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Offener Brief an Frau Junge-Reyer

… oder ein Rant — geschrieben, nachdem ich gestern abend wieder statt der üblichen halben Stunde knapp zwei Stunden benötigt habe, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von meiner Arbeit nach Hause zu kommen:

Liebe Frau Junge-Reyer,

es tut mir leid, aber das wird nichts mit Ihnen. Berlin ist eine Nummer zu groß für Sie und irgendwie haben Sie nicht realisiert, daß über die Hälfte der Berliner Haushalte über keinen PKW verfügen, das heißt, das mehr als die Hälfte der Berliner Bevölkerung auf die »Öffentlichen« angewiesen ist. Doch leider tanzen Ihnen diese »Öffentlichen« nur auf der Nase herum. Das Problem der kaputtgesparten Berliner S-Bahn bekommen Sie schon seit fast einem Jahr nicht in den Griff und an der BVG scheinen Sie erst gar kein Interesse zu haben. Warum auch? Wer lieber Autobahnen statt Straßenbahnen baut (den schon seit der Wende geforderten und beschlossenen Ausbau der Straßenbahn in den Westteil der Stadt haben Sie ja auf den St.-Nimmerleins-Tag — sprich Baubeginn frühestens 2015 — verschoben), von dem kann man nicht erwarten, daß er die Verkehrsbetriebe daran erinnert, daß in Mitteleuropa der Winter und mit ihm der Schneefall jedes Jahr kommt und man darauf vorbereitet sein muß.

Liebe Frau Junge-Reyer. Treten Sie zurück und verlagern Sie Ihr Wirken in Ihre Heimatstadt Breckerfeld. Dort gibt es so gut wie keinen öffentlichen Personennahverkehr mehr, da können Sie nichts mehr kaputt machen. Und die Schneeräumung erledigt dort schon seit Jahrzehnten mein Schwager als städtischer Arbeiter effizient und zuverlässig. Lassen Sie ihn einfach gewähren. Kümmern Sie sich dort doch lieber um den Ausbau der Sauerlandlinie — wo Sie doch so gerne Autobahnen bauen.

Wie? Die Sauerlandlinie ist schon lange fertiggestellt? Na sehen Sie, dann können Sie auch da nichts mehr falsch machen.

Also Frau Junge-Reyer, treten Sie zurück. Wenn schon nicht in Ihrem eigenen Interesse, dann wenigstens im Interesse der Berliner Bevölkerung.

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60 Kommentare

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