Während in Berlin gestern mal wieder der ÖPNV im Osten und Norden weitestgehend lahmgelegt wurde, geht die estnische Hauptstadt neue Wege und führt einen Flatrate-ÖPNV ein. Die gut 400.000 Bürger und die Besucher Tallinns sollen Busse und Straßenbahnen künftig ohne Fahrschein nutzen können.
Anlaß für das Vorhaben ist ein massiver Rückgang in der Nutzung von Bussen und Bahnen und ein gleichzeitiger starker Anstieg des Autoverkehrs und der Straßenverstopfung. Während 2001 noch ein knappes Drittel der Tallinner öffentliche Verkehrsmittel nutzte, um zu Arbeit zu kommen, greift heute nur mehr ein gutes Fünftel darauf zurück. Alleine zwischen 2010 und 2011 sank die Zahl der Fahrgäste um 13 Prozent. Dieser Entwicklung soll die neue Flatrate Einhalt gebieten.
Das ist doch mal ein mutiger Schritt, der der deutschen Hauptstadt auch gut anstünde. Aber nein, hier denkt man ja nur in neoliberaler Privatisierungswut und spart den ÖPNV kaputt, während man gleichzeitig über Straßenverstopfung und Luftverschmutzung jammert. Aber neue Autobahnen bauen will, die für noch mehr Straßenverstopfung und Luftverschmutzung sorgen werden. Daher
[Ceterum censeo]: … bin ich nicht nur der Meinung, daß der Berliner Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) als (politisch) Verantwortlicher für das Berliner S-Bahn-Chaos zurücktreten, sondern daß auch die gesamte Berliner S-Bahn wegen erwiesener und dauerhafter Unfähigkeit sofort entschädigungslos enteignet werden muß. [Telepolis News]






















