöses Recht auf Tradition über staatliches Recht gestellt werden? Und aufgrund dieser Tradition eine bewußte Körperverletzung stattfinden?

  13. Da findet sich im Kotau vor religiösen Hardlinern eine Allparteienkoalition zusammen, die offenbar bereit ist alle Errungenschaften der Aufklärung über Bord zu schmeissen um des lieben Friedens willen. Wenn ich bedenke, aus welcher Zeit und aus welchem geistigen Umfeld dieses abrahamitische Bundeszeichen der Beschneidung stammt, schaudert es mich. Damit verbunden war die Ausrottung aller Unbeschnittenen, also zu deutsch Völkermord, Und das soll über unser Grundgesetz und die Menschenrechte gestellt werden? Ja sind die in Berlin den jetzt ganz jeck geworden? Wo bleibt der shitstorm gegen diesen Wahnsinn?

  14. Michael sagt:

    Interessant an dem ganen ist ja das man sich fuer das neue Gesetzt Zeit lassen will. Angeblich um es richtig zu machen, mein Verdacht ist aber das man hofft das heimlich still und leise durchdruecken zu koennen ohne das einer was merkt, in so 6 – 9 Monaten.

    Ich hoffe ja mal das in dem moment wo die das Gesetzt abnicken die Klagen nur so auf sie Einprasseln. Diese Einstellung von Merkel & Co ist schon recht widerlich.

  15. [...] des Rechtsstaates« an einer juristischen und rechtspolitischen Bewertung der Frage, ob der Staat Körperverletzung an Kindern legaisieren darf. In verfassungsrechtlicher Hinsicht muß deshalb […] die Frage gestellt werden, ob die [...]

  16. [...] auf Phoenix: Die Linke lehnt den Antrag, mit dem die Bundesregierung beauftragt werden soll, die religiös motivierte Körperverletzung an Kindern zu legalisieren, ab. SPD und Grüne hingegen wollen die Legalisierung dieses barbarischen und anachronistischen [...]

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