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Zensur oder Spamschutz?

Dosenfleisch Wer zu lautstark auf Facebook-Seiten demonstriert, dem droht die Löschung wegen Spam: Tierschützer hatten auf den Facebook-Seiten von Fußball-Sponsoren gegen angebliche Hundetötungen in der Ukraine hingewiesen — dafür gab es eine Verwarnung von Facebook. Ich stimme in diesem Fall der Auffassung von Facebook zu. Mir gingen die massiven EM-Boykottaufrufe in der letzten Zeit auch auf die Nerven. Vor allem, da ich keine seriöse Quelle finden konnte, die die angeblichen massenhaften Hundetötungen bestätigte. Scheint sich also um einen HOAX zu handeln. [Spiegel Online]

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18 Kommentare

  1. Jörg Kantel sagt:

    ???? Wie unterscheidet er sich von meinem Link?

  2. Ben sagt:

    Was meinst du damit, dass du keine seriöse Quelle finden konntest? Ich meine, alle möglichen Zeitungen und sonstige Medien berichten da schon seit Wochen darüber!?

  3. Jörg Kantel sagt:

    @Ben: Dann nenn mir doch nur eine halbwegs seriöse Quelle. Vielleicht lese ich ja auch nur die falschen Zeitungen.

  4. Ben sagt:

    Was ist für dich eine seriöse Quelle? Also wenn ich mal eine Suchmaschine bemühe finde ich Berichte bei der TAZ, der Welt, der Süddeutschen… Sind natürlich nicht alles blütenreine Medien, aber falsche Fakten behaupten die in der Regel nicht über mehrere Wochen hinweg… Zudem habe ich auch schon entweder bei arte Reportage, arte Journal, NDR Zapp oder ARD Weltspiegel mindestens einen, wenn nicht gar mehr Berichte gesehen. Und die behaupten auch in der Regel nicht etwas ohne es entsprechend recherchiert zu haben oder stellen es wenn dann richtig, wenn sie was falsches berichtet haben. Ich finde ich entsprechende Aufnahmen aber leider nicht mehr. Könnte an der Depublizierungsstrategie liegen und dass es schon mindestens zwei Wochen her ist, dass ich den Beitrag/die Beiträge gesehen habe.

  5. Torsten sagt:

    Hier ein taz-Artikel, der sich aber, ich nehme mal an, absichtlich, nicht allzu festlegen will: http://taz.de/Vor-der-Fussball-EM-2012-in-der-Ukraine/!82492/

  6. Jörg Kantel sagt:

    Na, als Beleg für die behaupteten massenhaften Hundetötungen taugt er aber auch nicht wirklich …

    (»Glaubt man den Horrormeldungen, die Tierschutzorganisationen in den letzten Monaten immer wieder an die Presse gegeben haben, muss der Straßenköter Glück gehabt haben. Von wahren Tötungsorgien ist die Rede, wenn es um Straßenhunde in der Ukraine geht. Für die EM im nächsten Jahr soll das Land von ihnen gesäubert werden, heißt es«)

  7. Ben sagt:

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/skandal-im-em-gastgeberland-ukraine-hundemassaker-im-namen-des-fussballs-1.1198005

    http://www.taz.de/!82492/

    http://www.welt.de/sport/fussball/em-2012/article13707457/Gezielte-Toetung-von-Strassenhunden-in-der-Ukraine.html

    Okay, die Berichte von Süddeutsche und TAZ sind jetzt recht neu, aber der von der Welt schon über zwei Wochen alt. Und hinzu kamen halt Berichte bei Sendungen wo die redaktionelle Arbeit eigentlich recht gut ist. Und nein, ich gehöre nicht (mehr) zu denen, welche blind den Tierschutzorganisationen glauben. Da empfehle ich zum Aufwachen z.B. den Film “your mommy kills animals”, auch kostenlos verfügbar unter http://yourmommykillsanimals.com/ .

  8. Torsten sagt:

    Das wollte ich damit zum Ausdruck bringen. Ich bin zumindest vorsichtig, was diese FB-Welle angeht und erwarte demnächst die ersten Schlagtot-Kommentare auch hier. Siehe: http://www.zweipunktnull.org/blog/2011/11/23/facebook-in-der-ukraine-toten-sie-hunde/

  9. Jörg Kantel sagt:

    @Ben: Springerblättchen wie die Welt sind für mich keine seröse Quelle, über den TAZ-Artikel habe ich mich schon oben ausgelassen und auch die Süddeutsche schreibt:

    Dabei könnte es sich nach Ansicht von Beobachtern auch um eine Medienkampagne handeln, die Einzelfälle gezielt aufbauscht.

    Sehr obskur also, die Angelegenheit.

  10. Ben sagt:

    Tja, die Meinung muss ich wohl so respektieren. Allerdings würde es mich wundern, wenn das bei dieser breiten Aufmerksamkeit nur ein Hoax wäre. Vielleicht ist das ganze etwas aufgebauscht. Aber auch wenn das nur in wenigen ländlichen Regionen der Ukraine vielleicht wirklich Realität wäre, so wäre das für mich schon Skandal genug. Zu der Verhältnismäßigkeit der Facebook-Aktionen usw. will ich mich nicht weiter auslassen. Das ist nochmal ein anderes Thema. Mir ging es halt nur um die Thematik, dass es solche Fälle gibt, an sich…

  11. robert sagt:

    bzgl. des Hoaxverdachts: http://de.uefa.com/uefa/aboutuefa/news/newsid=1719010.html
    Allein aus der Tatsache, dass die Ukrainische Regierung nicht abwiegelt, sondern etwas tut (oder so tut als ob) lässt kaum einen anderen Schluss zu, als dass da wirklich massive etwas vorgefallen ist.

    In wie weit massenhafter Protest per FB (o.ä.) jetzt Spam ist oder gerade dazu beigetragen hat, dass die Verantwortlichen sich gezwungen sehen zu handeln, sehe ich zwiespältigen. In wie weit etwas “information”, “protest” oder eben “spam” ist liegt ja oft im Auge des Betrachters, und wird je nach Thema ja anders gewertet.

    Wenn man von den Bilder angeekelt ist, könnte man sich aber fragen, ob so ein Protest, der hoffentlich dazu führt dass so etwas beendet wird, nicht besser ist als das Verschließen der Augen.

  12. Rainersacht sagt:

    Deine Skepsis teile ich. Dass die Ukraine jetzt auf Druck der UEFA “eingeknickt” ist, beweist gar nichts. Quelle der Facebook-Kampagne war ja vor allem der Bericht des für seinen hochseriösen Journalismus bekannten TV-Magazins “Brisant” von Anfang November. Als “Beweise” werden dort obskure YouTube-Clips angeführt. Mindestens einer davon stammt weder aus der Ukraine, noch ist er aktuell (siehe dazu auch diesen tollen Blogbeitrag: http://www.zweipunktnull.org/blog/2011/11/23/facebook-in-der-ukraine-toten-sie-hunde/); bei dem mit der Dame, die über Hundetötungen berichtet, soll es sich um eine bezahlte Aussage handeln. Die aktuellen Bilder aus der Ukraine und vertrauenswürdige (von ukrainischen Freunden) Aussagen legen nahe, dass es sich um eine Angelegenheit handelt, die wenig oder nichts mit der EM zu tun hat, zumal auch die Austragungsorte selbst in der hysterischen Berichterstattung am wenigsten betroffen scheinen.

    Ausgangspunkt ist, dass sich in allen süd- und osteuropäischen Ländern mit guter Nahrungsmittelversorgung und mangelhafter Müllentsorgung die Straßenköter vermehren wie blöde. Das habe ich seinerzeit auf den Kanaren selbst erlebt. Da marodieren hochaggressive Rudel aus 20 bis 40 Hunden durch die Viertel, bedrohen Menschen (vor allem Kinder), verbreiten Krankheiten und vertreiben wild lebende Tiere aller Art. Mindestens die Hälfte der Hunde ist krank, nur die gesündesten und stärksten erreichen das dritte Lebensjahr oder werden noch älter. Kranke und schwache Tiere werden vom Rudel zurückgelassen und von anderen Rudeln totgebissen. Das ist die Realität fernab jeglichen Tierschutzgedankens.

    Wahrer Tierschutz in Ländern wie Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Ukraine, aber auch immer noch Griechenland und Spanien besteht darin, die dortigen Aktivisten dabei zu unterstützen, massenhaft Streuner einzufangen und zu sterilisieren bzw. kastrieren, um die Vermehrung zu begrenzen. Die Administrationen dort lernen das nur langsam.
    Bis diese Verfahren aber flächendeckend eingeführt worden sind, MÜSSEN Streuner massenhaft eingefangen und getötet werden – zum Schutz der Gesamtpopulation der herrenlosen Hunde, der Wildtiere und der Menschen. Natürlich kann man grausam töten und halbwegs artgerecht.

    Darum geht es den hysterischen Tierschützern aber nicht, sondern nur um deren Hysterie. Wegen Kommentaren wie diesem bin ich auf Facebook massivst beschimpft worden. Und weil hysterische Tierschützer leicht zu fangen sind, wurden die entsprechenden Anti-Ukraine-Seiten auch gern von Faschos geteilt, denen man ja die “Todesstrafe für Kinderschänder”-Seiten weggenommen hat.

    Disclaimer: Ich selbst bin Herrchen einer mittlerweile 8-jährigen Galga, die vor 7 Jahren aus Madrid vor dem Tod in einer Perreira gerettet wurde.

  13. Torsten sagt:

    Danke, Rainer. Das war doch mal ein erhellender Ansatz!

  14. Jens sagt:

    Oha, jetzt hat es auch den Schockwellenreiter mit diesem Thema erwischt. Was das für Auswirkungen hat… hier ein kleiner Lesetipp: http://ukraine-nachrichten.de/was-wenn-internetmob-t%C3%BCr-steht_3405_meinungen-analysen

    Schönen Gruß zum Wochenende aus der Ukraine,
    Jens

  15. [...] Eine Ausnahme bildet hier z. B. der Schockwellenreiter: Zensur oder Spamschutz? [...]

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