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Religion ist nur für Dumme

Jetzt ist es amtlich: Religionsunterricht ist nur für Dumme, die dem Ethikunter­richt nicht folgen können (so das Freiburger Verwaltungsgericht in einer nun veröffentlichen Entscheidung (Az.: 2 K 638/10):

»Abstrakte Diskussionen über ethische Problemfelder« wären Grundschülern nach Ansicht der Richter »nur schwer verständlich und erweisen sich daher erst ab einer höheren Altersstufe als sinnvoll«.

Religionsunterricht hingegen darf schon ab der 1. Klasse erfolgen. [Telepolis News]

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10 Kommentare

  1. Tom sagt:

    Religionsunterricht fängt ja auch nicht mit der abstrakten Dreifaltigkeit sondern mit Geschichten über einen Mann mit Bart an.
    In Mathe fängt man auch mit 1+1 an und die imaginären Zahlen kommen erst später.
    Die Entscheidung ist durchaus nachvollziehbar.

  2. anonym sagt:

    Ja, aber bei dem Mann mit Bart bleibt es ja nicht. Da wird den Leuten dann z. B. eingehämmert, der Mann mit Bart will, daß Frauen so und so angezogen sind und Männer so uns so, Männer sollen einen Bart tragen, ihre Hose soll so und so aussehen usw. Das ist doch der eigentliche Irrsinn: Daß erwachsene Leute an kleine grüne Männchen glauben, die ihnen vorschreiben können, wie sie zu leben haben, was sie wann zu essen haben, wie sie sich zu kleiden haben. Aus meiner Sicht ein klarer Fall von offener Psychiatrie, auch wenn “Kirche” drübersteht.

  3. Tom sagt:

    @anonym: ich weiß nicht welchen Religionsunterricht du hattest, aber über Kleiderordnung oder Bärtezwang haben wir nie geredet. :)
    und nach deinem letzte Satz gehören auch alle Leute die Ernährungsberatern glauben in die Anstalt. außerdem ist Fischessen ja gesund und einmal die Woche eigentlich zu wenig. ;)

  4. Tobias sagt:

    Man kann leicht die intelligenten und freiwillige Kinder herausfinden mit einem Religionsunterricht. Und die danach Überstunden in Religionsunterricht geben… Heutzutage ist nicht mehr wichtig einem Kind das Denken beizubringen, sondern nur das Lesen und Hören.

  5. Tobi sagt:

    Vielleicht ist Religion auch einfach was für Leute, die sich nach Miteinander und nach dem tröstenden Gedanken eines auf den Tod folgenden Lebens sehnen…

  6. sdog sagt:

    Auch wenn im Religionsunterricht nur ueber einen netten Mann mit Bart geredet wird, wird den Kindern leider auch beigebracht Dinge die nicht rational erklaerbar sind hinzunehmen. Ich moechte hier nur Lazarus, Fischvermehrung etc erwaehnen. Im Gegensatz zu Maerchen werden diese Geschichten mit einem gewissen Wahrheitsanspruch erzaehlt. Ich halte das fuer sehr sehr kritisch.

    Von mir aus kann jeder zu Religion, Glauben und Spiritualitaet stehen wie er will, Kinder sollten allerdings damit nicht behelligt werden. So etwas kann gelehrt werden wenn sich der Charakter soweit gefestigt hat, dass sie zu Widerspruch in der Lage sind und auch die von den Richtern kleinen Kindern abgesprochene Faehigkeit zum Verstaendnis »Abstrakte[r] Diskussionen über ethische[n] Problemfelder« haben.

  7. Jaddy sagt:

    @Tom: Du hattest vermutlich keinen islamischen Religionsunterricht. Zweitens: Ernährungsberater drohen nicht mit Höllenqualen und ihre Ansichten sind glücklicherweise so vielfältig und fluktuierend, dass man trotz Weight Watchers kaum von einer Indoktrination sprechen kann. Würde WW eine eigene Unterrichtssparte bekommen und Grundschüler auf ihre Linie agitieren, hätte ich die gleichen Vorbehalte.

    Meine Präferenz für Religion in der Schule ist Dan Dennetts Vorschlag: In der Schule werden alle bekannteren Religionen vergleichend und wertfrei dargestellt. Keine Trennung der Klassen, alle kriegen alles zu wissen und zwar ohne Wahrheitsanspruch und Indoktrination.

  8. anonym sagt:

    @ Tom
    Wie kommen Sie eigentlich auf die Idee, daß ich je Religionsunterricht hatte? Weil nur das in Ihr Weltbild paßt, daß alle Religionsunterricht haben bzw. es überhaupt einen solchen in der Schule gibt? Mir kommt es fast ein bißchen so vor, als ob Sie mich absichtlich mißverstehen, aber da kann ich mich täuschen. Ich halte Religion jedenfalls für überflüssig wie einen Kropf und hatte mit ihr glücklicherweise nie etwas direkt zu tun. (Als Lektüre, z. B. als historische Darstellung, also auf Distanz, kann Religion andererseits ganz angenehm bzw. unterhaltend sein.)

  9. Tom sagt:

    @Jaddy:
    hatte katholischen Unterricht. damals in der DDR aber noch nicht in der Schule sondern danach im Pfarrhaus. und ich teile dein Präferenz voll und ganz.
    @anonym:
    ich nahm an, dass jemand der “Da wird den Leuten dann z. B. eingehämmert…” auch weiß wovon er redet. daher meine Annahme, dass sie aus eigener Erfahrung sprechen. hab ich mich wohl geirrt.
    mir ist auch durchaus bekannt, dass Religionsunterricht keine Pflicht ist. habe ich auch nie behauptet. bei uns entscheiden die Eltern.

  10. porgast sagt:

    Religion und -Unterricht dient nur zur Indoktrination von noch dem Lehrer “glaubenden” Kindern und später zur Willfährig-Haltung durch Angstmache der Bürger und Kirchensteuer-Zahler.
    Dazu zwei Anmerkungen:
    “Das Christentum ist eine römische Geschichte, die aus politischen Motiven entwickelt wurde.” (angebl. von Konstantin dem Großen)
    und
    “Religion wird die Menschheit nie reformieren können, denn Religion ist Sklaverei.”

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