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Anatol Stefanowitschens Gespür für Schnee

Schnee (Photo (cc): Gabriele Kantel)

Über die unerträgliche, kulturimperialistische Arroganz des Anatol Stefanowitsch hatte ich mich ja auch schon reichlich aufgeregt, hier ist aber jemand sichtlich genervt und hat ihm den Fehdehandschuh hingeworfen. Sehr unterhaltsam …

Ich selber bin ja eher ein Fan der umgekehrten Sapir-Whorf-Hypothese,

Als die Eskimos feststellten, daß sie so viele Wörter für Schnee kannten, beschlossen sie, nach Norden zu ziehen.

denn sie ist genau so wissenschaftlich, wie die Aussagen des Herrn Stefano­witsch. Alles andere ist Schnee von Gestern. [wirres.net]

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4 Kommentare

  1. erz sagt:

    Ne du, bei der Arroganz gebe ich dir ja gern noch Recht, aber inhaltlich hat der Stefanowitsch ganz klar die Wissenschaft auf seiner Seite. Das Thema der 100 Worte für Schnee ist selbst ein übelstes Trollspielfeld, verseucht von Kulturchauvinismus und Exotismus, da kann ich zumindest erahnen, warum A.S. so indigniert rumpestet. Nicht zuletzt möchte sich mit dem von dir verlinkten Beitrag ja jemand auf Kosten Herrn Stefanowitschs qualifizieren, da wär ich auch angepisst. Vor allem, weil ich den Beitrag auch für ziemlichen Unfug halte. Da musst du den Linguisten mal ein wenig “benefit of the doubt” schenken, dass sie sich in ihrer Disziplin tatsächlich ein wenig genauere Erkenntnisse erworben haben, als es die instinktive Beherrschung und Beurteilung von Sprache aus Sicht des Laien hergibt.

  2. A.S. sagt:

    Die „umgekehrte Sapir-Whorf-Hypothese“ ist genial! Wenn ich darf, würde ich die bei Gelegenheit gerne weiterverwenden (natürlich mit Quellenangabe).

    Und ausgerechnet vom Schockwellenreiter Arroganz vorgeworfen zu bekommen, ist auch immer ein Vergnügen voll feiner Ironie. Den Kulturimperialismus sehe ich hier allerdings eher bei denen, die gegen jede Evidenz darauf beharren, dass die Eskimos ungewöhnlich viele Wörter für Schnee haben. Denn dahinter steckt nicht anderes als die romantisierende Vorstellung vom naturverbundenen Wilden, der den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat als sich über seine unmittelbare Umgebung zu unterhalten (weitere Varianten dieses Mythos sind die 200 Wörter für Grün bei den indigenen Völkern des Amazonasbeckens, die 200 Wörter für Reis bei den Khmer, den 200 Wörtern für Pferd bei den ungarischen Reitervölkern usw.). Im vorliegenden Fall ist der Mythos allerdings so gründlich widerlegt, dass es selbst der Verfasser des oben verlinkten Textes das wissen dürfte. Wer es wirklich noch nicht mitbekommen hat, kann es hier noch einmal in aller Ruhe nachlesen:

    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachmythen/2012-03-22/unter-schneeblinden

    Den Fehdehandschuh hingeworfen? Nein, er reitet eher (um bei der ritterlichen Metaphorik zu bleiben) ein totes Pferd.

  3. Jörg Kantel sagt:

    Die umgekehrten Sapir-Whorf-Hypothese ist nicht von mir, ich habe sie auch nur geklaut. Daher bestehe ich auch nicht auf eine Quellenangabe. ;o) Ich glaube, sie stammt von John L. Casti (Verlust der Wahrheit, München 1990), aber sicher bin ich mir da nicht wirklich.

  4. [...] Leser des Schockwellenreiters wissen, daß ich mit einigigen Beiträgen, die Anatol Stefanowitsch in seinem Sprachlog verzapft, so meine Probleme habe, das es auf der [...]

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