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Hetzende Arschlöcher

Ich gestehe, ich mag die meisten Kolumnen von Mely Kiyak in der Berliner Zeitung nicht. Ich empfinde sie oft als langweilig und nichtssagend. Aber in einem Beitrag zu Thilo Sarrazin und seinem Auftritt bei Jauch hatte sie sich deutlich positioniert und das gab den rechtsextremen Armleuchtern von Politically Incorrect (PI) — verlinkt auch doch selber, ihr Schlöcher — und ihrer leserbriefschreibenden Gefolgschaft den Vorwand, sie zu diffamieren, zu bedrohen, zu beleidigen und zu verunglimpfen:

Was fällt dieser Kurdenschnecke eigentlich ein, deutsche Staatsbürger zu beleidigen.

Die Drecks-Türkenschlampe soll sich bloß aus Deutschland entfernen, sonst schlagen wir sie tot. Raus mit dem fremdvölkischen Ungeziefer aus Deutschland …

An der Hetze gegen Frau Kiyak beteiligten sich übrigens nicht nur die üblichen Verdächtigen wie die oben erwähnten PI und deren weichgespülten Nachahmer von der Achse des Guten (Cora Stephan und der ehemalige Linkspornograph Henryk M. Broder — ach wäre er doch bloß Pornograph geblieben), sondern auch das Zentralorgan des Sarrazinmilieus aus Wilmersdorfer Witwen und Zehlendorfer Zahnärzten, der Tagesprügel, und natürlich Springers Welt und BLÖD.

Ich erkläre hiermit ausdrücklich meine Solidarität mit Frau Kiyak und bitte Euch, dies in Euren Blogs, Foren und sozialen Netzen ebenfalls zu tun. Wehret den Anfängen! [Berliner Zeitung]

[Nachtrag]: Und ich will nicht vergessen, daran zu erinnern, daß der Hobbygenetiker und -eugeniker Thilo Sarrazin immer noch ordentliches Mitglied der SPD ist.

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13 Kommentare

  1. Frank Heinze sagt:

    Frau Kiyak gab keinen Vorwand, sondern einen Anlass. das ist ein gewaltiger Unterschied, Herr Kantel. Frau Kiyaks Wortwahl ließ in diesem Fall auf geistesverwandschaftliche, menschenverachtende Züge gleich denen ihrer jetzigen Kritiker schließen.

  2. Frank Heinze sagt:

    Gedankenexperiment: Innenminister Herrmann bezeichnet Schäuble als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“

    Und jetzt?

  3. Frank Heinze sagt:

    Na, Herr Kantel, mit Kritik habe Sie es auch nicht so, oder? Hauptsache wutbürgerlich emotional abhausen..

    Meditation hilft in solchen Fällen, die Mitte wiederzufinden! Wissen Sie: Wenn ich das Wort “Hetze” lese, dann schalte ich als erstes mein Großhirn ein.

    Und dann fällt mir spontan ein Zitat ein: “diese lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur.”

    Besser hetzen mit Kiyak, kann man da nur sagen. PI hin oder her.

  4. Frank Heinze sagt:

    Lesetip: “Die kritische Journalistin Mely Kiyak steht mir politisch nahe, anders als der menschenverachtende Populist Thilo Sarrazin. Umso mehr tut es weh, wenn eine Mely Kiyak zur menschenverachtenden Populistin auf Stammtisch-Niveau verkommt.”

    http://chronisch-leben-alltag.blogspot.de/2012/05/diffamierung-von-behinderten-ist.html

  5. Huflaikhan sagt:

    Ich erkläre mich in dieser Sache auch solidarisch.

  6. Schließe mich ebenfalls an und verbreite das Wort!

  7. glamorama sagt:

    Die Sache beweist, wie prächtig die Sarrazin’sche Saat auf dem Boden von Springer-Presse und rechten Stammtisch-Foren gedeiht. Dazu fallen mir zwei Sachen ein: Die eine ist Konstantin Weckers “Willy” und die andere ein Zitat von Karl Popper:

    “Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.”

  8. Huflaikhan sagt:

    Was mich jetzt wundert, nach Lektüre von Welt und Tagesspiegel: Wieso ist eigentlich ein Buch von Sarrazin so unbedingt einer kritischen Lektüre bedürftig. Es gibt so viel Literatur, die eine Rezension eher bedürftig wären, weil sie von Fachleuten geschrieben wurden und die liegen brach, weil immer so ein “Promi” dazwischen funkt. Leider ist das mit fast allen Politiker-Büchern so. (Mal davon abgesehen, dass nur wenige sie auch selbst schreiben, wie auch, wenn man so viel zu tun hat.) Einen Roman von Sarrazin hielte ich dagegen für zumindest überdenkenswert, wenn er sich zu netten Kurzgeschichten herablassen könnte, wäre es toll, und ein begleitendes Blog könnte man auch noch mitnehmen.

    Das letzte Buch über das ich mich so geärgert habe, war das über den “Kulturinfarkt” einer Vierergruppe. Das schlug auf mit einer PR-Welle ohne Gleichen (jedenfalls für den Bereich Kultur). Und dann liest man rein und ist nur noch enttäuscht.

  9. Frank Heinze sagt:

    Ah, Danke. Ich nehme meine Kritik bez. Nichtveröffentlichen von kritischen Kommentaren zurück. Nun sind sie ja doch online.
    Falls es nur ein technisches Problem war, bitte ich um Entschuldigung. Hätte aber schon gerne eine Antwort, wie Herr Kantel die Äusserung Frau Kiyaks beurteilt. Ganz konkret:

    Gilt die Menschenwürde nur für Menschen, deren politische Meinung man teilt?

    Und ganz egal, ob Sarrazin nun aus Krankheitsgründen behindert ist oder nicht!

  10. Jörg Kantel sagt:

    @Frank Heinze: Auf einen groben Klotz gehört nun manchmal ein grober Keil — und das hat überhaupt nichts mit Menschenwürde zu tun. Hier geht es um Thilo Sarrazin und nicht um kranke Menschen im Allgemeinen.

    Und was die (Nicht-) Veröffentlichung Deiner Kommentare angeht: Kommentare werden hier moderiert. Einmal freigeschaltete Kommentatoren werden in der Regel sofort (das heißt ohne weitere Moderation) veröffentlicht (es sei denn, sie wechseln die IP-Adresse oder ihre Email oder der Bayes-Filter meint, daß die Inhalte verdächtig seien), leicht zu interpretierende Kommentare schalte ich auch schon mal von unterwegs mit meinem iPhone frei, andere müssen eben warten, bis ich wieder vor einem richtigen Rechner sitze und die Angaben überprüfen kann.

  11. Frank Heinze sagt:

    @Jörg Kantel,

    Sie sind vermutlich auch Mitglied der Giordano-Bruno-Stiftung?
    Ich bin es und bezeichne mich ebenfalls als Atheisten und Humanisten.

    Genau deswegen würde es mir nicht im Traum einfallen, beispielsweise *mutmaßliche* Antidemokraten und Antihumanisten wie Papst Benedikt oder Pierre Vogel oder Großayatollah Fazel Lankerani als “lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur” zu bezeichnen.

    Kritik muss immer am den Äusserungen und Handlungen einer Person
    ansetzen, egal welche groben Klötze man bearbeiten will. Ich kann sagen: “Islamofaschismus”, aber nicht: Muslime sind Nazis. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Adonis, ein arabischer, sozialistischer Dichter brachte es neulich auf den Punkt:
    “Es gibt keinen moderaten Islam. Moderate Muslime, ja, aber einen moderaten Islam? Nein.”
    http://www.profil.at/articles/1206/560/318878/syrien-ich-opposition

    D.h. man muss immer deutlich zwischen Weltanschauung und deren Träger unterscheiden. Sarrazins Weltbild unterwirft die Gemeinschaft den Regeln der kapitalistischen Verwertung, er selber ist eine “Charaktermaske” im Marxschen Sinn. Seine persönlichen Eigenschaften sind für eine Debatte völlig irrelevant. Wer sich (wie Kiyak) anhand des Phänotyps an Menschen abarbeitet, muss sich den Vorwurf des Rassismus gefallen lassen.

  12. Christian sagt:

    Gibt btw eine seite dafür http://istsarrazinnochinderspd.de/ Kannst du ja beim nächsten mal verlinken ;-)

  13. [...] Die Wortwahl in Bezug auf Sarrazin ist wahrlich nicht schön und hätte besser niemals das Licht der Welt erblickt; aber man darf auch nicht vergessen mit welchem Hass und welcher Vehemenz der rechte Rand insbesondere gegen engagierte und teilhabende Minderheiten hetzt sobald sie sich in die Öffentlichkeit “wagen”. PI beispielsweise tituliert Frau Kiyak mit folgenden Worten: Was fällt dieser Kurdenschnecke eigentlich ein, deutsche Staatsbürger zu beleidigen. Die Drecks-Türkenschlampe soll sich bloß aus Deutschland entfernen, sonst schlagen wir sie tot. Raus mit dem fremdvölkischen Ungeziefer aus Deutschland … (zitiert nach dem Schockwellenreiter, weil ich wirklich nicht auf PI verlinken will) [...]

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