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Da gehen sie hin, Eure (Twitter-) Daten

Online-Durchsuchung per Geheimverfahren: Ein US-Gericht hat angeordnet, daß Twitter dem Justizministerium sämtliche Benutzerdaten von prominenten Wikileaks-Unterstützern geben muß. Betroffene erfahren erst jetzt von der Entscheidung — sie haben zehn Tage zur Gegenwehr. Verlangt werden:

  • Klar- und Benutzernamen dieser Personen und alle verfügbaren Informationen über andere Identitäten
  • Privat- und Geschäftsadressen, E-Mail-Adressen und alle anderen Kontaktdetails
  • sämtliche Details über die Twitter-Nutzung dieser Personen (Verbindungsdaten, Art der genutzten Dienste, Dauer der Verbindungen)
  • IP-Adressen, Telefonnummern, Verbindungsdaten und alle Netzwerkinformationen, die im Zusammenhang mit der Twitter-Nutzung der genannten Personen angefallen sind

Interessant (und erschreckend) ist, daß die Öffentlichkeit nur davon erfahren hat, weil sich Twitter gegen den Entscheid (der auch eine Geheimhaltungs­klausel enthielt) gewehrt hat. Ob ähnliche Gerichtsbeschlüsse in der Vergangenheit Amazon, Facebook, Google und Co. schon zur Herausgabe der Daten verknackt haben, ist daher nicht bekannt, aber denkbar.

Und ich stelle mir jetzt einfach mal vor, ähnliche Geheimbeschlüsse wären aus China durchgesickert. Mit den Krokodilstränen hätte es sicher eine Nilüber­schwem­mung gegeben. [Spiegel Online]

[Vergleiche auch]: Twitter, Facebook und Google? Ein US-Gerichtsbeschluß forderte die stillschweigende Herausgabe der Verbindungsdaten von Wikileaks-Freiwilligen:

Ob auch andere Unternehmen mit solchen Gerichtsbeschlüssen konfrontiert wurden, ist bisher nicht bekannt. Wikileaks geht allerdings davon aus, daß auch Facebook und Google diese erhielten, sich jedoch anders als Twitter möglicherweise nicht dagegen zur Wehr setzten, sondern die Daten einfach stillschweigend herausgaben.

Da bin ich aber froh, daß meine (Presse-) Freiheit von den USA und ihren Verbündeten am Hindukusch verteidigt wird. [Telepolis News]

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5 Kommentare

  1. [...] Weiter bei Schockwellenreiter oder hier oder Januar 8th, 2011 in Fundstücke, Netzpolitik | tags: Datenschutz, Demokratie, Gesetz, Recht, Wikileaks [...]

  2. Mischar Jung sagt:

    Man könnte sich zwei Fragen stellen zu der Tatsache.

    1. Haben wir etwas anderes von den Amerikanern erwartet?
    2. Wie können wir die auszuwertenden Daten auf ein nicht zu bearbeitendes Maß aufblähen?

    Antworten

    1: Natürlich nicht
    2: Wir sollten alle WikiLeaks unterstützen

    Moment… Sorry, muss Schluß machen. Der Geheimdienst fährt gerade vor…

  3. ami sagt:

    scheiß arsch amis

  4. Na sieh mal einer an. Trari-trara…
    GeStaPo und StaSi sind wieder da…
    — und zwar in den USA…
    (Kleines Gedichtchen von mir.)

    Amerika, Amerika!
    Sog, wo gehst du hie?
    Du woasd doch moi mai Ideal
    von Freiheit und Demokratie…
    (Spider Murphy Gang: Amerika.)

  5. BitteMeldeDich sagt:

    Wenn jemand die Mail-Adresse der Verantwortlichen kennt, sollte sich einfach jeder Wikileaks-Unterstützer freiwillig per email melden.
    >1.000.000 emails sind doch legal, oder ? und offenbar erwünscht :)

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