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Freiheitsbüchlein

Leadsheet

Über die Arroganz der Musikverlage und der mit ihr verbündeten Verwertungs­ge­sell­schaften Gema und VG Musikedition, selbst Kindergärten mit (oft unberechtigten) Forderungen zu überziehen (wir berichteten (auch hier)), habe ich mich so geärgert, daß ich mich gestern abend hingesetzt und meine ersten Schritte mit dem freien Notensatzprogramm LilyPond unternommen habe. Und es ging ganz einfach. Ich werde damit sukkzessive gemeinfreie Musik setzen und ins Netz stellen, die Ihr garantiert nutzen und kopieren dürft, ohne der VG Musikedition auch nur einen Pfennig in ihren gierigen Schlund zu schmeißen.

Und damit Ihr auch mitmachen könnt, habe ich mich heute früh hingesetzt und ein kleines Tutorial geschrieben und in meinem Wiki veröffentlicht: Leadsheets mit LilyPond. Es ist work in progress, ich dokumentiere damit auch gleichzeitig meine eigenen Lernfortschritte, aber ich hoffe, daß es für Euch auch in diesem Zustand schon hilfreich ist.

Das Lied selber steht natürlich ebenfalls in meinem Wiki: Das Freiheitsbüchlein aus dem Jahre 1843 ist gleichzeitig auch (m)ein Kommentar zu den aktuellen Zensur­maß­nahmen in Ungarn (es ist eine Schande, daß so etwas in der EU mög­lich ist — sie ist halt doch nur eine Bananenrepublik der Großkonzerne und nicht das Europa der Menschen, das ich mir seit meiner Jugend gewünscht habe).

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10 Kommentare

  1. Rainer sagt:

    Hast Du eine musikalische Ausbildung? Ich hab’ mich auch mal an Lilypond versucht, aber schnell gemerkt, daß es ohne Notenkenntnisse nichts wird.

  2. Jörg Kantel sagt:

    Klickst Du oben links auf »Über mich«. ;-) Ich spiele Klavier und Gitarre (resp. ich habe früher mal gespielt). Notensatz ohne Notenkenntnisse ist natürlich ungefähr genau so sinnvoll wie Textsatz für Analphabeten.

  3. wof sagt:

    Wenn es der Gema gelingen sollte, auf diese Weise altes und neues Liedgut aus den Kitas zu vertreiben bzw. jene Menschen, zu deren Auftrag die musikalische Erziehung der Kids gehört, zu kriminalisieren versucht, sollte man meines Erachtens prüfen, ob dem nicht mit einer Verfassungsklage Einhalt geboten werden kann.

  4. [...] dem Lilienteich gefischt beim Schockwellenreiter. Hier mit Ukulelen Tabulatur und MIDI für die Leute, die höchstens auf dem Kamm blasen [...]

  5. werner sagt:

    hallo,

    in dem zusammenhang möglicherweise auch hilfreich:

    - musescore zu beziehen bei musescore.org

    ein freies, GNU GPL lizensiertes grafisches Notensatzprogramm. fusst, glaube ich, auch auf lilipond und vereinfacht die sache durch das grafische frontend m.e. erheblich.

    - wikifonia.org mit einer grossen lizenzfreie sammlung von in allerlei formaten druckbarer musik

    im übrigen ist es natürlich nach wie vor widerlich, mit welchem einfallsreichtum diese sogenannten geschäftsmodelle praktiziert werden. schon wenn man wollte, könnte man tatsächlich gar nicht so viel trinken, wie man k…… könnte.

  6. Ich habe davon schon früher gehört und geöesen, aber erst auf deinen Tipp hin habe ich es mir runtergeladen und auch ausprobiert.
    Ich bin sehr beeindruckt. Innerhalb von einigen Stunden habe ich mehrstimmige Stücke gesetzt und finde die Qualität auch sehr gut.
    Ich arbeite sonst mit Capella, das inzwischen auch fast 300,- € kostet, und das im Ergebnis nicht besser ist.
    Ich habe mir übrigens den Editor jEdit mit dem Plugin Lilypondtools installiert. Damit kann man sofort sehen, was man erzeugt hat.

  7. steff sagt:

    LilyPond-Tutorial/Leadsheets im Wiki klingt super – bitte die Ukulelen-Tabulatur gleich mit einbauen ;)

  8. Jörg Kantel sagt:

    @steff: Ich halte Tabulator-Notationen (egal ob Ukulele, Banjo oder Gitarre) für keine gute Idee. Erinnert mich ein wenig an die alte (ausgestorbene) Fähnchen-Notation für Bandoneon-Orchester im Ruhrgebiet. Damit konnte man auch keinem anderen Musiker klarmachen, was man eigentlich aufgeschrieben hat. Die »klassischen« Noten sind nämlich etwas, auf das sich über Jahrhunderte hinweg alle Musiker verständigt hatten (was auch kein leichter Weg war). Die werden eben nicht nur von Gitarristen verstanden, sondern auch von Bläsern, Sängern und Liebhabern von Tasteninstrumenten — von weiteren mehr oder weniger exotischen Instrumenten (z.B. Harfe oder steyrische Handharmonika) will ich gar nicht erst reden.

  9. [...] Habe heute mein kleines LilyPond-Tutorial »Leadsheets mit Lilypond« fortgeführt. Der neue, zweite Teil heißt »Wiederholungen und deutsche Akkordbezeichnungen« und genau darum geht es. Als Beispiel habe ich das Lied »Notabene« (Holt mir Wein aus vollen Krügen …) des schwedischen Barockdichters und Komponisten Carl Michael Bellmann (1740-1795) in der deutschen Übersetzung von Klabund (1890-1928) gewählt. Beide sind also schon hinreichend lange tot, so daß Ihr den Song beliebig kopieren und weiterverbreiten dürft, ohne daß Ihr der Gema oder der VG Musikedition auch nur einen müden Pfennig in ihren gierigen Rachen stopfen müßt. [...]

  10. steff sagt:

    Was die “klassische Notation” angeht, hast Du vollkommen Recht – neben der universellen Verständlichkeit/Lesbarkeit/Spielbarkeit für alle Musiker/Instrumentalisten ist darüberhinaus die komplexe Darstellung aller musikalischen Parameter in keiner anderen (Tabulatur-) Notation so vollständig möglich.
    Aber gerade für die Ukulele mit ihrer “re-entrant Stimmung” (hohes G – C – E – A) halte ich die Tabulatur-Notation, als Ergänzung zur klassichen Notation, für sinnvoll. Die Intervallstruktur mit high-G auf Saite 4 und A auf Saite 1 ist halt mit klassischer Notation etwas schwieriger lesbar, wie ich finde.
    Ich werde mir einfach deine Leadsheets aus dem Wiki schnappen und mir meine Uke-Tabulatur hinzubasteln, wenn ich mit high-G spielen will – super Gelegenheit mich mal wieder mit LilyPond zu beschäftigen.
    So, und zum Schluß ein Ukulelen-Link:
    http://www.youtube.com/watch?v=JzPtIVPiuSo

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