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Schulkampf ist Klassenkampf

Die elfjährige Alida aus Lichtenrade, dem äußersten Südzipfel Berlins, wurde vom Schulamt Tempelhof-Schöneberg an drei ihrer Wunschschulen abgelehnt und einem Gymnasium in Köpenick zugeteilt. Somit wird ihr ein täglicher Schulweg von mindestens zweieinhalb Stunden zugemutet. Warum? Weil ihre Mutter alleinerziehende Krankenschwester im Schichtdienst ist. Wäre ihr Vater Zahnarzt oder ihre Mutter Rechtsanwältin, wäre sie mit Sicherheit an eine ihrer Wunschschulen untergekommen.

(Beide Bahn-Endstationen des Schulwegs (Lichtenrade und Spindlersfeld) sind übrigens — wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß — nicht gerade die Bahnstationen, die von der S-Bahn Berlin sehr zuverlässig angefahren werden.)

Aber wir haben ja einen rot-roten Senat, der schon dafür sorgt, daß in der Bildung die Bürgersöhnchen und Pfarrerstöchter unter sich bleiben werden. Von der SPD erwarte ich ja schon lange nicht mehr viel, aber die Linke sollte sich ob dieser Bildungspolitik wenigstens ein wenig schämen. [Berliner Zeitung]

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11 Kommentare

  1. Roland sagt:

    Es ist eines der Gründe, warum wir endlich Volksvertreter benötigen, die auch den Namen verdienen. In verdienen steht dienen, möchte ich mal darauf aufmerksam machen. Und was wir immer noch haben, die kriegen irgendwann das, was sie verdient haben.

    Wie ich das mit den Plätzen geregelt hätte? Ich kaufe ein paar Tische mit Stühlen hinzu. Pragmatisch eben! Das was passierte ist ein Skandal und sollte schnellstmöglich korrigiert werden.

    Daher endlich, GG Art. 146. Kurz zur Aufklärung noch. Das was uns als Ostdeutschland oktroyiert wird, ist Mitteldeutschland. Dahinter kommt Ostdeutschland.

  2. Jens sagt:

    Wieso, wir haben Volksvertreter, die ihren Namen verdienen.

    Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen,
    Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger und
    Volksvertreter verkaufen das Volk (für dumm).

  3. Lutz sagt:

    Wo ist das Problem?
    Bei uns ist ein Schulweg von 2h nicht ungewöhnlich. Ist nun mal so auf dem Land. Und im Zuge der allgemeinen Gleichmacherei werden halt alle gleich schlecht gestellt. Da es zu teuer ist die Wege auf dem Land zu verkürzen werden halt die in der Stadt verlängert.

  4. Rainer S. sagt:

    @Roland
    Genau! Deutschland in den Grenzen von 1194 – Neapel bleibt unser!

  5. Roland sagt:

    Das sind keine Volksvertreter. Ein Staat dient dem Volk, nicht umgekehrt. Und wir haben derzeit keinen Staat, der handlungsfähig ist. Das was wir haben, ist nach wie vor ein Besatzungskonstrukt mit einer Parteiendiktatur, die uns unterjocht und ausbeutet. Es sind Verräter am deutschen Volk.

  6. Roland sagt:

    Alida hat nach Fahrplan 1h 15m, einfache Strecke. Wer sich mit dem ÖPNV auskennt, weiss, das Verspätungen, bzw. der Anschluss ist gerade weg, an der Tagesordnung sind. Das heisst, insgesamt minimum 2h 30m gesamt. Sowas darf nicht sein. Ich betone minimum!

  7. Raoul sagt:

    Ich schliesse mich der Meinung an, dass 2h 30m Schulweg für ein 11 jähriges Mädchen indiskutabal sind, wenn es andere Lösungen gibt.
    Am Rande sei angemerkt, dass die vertreter des Volkes auch einen Amtseid leisten. Zum Wohle des Volkes und Schaden von ihm abwenden, heißt es da unter anderem. Die Worte höre ich wohl, nur der Glaube daran fehlt mir mittlerweile gänzlich.

  8. Sammelmappe sagt:

    Wie kann das sein? Ich fasse es nicht.

  9. bombjack sagt:

    Meine Vorschläge für die Volksvertreter, damit sie wirklich das Volk vertreten:

    [...]
    Kurz gesagt:

    Parteien verbieten….

    Alternativ:

    a) Diäten und Parteizuschüsse (vom Staat) erhöhen dafür

    b) Verbot von Parteispenden
    c) Verbot für Politiker des Ausübens von Nebenjobs ( und Erwerb von
    Nebeneinkünften)
    d) Verbot für Politiker Mitglied in Aufsichtsräten, als Berater,
    Gutachter tätig zu sein…
    e) Ebenfalls keine Mitgliedschaft in Vereinen
    f) Verbot der Beschäftigung des Politiker für mindestens 18 Jahre
    nach Ausscheiden aus der politischen Arbeit um den “Schily-Effekt”
    (Wechsel in die Biometriesparte nach Einführung d. biometrischen
    Ausweises) zu vermeiden.
    g) Verbot des Fraktionszwangs explizit als Paragraph mit
    Strafandrohung bei Nachweis der bis zur Auflösung der Partei geht
    ähnlich “Three Strikes”.

    h) eine Art “griechisches Scherbengericht” für “amoklaufende
    Politiker” so dass die Bürger so jemanden eine Auszeit verpassen
    können….
    [...]

    aus http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Re-Wie-saehe-eine-Alternative-fuer-Dich-aus/forum-197811/msg-20098104/read/

    bombjack

  10. Dietmar sagt:

    Lieber Jörg, Deine ‘Berichterstattung’ ist leider genauso tendentiös wie die offizielle Journaille.

    Das arme Mädel war nicht gut genug entsprechend der Kriterien der Schulen und mußte in den Lostopf, den der Senator eingeführt hat. Dort hatte sie genauso Pech wie die meisten Menschen beim Lotto, nur ihre Chance war ungleich höher.
    Einigen hundert Kindern ( von 26000) ging es ähnlich, nur schafften sie es nicht in die Zeitung. Im übrigen soll die ‘arme’ Mutter einen Rechtsanwalt beauftragt haben, also nichts anderes als Frau Dr. …. .
    Mach doch mal einen Vorschlag, wie man die Kinder von 1000 bekloppten Eltern ( die meinen, ihr Kind müsse genau an eine angeblich ‘gute’ Schule mit 200 bis 300 Plätzen ) , ohne eines vor den Kopf zu stoßen , befriedet !
    Die Kinder sind nicht die Opfer der Politik , sondern meist der irrealen Einschätzungen und Forderungen ihrer Eltern ! Wenn die Kinder so toll wären wie ihre Eltern sie einschätzen, müssten wir uns um den Nachwuchs und unsere Renten keine Sorgen machen, leider ist dem nicht so….
    Und wenn die Schulen in Berlin so toll wären wie die Eltern sie finden , …….

    Mit einem Schnitt von 2,5 sollte sie lieber ein gute Schülerin an einer erträglichen Schule als eine schlechte Gymnasiastin in einem Schlangenhaufen von Ergeizlingen werden, das tut ihrer Seele sicher besser. Wenn sie in ein paar Jahren immer noch studieren will, gibt es noch genug Wege zum vermeintlichen Glück.

  11. [...] Der elfjährigen Gymnasiastin aus Lichtenrade, die eine Schule in Köpenick zugewiesen bekam (wir berichteten) hilft das zwar (noch) nicht, aber ich frage mich, welche Hornochsen im Berliner Senat und [...]

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