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Reclaim Your Park

Die (moralisch völlig verkommene) SPD in Berlin-Mitte will mit aller Gewalt, daß Ihr Mitglied Christian Hanke zum Bezirksbürgermeister gewählt wird und holte sich die dazu notwendige Unterstützung bei der Law and Order-Fraktion der CDU. Als erstes beschlossen die Parteien ein Grillverbot im Tiergarten. Nun könnte man sagen: Wenn es nichts Wichtigeres gibt … Aber das reiht sich leider ein in eine Folge von Ereignissen, die alle die Enteignung und Privatisierung des öffentlichen Raums vorantreiben: Sei es das Alkoholverbot vor dem Rathaus Neukölln (statt eines Aldi-Dosenbieres für 39 Cent gibt es dort den halben Liter nur noch als Kneipenbier mit mindestens 2,40 Euro), die Forderung nach Eintrittsgeldern für die öffentlichen Gärten (geldgeile Vorreiter sind hier in der Hauptstadt Grün Berlin und die Stiftung preussischer Schlösser und Gärten (SPSG)) oder eben nun das Grillverbot im Tiergarten. Und seien die (meist vorgeschobenen) Argumente nun hehr oder einfach dämlich (sie reichen von Denkmal- und Umweltschutz bis hin zu den angeblich so leeren Kassen), Tatsache ist, daß eine Kommerzialisierung der öffentlichen Flächen mit aller Macht vorangetrieben wird. Denn die Schäden, die zum Beispiel die Neuköllner Maientage in der Hasenheide anrichten, sind bedeutend größer als es je alle Griller in diesem Gebiet zusammen anrichten könnten; Großkonzerte im Treptower Park sind ebenso gerne gesehen, wie auch Ereignisse wie die Love Parade oder ähnliches im Tiergarten. Nur derjenige, der sich die teuren Eintritts- und Verzehrpreise nicht leisten kann, der bleibt auf der Strecke. Wowereits reiche und schöne Party-Fraktion bleibt unter sich und der gemeine Berliner Bürger muß draußen bleiben. Sabine Rennefanz nennt die moralische Verkommenheit der SPD in der Berliner Zeitung beim Namen (leider nur totes Holz auf Seite 15 der heutigen Ausgabe):

Am flexibelsten ist die SPD, die ihr langjähriges Nein zum Grillverbot aus Machtbessenheit opfert. Haltung gleich Null. [...] Die Politiker sind offenbar unwillig, selbst die schlichtesten Probleme zu lösen. (Hervor­he­bung von mir.)

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Es wird Zeit, daß wir uns den öffent­lichen Raum zurückerobern. Occupy Tiergarten! [Berliner Zeitung]

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4 Kommentare

  1. Franky sagt:

    Jo, find ich gut! Wie denn?

  2. Uhu sagt:

    “… auf das Rollfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Wegen der ausgezeichneten Möglichkeiten, Einzelpersonen vor einer weiten Fläche abzulichten; eine Gelegenheit, die ihresgleichen in Berlin sucht. Kaum hatten wir mit den ersten Bildern begonnen, stand die Security (neudeutsch für Parkwächter) da und fragte uns nach einer Aufnahmeerlaubnis, wir befänden uns ja auf nichtöffentlichem Grund. Daraufhin blieb uns nichts, als abzubrechen und in die weitaus unschöner Hasenheide auszuweichen. Beachte: Es ging nicht einmal darum, die historischen Gebäude abzulichten. Sondern die Weide und den Himmel möglichst unscharf als Kulisse für eine Personenaufnahme zu nutzen.
    Es ist dabei unerheblich, ob diese Erlaubnis problemlos einzuholen gewesen wäre oder nicht. Es geht ums Prinzip: …”

    http://www.uhusnest.de/blog/archives/10-01-2011_10-31-2011.shtml#2759

  3. Uhu sagt:

    sorry, sollte sein: Manual Trackback … :(

  4. anonym sagt:

    @ Uhu
    Ihre Empörung kann ich nachvollziehen. Eins verstehe ich aber dennoch nicht: Wenn sich auf einer derart großen Fläche ziemlich viele Leute bewegen, wie können denn da ein paar Wachleute (selbst wenn es zwei Dutzend wären) überprüfen bzw. eindämmen, was diese vielen Leute auf allen Ecken des Geländes fotografieren? Das kann doch gar nicht funktionieren.

    Ich glaube auch nicht, daß es eine gültige Rechtsgrundlage für ein Fotografierverbot dort gibt. Aber egal, das können die niemals durchsetzen! Und es ist ja auch hochgradig albern.

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