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Hütet Euch vor Liberalen

Hütet euch vor Liberalen,
Jene blassen, jene fahlen,
Die in Zeitung und Journalen
Philosophisch sich ergehn:
Aber bei des Bettlers Schmerzen
Weisheitsvoll, mit kaltem Herzen
Ungerührt vorübergehn.

FDP blockiert Hilfen für Schlecker-Mitarbeiter. Was? Die FDP? Diese kleine, neoliberale und marktradikale Splitterpartei mit einem Wählerpotential unter der Wahrnehmnungsgrenze spielt mit dem Schicksal tausender ehemaliger Schlecker-Mitarbeiterinnen? Jagt sie endlich aus den Parlamenten und schickt sie dahin, wo sie hingehört: In die Bedeutungslosigkeit. [Spiegel Online]

[Update]: Auch die Süddeutsche spricht in ihrem Kommentar von unfähigen Politikern — besonders aus der FDP: Unfähig, kalt, liberal.

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15 Kommentare

  1. HolgerG sagt:

    Hauptsache die Banken sind gerettet.

  2. Ben sagt:

    Wieso sollten die Leute die bei Schlecker ihren Job verlieren eine Sonderbehandlung bekommen gegenüber Leuten die bei anderen Firmen ihren Job verlieren? Sorry, aber das ist doch haarsträubend! Vor ein paar Monaten noch war Schlecker ein böser, asozialer Konzern der seine Mitarbeiter ausbeutet, ausspioniert und haste nicht gesehen. Und heute wird der FDP vorgehalten, dass sie asozial sei, weil sie nicht einsieht, diese Firma zu retten, welche sich komplett selbstverschuldet in diese Situation gebracht hat? Sorry, aber die Lage so zu beurteilen ist absolut heuchlerischer Unsinn. Die Sonderrettungsgesellschaft für Schlecker abzulehnen ist absolut korrekt und auch sozial, weil man da eben das Prinzip “gleiches Recht für alle” verteidigt.

  3. nummer sagt:

    @Ben: Richtig. Gleiches Recht für alle! Mit diesem Satz im Hinterstübchen lies bitte nochmal den ersten Kommentar.

  4. Jörg Kantel sagt:

    @Ben: Es ging hier nicht darum, Schlecker zu retten, sondern es ging um eine Auffanggesellschaft, um den ausscheidenden Mitarbeitern einen durch Qualifizierung oder Beschäftigung (z. B. im Rahmen der Zeitarbeit bzw. Arbeitnehmerüberlassung) übergangslosen Austritt aus dem Unternehmen und (Wieder-) Eintritt in ein anderes Unternehmen im ersten Arbeitsmarkt zu gewährleisten. Das ist etwas anderes.

  5. Ben sagt:

    @ nummer: Du vergleichst da Äpfel mit Birnen. Zum Einen kann man (muss man aber nicht!) sagen, dass Banken für die Volkswirtschaft weit wichtiger sind als Schlecker. Zum Anderen kann man (muss man aber auch nicht!) sagen, dass Banken eben durch eine Systemkrise in Probleme geraten sind, während Schlecker wirklich komplett selbstverschuldet pleite gegangen ist. Davon mal abgesehen bleibt aber auf jeden Fall zu sagen: Nur weil man an der einen Stelle einen Fehler macht, ist das längst noch nicht eine Rechtfertigung dafür woanders bewusst einen Fehler zu machen! Und das wäre eben ein Fehler. Wenn der kleine Inhabergeführte Laden an der Ecke pleite geht, gibt es auch keine Auffanggesellschaft, genauso wie es die nicht gibt, wenn sich die x-te Subway-Filiale sich nicht trägt und wieder schließen muss. Da muss das allgemeine System zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt einfach reichen. Und wenn das nicht reicht, dann muss man eben dieses Gesamtsystem überarbeiten und nicht mit Sonderauffanggesellschaften kosmetisch einen Schein wahren, weil es sich gerade populistisch so schön anbietet.

  6. Jörg Kantel sagt:

    @Ben: Ich merke schon, der Begriff »Solidarität« ist aus der Mode gekommen.

  7. Ben sagt:

    @ Jörg: Was soll denn bitte daran solidarisch sein den Mitarbeitern von Schlecker hier eine Sonderbehandlung zukommen zulassen? Im Gegenteil, das ist doch sogar asozial, wenn man sie besser behandeln würde als Leute die bei anderen Firmen unverschuldet ihren Arbeitsplatz verlieren!

  8. Christoph sagt:

    Solidarität wird nicht durch eine Auffanggesellschaft für Schlecker-Mitarbeiter hergestellt, denn diese Art Solidarität gibt es für so viele andere Angestellte auch nicht. (bsp. Handwerk 2009: ca. 1 Mill. Betriebe mit 4,7 Mill. Beschäftigte: wer fängt da was auf, wenn ein Betrieb pleite geht oder kein Nachfolger gefunden wird?). Eine Spezial-Solidarität wäre ja ein innerer Widerspruch, oder?
    Die betrauerte mangelnde Solidarität und die Schicksale der Schlecker-Mitarbeiter werden hier lediglich instrumentalisiert, weil das gegen die FDP verwendet werden kann. Das ist das argumentative Niveau von Politikern, die am nächsten Tag eine neue Sau durchs Dorf treiben, schade. Die Kritik an der FDP mag prinzipiell gerechtfertigt sein, aber wer die fehlende Solidarität so vermisst, der sollte sich auch darum kümmern oder wenigstens auch dann beklagen, wenn es um kleinere Mengen von Einzelschicksalen geht und nicht nur, wenn man der FDP eins auswischen kann.

  9. Jörg Kantel sagt:

    Warum müssen sich eigentlich die letzten beiden treuen FDP-Wähler Deutschlands ausgerechnet in den Kommentarspalten meines kleinen linksradikalen Blogs austoben.

  10. Ben sagt:

    @ Jörg:
    1. kann ich dir garantieren, dass es weit mehr als zwei verbliebene FDP-Wähler in Deutschland gibt.
    2. lese ich deinen Blog schon seit mehreren Jahren.
    3. ist Christoph scheinbar gar kein treuer FDP-Wähler. Es geht hier um die Sache! Die Kritik an der FDP ist an dieser Stelle absolut nicht gerechtfertigt, egal wie man ansonsten zu ihr steht.

  11. name sagt:

    Ich finde das Solidarität ein seltenes Gut geworden ist.

    Aber der Steuerzahler ist es einfach leid für jeden bullshit den die “Verantwortlichen” verzapfen den Kopf hinzuhalten und dies hat sich nun bei Schlecker entlanden.

    im Grunde bin ich dafür, dass jede Firma und jeder Angestellte da selber drauf achten muss was er macht. Wir als Staat können nicht jedem Hans über die Straße helfen.

  12. FF sagt:

    Die Schlecker-Arbeitssklaven gehören halt nicht zur Klientel der Möwenpick-Partei. Zu den Großspendern der entgleisten Zwergpartei gehör(t)en sie wohl auch nicht. ;-)

    Wenn Schlecker wenigstens ‘ne Bank wäre, ein Hotelier, Zahnwalt oder Apotheker – jaaa, dann sähe die Sache natürlich anders aus.

    Und bis zur Landtagswahl in NRW dauert’s auch noch ein bißchen…

    Tröstlich ist da nur eins: die ganzen FDP-Spacken und ihre restlos merkbefreiten Fanboys werden bald in der Hölle schmoren.

    Dort werden sie dann über offener Flamme geröstet und müssen sich gegenseitig die “Dissertationen” von Koch-Mehrin, Chatzimarkakis, Djir-Sarai und Margarita Mathiopolous vorlesen. Ferner: alle “Reden” von Guido Westerwelle und alle “Witze” von Philipp Rösler auswendig lernen…

  13. gerhardq sagt:

    Nur zur Klarstellung, die Bankenkrise wurde von den Banken selbst verursacht.
    Nur weil unsere Politiker korrupt und mit der Finanzwirtschaft verbandelt sind, sind die nicht reihenweise insolvent geworden. Nur zur Information, alle deutschen Großbanken sind seit 2008 im Grunde pleite, nur durch geheime staatliche Hilfen in Form von Steuergeldern und einer mafiösen Bilanztrickserei existieren sie noch. Bei jeder normalen Kapitalgesellschaft würden die Chefs im Knast sitzen, wenn sie die Bilanztricks der Banken nutzen würden.

    Bei den Banken werden die Verantwortlichen ja nicht zur Verwantwortung gezogen, während bei Schlecker der Inhaber mit seinem gesamten Vermögen haftet. Aber wahrscheinlich hat er nicht die richtigen Leute in Berlin geschmiert. Vielleicht hilft es, wenn mal jemand mit einem schwarzen Koffer bei Herrn Rösler vorbeigeht und diesen vergißt?

    Das Dumme wird nur sein, daß die Kosten durch die jetzige Lösung wahrscheinlich höher sein werden als die der Auffanggesellschaft. Es müssen so oder so Steuergelder in die Hand genommen werden, um die Kosten der Entlassungen für die Gesellschaft aufzufangen.

  14. Oliver sagt:

    Glaubt nicht, dass es dem Insolvenzverwalter mit der Beschaftigungsgesellschaft um die Schlecker-Angestellten geht. Wenn die eingerichtet wird und die Angestellten dort hingehen, verzichten sie auf jegliche arbeitsrechtliche Ansprüche gegen Schlecker. Dann kann er den Rest von dem Laden besser verkaufen. Schließlich sind Ex-Angestellte, die vor’s Arbeitsgericht ziehen ein Investitionsrisiko.

  15. Schandmäulchen sagt:

    Schon das tagelange öffentliche Tauziehen um diese Transfergesellschaft war eine unglaublich instinktlose Zumutung für die nun ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen. Die Frage ist nun, wem diese Transfergesellschat tatsächlich am meisten nutzt – und das sind aus meiner Sicht nur sehr bedingt die Verkäuferinnen.

    Eher die Inhaber von Qualifizierungsgesellschaften – da hat sich längst eine ganze Industrie gebildet, die von dem Geschäft mit der Arbeitslosigkeit lebt. Oder der Insolvenzverwlter, der die Reste der Bude besser verscherbeln kann, wenn von den ehemaligen Mitarbeitern keine Klagewelle droht, weil die beim Übergang in eine Transfergesellschaft wichtige Rechte aufgeben. Unter anderem unterschreiben die nämlich einen Aufhebungsvertrag, haben also keinen Anspruch auf eine Abfindung.

    Wenn diese 70 Millionen Euro nicht in eine Transfergesellschaft, sondern direkt in Abfindungen für die Mitarbeiter geflossen wären, hätte ich diese Bürgschaft der Länder mit Sicherheit befürwortet.

    Aber gerade, was die Rechte der Mitarbeiter betrifft, hat die FDP mit der Ablehnung der Transfergesellschaft Recht. Auch wenn sie dafür jetzt von allen Seiten Prügel bezieht.

    Im übrigen bin ich der Meinung, daß dem gesamten Schleckerclan der Ar*** weggepfändet gehört – dann wäre auch genug Geld für die Angestellten da!

    Und noch eine Bemerkung: ich habe mit der FDP absolut nichts am Hut, und habe diese Partei auch nie gewählt (und habe das auch nicht vor). Ich bin weder Hotelier noch Arzt oder Apotheker, sondern einfache Angestellte. Und außerdem Wähler der Linkspartei.

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