Der Titel stimmt diesmal nicht ganz, eigentlich sind nur zwei der heute vorgestellten Bücher neu, das dritte besitze ich schon ziemlich lange, aber es gehört im Zusammenhang der beiden anderen Bücher einfach mit behandelt.
Fangen wir also damit an: Formel, Farbe, Form: Computerästhetik für Medien und Design von Georg Nees ist 1992 und 1995 erschienen und ein Klassiker, der auch heute noch aktuell ist und gelesen werden sollte. Denn Nees hat die Grundlage dafür gelegt, was heute unter Generative Art oder Generative Gestaltung durch die Kunst- und Medienhochschulen geistert. Er ist einer der Pioniere in Deutschland (sein Buch von 1969 (sic!) hieß Generative Computergraphik
) und deshalb für die deutschsprachige Wikipedia irrelevant (einen Eintrag in der englischsprachigen besitzt er) und muß so sein digitales Dasein in meinem Lexikon des Irrelvanten fristen.
Die Beispiele in dem Buch sind natürlich nicht in Processing, sondern in Basic, aber in einem gut strukturiertem Basic (soweit das in Basic überhaupt möglich ist), so daß man sie leicht in eine Programmiersprache seiner Wahl übertragen kann.
Und mit »generativer Computergraphik« geht es auch gleich weiter: Generative Gestaltung: Entwerfen. Programmieren. Visualisieren, herausgegeben von Hartmut Bohnacker, Benedikt Groß, Julia Laub und Claudius Lazzeroni ist eine tolle und gewichtige Schwarte, die sich einmal mit dem auseinandersetzt, was heute unter Generative Art verstanden wird und zum anderen zeigt, wie man dies in Processing programmieren kann. Dazu werden auch eigene Bibliotheken als Open Source zur Verfügung gestellt. Ein Buch, das nicht nur für Designer und Computerkünstler interessant ist und einem zeigt, was mit Processing gestaltungstechnisch alles möglich ist.
Wer es etwas handlicher mag (und des Englischen mächtig ist), für den ist Generative Art. A Practical Guide Using Processing sicher eine Alternative. Autor ist Matt Pearson, der während der Vorbereitung des Buches von 2008 bis 2010 100 Abandoned Artworks mit Processing produziert und ins Netz gestellt hat. Buch und Website sind eine Fundgrube für alle, die mit Processing etwas künstlerisches anstellen wollen.

































“Formel, Farbe, Form” hatte ich mir damals mal ausgeliehen, “Generative Gestaltung” besitze ich ebenfalls selbst. Sehr schön, wie wohl die meisten Werke aus dem Schmidt-Verlag.