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Ich kenne keine Parteien mehr …

Schlag nach bei Marx …

ich kenne nur noch Sklaven des Finanzmarktes. Unter diesem Motto haben letzte Nacht Bundestag und Bundesrat in seltener Einmütigkeit den Europäischen »Rettungsschirm« ESM und den Fiskalpakt durchgewunken. So haben sie die Parlamente (und damit auch die Wähler) kalt entmachtet. Damit (und mit den am Freitag auf dem »Gipfel« beschlossenen Änderungen) können sich die zockenden Banken unter Umgehung der Parlamente ohne Umwege direkt vom Geld der Steuerzahler bedienen. Außerdem werden die Staaten — wieder unter Umgehung der Parlamente — auf Sozialabbau und öffentliche Kürzungen verpflichtet. Sarah Wagenknecht sagte gestern abend zurecht: Das ist ein kalter Putsch gegen das Grundgesetz:

Was das Handelsblatt über die Verstaatlichung des Energieversorgers EnBW geschrieben hat, gilt leider auch für die Europapolitik dieser Bundesregierung: Sie handeln wie Marionetten. Die Puppenspieler sind die Banker, und heraus kommen Verträge, mit denen die Bürgerinnen und Bürger über den Tisch gezogen werden, um die Vermögen der Reichsten zu retten und das Spielkasino Finanzmarkt am Laufen zu halten. Es ist schon bezeichnend, daß auf die gestrigen Gipfelbeschlüsse mit einem Kursfeuerwerk der Aktienmärkte reagiert wird.

Aber was stört es die abgehobenen Parlamentarier? Wider besseren Wissens ließen sich SPD und Grüne vor den Karren der internationalen Finanzmafia spannen, ließen zu, daß

Rentner, Beschäftigte und Arbeitslose für die Zockereien der Investmentbanker zahlen müssen.

Ich bin wütend! Ich bin sauer! Ich unterstütze die Verfassungsbeschwerde gegen Fiskalpakt und ESM und fordere einen Volksentscheid. Denn Europa braucht nicht weniger, sondern mehr Demokratie! Und die Linke hat sich mit ihrem gestrigen »Nein« zumindest bei mir wieder in die Liste der wählbaren Parteien gemogelt. Und die ist verdammt kurz, da SPD und Grüne schon vor geraumer Zeit herausgeflogen sind und Schwarz/Gelb für mich sowieso keine Alternative ist.

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9 Kommentare

  1. gerhardq sagt:

    Eine verdammt gute Rede.
    Ich kann nur hoffen, daß das Bundesverfassungsgericht diesen ESM-Pakt zwischen Politik und Hochfinanz stoppt. Aber wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Als Frau Merkel gewählt wurde, habe ich gesagt (und auch geschrieben), daß ich diese Frau für die gefährlichste Frau der Welt halte. Man hatte mich damals für verrückt erklärt. Heute bestätigt sich immer mehr, daß das Gefühl, das ich damals hatte, stimmt.
    Angela Merkel und ihre Vasallen wird nicht nur Deutschland erfolgreich ruinieren sondern ganz Europa. Und die Kettenreaktion, die daraus resultiert, wird die ganze Welt in einen Abgrund reißen.
    Leider bin ich nicht gewalttätig, denn sonst würde ich sie direkt beim Wort nehmen. Was mich übrigens immer wundert, die antisozialen Politiker oder Führer dieser Welt fallen äußerst selten einem Attentat zum Opfer. Die, die sich für ihre Mitmenschen und ihr Land einsetzen dagegen, wie Lincoln, Kennedy, nur um zwei zu nennen, werden ermordet.

  2. Schandmäulchen sagt:

    >> Ich bin wütend! Ich bin sauer!

    Das geht mir auch so – der Artikel gibt ziemlich gut wieder, was ich selbst dazu geschrieben habe. Allerdings kommt bei mir noch ein weiteres Gefühl dazu: Angst, nackte Angst. Denn wie lange kann das Kasino noch offen gehalten werden? Und wie ging die letzte Weltwitschaftskrise aus?

    Da muß man sich schon mal wieder an Georg Schramm und seine mutigen Worte vom Zorn erinnern, dem Zorn als Instrument zum Systemwechsel:
    http://www.youtube.com/watch?v=6DeCeV_DyZs

    Und Schramm zitiert John Maynard Keynes:

    Der Kapitalismus basiert auf der seltsamen Überzeugung, daß widerwärtige Menschen mit widerwärtigen Motiven irgendwie für das Gemeinwohl sorgen werden.

    Dem ist kaum etwas hinzuzufügen – außer vielleicht noch Jean-Jacques Rousseau:

    Ich hasse die Großen, ich hasse ihren Stand, ihre Härte, ihre Vorurteile, ihre Kleinlichkeit und alle ihre Laster, und ich würde sie noch weit heftiger hassen, wenn ich sie weniger verachtete.

  3. [...] 43. Selbstständig im Netz (Sachsen-Anhalt/Gräfenhainichen/184) 44. Arbeit 2.0 (Berlin/212) 45. Der Schockwellenreiter (Berlin/215) 46. theorieblog.de (Berlin/217) 47. AMY&PINK (Berlin/227) 48. Wikimedia [...]

  4. byrd sagt:

    Erst wenn das Land voellig ausgemerkelt am Boden liegt, werdet ihr merken, dass Ihr die falsche Partei gewaehlt habt. war mein Kommentar, als Merkel Schroeder abgeloest hat. nicht dass ich viel Hoffnung gehabt haette, Schroedr mache es viel besser. vielleicht anders schlimm, wir werden es nie erfahren …

  5. Jane sagt:

    Wut ist gut. Aber sie muss in Aktion umgewandelt werden. Venceremos!

  6. [...] [text] interessanter gedankengang zu euro-krise. ich kenne keine parteien mehr (schockwellenreiter) [...]

  7. wof sagt:

    Hans Olaf Henkels Meinung im Interview: Die Banken müssen verstaatlicht werden! Steht also der Beitritt Henkels zu den Linken an, nachdem die FDP ihn nicht mag?

    http://www.youtube.com/watch?v=Efl7hHKrIWM

  8. [...] halt vor. Das ist es nur zu verständlich wenn der Schockwellenreiter den folgenden Satz prägt: Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Sklaven des Finanzmarktes. Die stets lesenswerte Sargnagelschmiede gibt in diesem Zusammenhang auch noch einen anderen [...]

  9. bombjack sagt:

    Für Merkel: “Mission Accomplished” könnte man sagen….denn Sarah Wagenknecht sagte ziemlich unverblümt was Sache ist:
    [...]
    Wer von dieser Umverteilung tatsächlich profitiert, kann man in Griechenland deutlich sehen. Zu Beginn seiner vermeintlichen Rettung hatte Griechenland 300 Milliarden Euro Schulden, die von Banken, Hedgefonds und vermögenden Privatanlegern gehalten wurden. Heute hat Griechenland 360 Milliarden Euro Schulden, aber für 300 Milliarden davon haften jetzt die europäischen Steuerzahler. An diesem Beispiel sieht man übrigens auch, was mit den vermeintlichen Hilfsgeldern passiert. Sie gehen nicht an griechische Rentner, sondern an die europäische Finanzmafia.
    [...]

    oder anders ausgedrückt: Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren….daher das zögern eine Mrs. Merkel, denn der Schuldenschnitt für Griechenland wird kommen, nur inzwischen haben halt die Bänker und Co. die Chance genutzt ihre Schäfchen ins Trockene zu bekommen…..und bei Spanien, Portugal, Italien usw. läuft es nach dem gleichen Schema…..

    bombjack

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