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Antwort an Bodo Ramelow

Bodo Ramelow hatte meinen Beitrag von heute früh kommentiert und ich hatte in einem längeren Kommentar geantwort. Nach Fertigstellung meines Kommentars fand ich aber, daß er nicht im Kommentarbereich versauern, sondern besser ein eigener Beitrag werden sollte. Nun denn, hier ist er:

Lieber Bodo,

ein erster Schritt wäre doch mal, zuzugeben, daß unter den gegebenen gesellschaftlichen Verhältnissen — und das hat überhaupt nichts mit dem Web zu tun — die Mehrheit der kreativ schaffenden Menschen nicht von ihrer kreativen Arbeit leben können, aber dafür viele andere auf ihre Kosten leben. Ein Beispiel gefällig? »Normale« Sachbuchautoren, wie auch ich einer bin, bekommen in der Regel fünf Prozent vom Verkaufs­preises eines Buches als Honorar. Mein letztes Buch hat knappe 25 Euro gekostet, das heißt, etwas mehr als ein Euro pro verkauftes Exemplar bekomme ich, den »Rest« streichen sich Verlag und Buchhandel ein. Verkauft werden von einer Auflage etwas mehr als 2.000 Exemplare. Nun kannst Du Dir ausrechnen, wieviel ich als Autor an diesem Buch, an dem ich immerhin fast ein knappes Jahr — neben meinem Job — geschrieben habe, verdiene. Und das, obwohl überhaupt keine »Raubkopien« davon im ach so bösen Netz aufgetaucht sind.

(M)eine Lösung: Ich will als Autor gelesen werden (das ist die Hauptmoti­vation meines Schreibens). Daher werde ich mein nächstes Buch selber publizieren und zum kostenlosen Download im Netz anbieten. Daneben gibt es für die, die unbedingt ein gedrucktes Exemplar haben oder mir etwas Gutes tun wollen, die Möglichkeit, es über einen Print-on-Demand-Publisher zu kaufen. Ich habe es durchgerechnet: Wenn ich ein Buch mit gleichem Umfang zum gleichen Preis zum Beispiel über epubli anbiete (mit ISBN und Aufnahme im VLB), bleiben mir etwa sechs Euro pro verkauftes Buch. Das heißt, um auf die gleichen Einnahmen wie beim herkömmlichen Verlagen zu kommen, muß ich nur etwa 600 Exemplare verkaufen. Das sollte zu schaffen sein. Gleichzeitig können aber tausende — wenn sie wollen — mein Buch umsonst lesen. Und keiner muß die Katze mehr im Sack kaufen.

Eines der Bücher, die bald in einer Edition Open Access erscheinen werden Noch unfreundlicher sieht die Sache bei wissenschaftlichen Publikationen aus: Die Wissenschaftsverlage verlangen pro Buch bis zu 7.000 Euro Druckkostenzuschuß, bevor sie überhaupt einen Finger rühren. Und ein Band in der Dicke meines »Mitmachweb-Web«-Buches wird dann für ca. 120 Euro verkauft. Den Druckkosten­zuschuß zahlt im Regelfall die Wissenschaftsinstitution (also der Steuerzahler), die Bücher kaufen — bei diesem Preis — auch nur noch die Bibliotheken der Wissenschaftsinsti­tutionen (zahlen tut also noch einmal der Steuerzahler). Der Autor verdient keinen Pfennig, die Verlage sich eine goldenen Nase (wiederum auf Kosten der Steuerzahler), mit der sie dann über das ungenügende Urheberrecht im Zeitalter des Internets jammern.

Daher starten wir (einige Wissenschaftler des Instituts, an dem ich arbeite zusammen mit einigen anderen Instituten) gerade ebenfalls eine Publish-Yourself-Initiative. Dabei spielt der Gedanke des Open Access eine große Rolle — ist doch das Institut, an dem ich arbeite eines der Initiatoren der »Berliner Erklärung«. Also werden wir auch hier die Bücher unter einer Creative-Commons-Lizenz frei im Netz zur Verfügung stellen und zum freien Download als Ebook anbieten. Und daneben gibt es für die Bibliotheken und andere, die sich ein Buch ins Regal stellen wollen, ebenfalls über einen Print-on-Demand-Anbieter ein gedrucktes Exemplar. Nur kostet dieses nur noch etwa 25 Euro und keine 120 Euro mehr und ist daher hoffentlich auch wieder für Studierende erschwinglich.

Die Kosten für die Institute sind minimal: Denn da die Verlage heutzutage sowieso eine Ready-to-Print-Vorlage erwarten, haben wir — wie auch andere Institute — schon lange eigene Lektorate ins Leben gerufen (denn die Verlage lektorieren schon lange nicht mehr). Der letzte Schritt zum Print ist daher wirklich nur noch ein kleiner Schritt. Okay, die Wissenschaftler erhalten auch in diesem Modell noch kein Geld für ihre Publikation, müssen aber wenigstens nicht mehr zuzahlen.

Fassen wir also zusammen: Zumindest was den Bereich der schreibenden Zunft angeht, verdient im bisherigen System (ganz ohne das böse Internet) der Autor — von einigen Bestseller-Produzenten wie Dan Brown einmal abgesehen — gar nichts oder so wenig, daß er auf gar keinen Fall davon leben kann.

Das heißt einmal: Das derzeitige Gejammere darüber, daß das Internet den Autoren (aber auch anderen Künstlern) die Möglichkeit des Broterwerbs nehmen würde, ist verlogen und nur von den Vertretern der Medienindustrie angezettelt, um ihre Pfründe zu schützen. Sie ist so verlogen, daß es sich eigentlich gar nicht lohnt, darauf einzugehen.

Und das heißt zum Zweiten: Das World Wide Web bietet die Chance für Autoren und auch andere kulturell tätige Menschen, wieder wahrgenommen und gelesen zu werden und mehr Geld einzunehmen, als ohne das Internet. Und das, ohne das überhaupt irgendwelche rechtlichen Rahmenbedingungen geändert werden müssten. Wenn überhaupt, dann höchstens die, daß das Urheberrecht zugunsten der Urheber und zu ungunsten der Verlage und anderer Vertreter der Medienindustrie umgeschrieben wird. Knebelverträge, die den Verlagen erlauben, ein einmal eingereichtes Manuskript nicht nur als Buch, sondern in jeder anderen Form zu veröffentlichen (das heißt, die dem Autor zum Beispiel verbieten, sein Werk selber ins Netz zu stellen) gehören ebenso verboten, wie es notwendig ist, über eine Mindestentlohnung von Autoren, Musikern oder Komponisten nachzudenken. Und was hat zum Beispiel Walter Benjamin davon, daß der Suhrkamp-Verlag bis Ende dieses Jahres — also 70 Jahre nach seinem Tod — Tantiemen für seine Werke einsackt? Er als Urheber bestimmt nichts mehr. (Von Brechts Erben und deren Umgang mit seinem Werk will ich erst gar nicht reden.)

Und das heißt zum Dritten: Verlage sind überflüssig geworden und haben sich eigentlich schon lange selber abgeschafft. Und das merken sie langsam. Und das ist der Grund ihres Jammerns. Und das, was mich wütend macht, ist, wenn ich hören muß, wie die Politik in dieses Gejam­mere dann auch noch mit einstimmt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir tun schon etwas, wir brauchen nicht nur die Verlage, sondern auch die Politik — zumindest so, wie sie sich jetzt darstellt — eigentlich nicht. Sie soll uns nur keine Steine in den Weg legen. Damit wäre ich zumindest schon zufrieden.

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22 Kommentare

  1. [...] aus urheberrechtlichen Gründen nicht online verfügbar) eine Rolle. Jörg Kantel rechnet nun Bodo Ramelow vor, wieso für ihn bei weiteren Publikationen nur der Verzicht auf Verlagsdienstleistungen in Frage [...]

  2. GrooveX sagt:

    Danke.

  3. Uhu sagt:

    Aus meiner Erfahrung mit über einem Dutzend Roman-, Sach- und Fachbuchpublikationen heraus kann ich nur sagen:
    Verlogenheit des Verlegerbetriebes und seiner Marketingadlaten gut zusammengafasst.

    Unabhänig von dem jeweils zu wählenden Publikationsweg (Open Access oder klassischer Verlag): Danke dafür.

  4. Ben sagt:

    Da bleibt auch mir nur folgendes zu sagen: Danke!

  5. mondfish sagt:

    Das die Funktionseliten über so wenig Sachverstand verfügen ist unerträglich. Das Herr Ramelow seinen Kommentar mit einem “Nachdenkbefehl” adressiert, ist höchstens noch als amüsant zu bezeichnen.

    Danke für deine lesenswerte Replik, touché!

  6. Jossi sagt:

    Bravo! Bravo! Bravo! Das kann man gar nicht oft und laut genug in die Welt hinaustragen. Ob es nun die “Raubkopierer”-Hysterie ist, das ekelhafte Wegbeißen der Internet-Angebote der Öffentlich-Rechtlichen (zum Nachteil der Gebührenzahler, also uns aller), das Geschrei nach einem eigenen “Leistungsschutzrecht” der Verlage, die erfolgreiche Verhinderung aller Kulturflatrate-Modelle — diese verwesende Spezies kann nur noch mit allen rechtlichen und juristischen Mitteln gegen die Schaffung einer zeitgemäßen digitalen Ökonomie ankämpfen, um sich die Profite aus ihren von der technischen Entwicklung längst überholten Geschäftsmodellen von der Allgemeinheit garantieren zu lassen. Und unsere in der Sache völlig ahnungslosen Politiker fallen reihenweise darauf herein.

  7. Bodo Ramelow sagt:

    Das ist ein Beitrag den ich gut verstehen und nachvollziehen kann!
    Auf diese Art kann man zusammen Politik gestalten!
    Die wieder Entdeckung von Genossenschaftlichen Vertriebswegen und moderne Selbstverlage,kombiniert mit den von Dir beschriebenen Vertriebskanälen sollte man im Blick haben.Dafür Geld zur Verfügung stellen und auch Microdarlehen bzw Fördergelder bereitstellen wäre auch die Aufgabe der Politik
    Ich sehe jedenfalls meine Aufgabe darin!
    Aber das hat alles nichts mit meinen “vorgeblichen” äußerungen zu tun!
    Ich wehre mich nur als “Buhmann” hingestellt zu werden,für angebliches nachplappern von Konzern&Verlagsinteressen! Wer mich kennt,könnte das wissen!
    Desshalb Danke für den klaren Text in Bezug auf Autoren!
    Zum Thema kreativarbeit gehört aber mehr! Bilder,Malerei,Karikaturen,Grafik,Musik,Komposition etc,etc!
    Hier wird leider Gedankenlos geklaut und verbreitet.VG Wort,Künstlersozialkasse usw müßen aber entweder weiterentwickelt oder neu gedacht werden.Ich habe dazu noch keine brauchbare Lösung gehört,suche aber nach Antworten!
    Kulturflat oder wie weiter mit den angeblich öffentlich rechtlichen Gebühren????
    Diese Frage will und muß ich in unserer Partei ansprechen.Denn wir müßen jeweils uns im Parlament verhalten.Was ist da der richtige Weg!
    Dazu sollte mein Interview dienen!Fragen zu stellen und nicht schon Antworten zu geben.Du hast jetzt Vorschläge gemacht die ich gut nachvollziehen kann!
    Danke!
    Bodo Ramelow

  8. Bodo Ramelow sagt:

    PS:das ich schon “Funktionselite” sein soll,amüsiert mich auch!

  9. Jörg Kantel sagt:

    @Bodo: Hier wird leider gedankenlos geklaut und verbreitet.

    Genau das bestreite ich, denn das ist das, was wiederum — ohne Nachweise (von ein paar Gefälligkeitsgutachten mal abgesehen) — die Medienindustrie verbreitet und das leider von der Politik nur zu gerne geglaubt wird. Vielleicht liest Du auch mal meinen Beitrag über das »Urheberrecht im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit«, ein — wegen der 4 Minuten-Grenze beim Politischen Feuilleton des Deutschlandradios (und für den etwas seltsamen Titel bin ich auch nicht verantwortlich) — arg verkürzter Versuch einer marxistischen Analyse. Denn daraus ergeben sich Handlungsperspektiven jenseits von Kulturflatrate und Künstlersozialkasse (wobei ich einer Kulturflatrate — als Übergangslösung, nicht als Dauereinrichtung (sonst bekommen wir wieder so ein bürokratisches Monstrum wie die Gema) — nicht unbedingt ablehnend gegenüber stehe).

  10. Bennilein sagt:

    Bezogen auf Urheberrechte von Musiktiteln und dem immer wieder vorgebrachten Gewinnausfall durch Raubkopien.

    Raubkopien oder wie immer man es nennen mag, sind sicherlich ein Grund für eine Gewinnrückgang, jedoch denke ich, das ein weitaus größerer Anteil die schlechte Qualität und Massenware der releasten CD’s ausmachen.

    “Damals” hat man tlw. gewartet das z.B Depeche Mode oder U2 endlich ein neues Album rausbringt. Heutzutage wird nach dem 3 Album schon fast das “Best of” releast. Wer soll sowas ernsthaft kaufen?

  11. danke fuer den beitrag,kann ich zustimmen ,lasse meine art buecher bei Epubli drucken,mit gruesse aus barcelona,manfred

  12. Max Vähling sagt:

    Unterschiede zwischen Buchbetrieb auf der einen und Musik, Malerei, Film und wasweißichnoch gibt es nur in der Art, wie bisher die Vermarktung lief (was eben auch die Art verändert, in der diese Vermarktung durchs Internet in Frage gestellt wird).

    Es wird eben nicht hier “gedankenlos geklaut” und da nicht. Sicher gibt es immer einzelne, die meinen, ihnen stehe alles gratis zu, weil sie ja schon fürs Internet bezahlen (oder/und mit ihrer Aufmerksamkeit, da gibt es beide Argumentationszweige). Und der derzeitige Diskurs, der im Wesentlichen aus Schuldzuweisungen und Vorwürfen besteht, bestärkt diese Leute in ihrer Trotzhaltung.

    Aber es gibt auch eine Menge Leute, die sich Gedanken über alternative Vergütungs- und Lizensierungswege machen – auch gerade im Musikgeschäft. Die vielen konstruktiven Beiträge gehen in der Debatte leicht mal unter.

  13. Lord Schadt sagt:

    Guter Beitrag zum Thema! Vielen Dank!

    Ergänzend möchte ich nur hinzufügen, dass es auch für Bellestristik-Autoren gute Gründe gibt, um seine Bücher unter Creative-Commons-Lizenz kostenfrei online zu veröffentlichen.
    Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis es auch eine “Berliner Erklärung” von Schriftstellern gibt ;)

  14. Al sagt:

    Hello Schockwelle,
    Willkommen im Club der Kostenlos-Downloader!
    Hier sind wir uns mal wieder einig. Die Verlage haben sich überlebt. Sie verdienen nur noch, weil die meisten Autoren noch nicht begriffen haben, dass sie online heftig gelesen werden, wenn sie dafür kein Geld verlangen. Ausserdem weiss heute noch kaum jemand, wie einfach ein Buch zu layouten und wie kostengünstig es zu drucken ist.
    Mehr in meinem heutigen Weblog: http://www.storyal.de/weblog.htm
    Beste Grüsse von Al

  15. Chräcker sagt:

    Bezüglich der Belletristik sehe ich es nicht ganz so einfach, wie bei Sachbüchern. Kann man sich mit Sachbüchern im Internet seine Ecke suchen (oder schreibt gar eh aus dieser heraus.) und so seine Leser finden, ist dies bei Belletristik eher schwer bis unmöglich. Auch ich will als eBook-Leser nicht verschiedene Interessensforen abgrasen, sondern einen “Laden” für all meine Leseinteressen haben. Und dieser sollte Funktionell und umfangreich sein.

    Sonst finde UND kaufe ich nämlich die Bücher nicht. Es langt also nicht, das “Drucken” als zweitrangig hinten an zu stellen, man muß in den Vertrieb rein. Und ja, ich gebe zu, ich steuere nur maximal zwei Internetshops an, wenn ich ein eBook suche. Was ich da nicht finde, kauf ich nicht. Nicht aus Prinzip, sondern aus der Notwendigkeit, im Alltag auch noch anderes zu tun zu haben.

    Die Leute wollen(!) im Internet Geld ausgeben. Für musik, für Bücher, für Filme, für Spiele. Es muß nur “schnell und bequem” und einfach praktikabel sein. Die Buchindustrie macht seit Jahren vor, wie man einen schon mal eingesehenen Fehler (der Musikindustrie) glatt noch mal wiederholen kann.

  16. DL2MCD sagt:

    Tja, Book on demand ist längst die Alternative für etwas, das man online bewerben kann. Denn Verlage gängeln die Autoren mehr, als man denkt. Ich habe ja auch ein Jahr Arbeit verloren, weil meinem alten Verlag nicht paßte, daß ich mir einen neuen suchte, nachdem man mich dort nicht mehr als Autor wollte, und das neue Buch verbieten ließ, weil man sagt, man habe nach wie vor die Rechte an meiner Arbeit, obwohl man sie ja gar nicht mehr will.

    Schwierig ist nur, daß dann wieder andere Geier einem Website und E-Mail beschlagnahmen wollen. Deshalb würde ich diese Strategie selbst nicht wagen.

    Und es klappt noch nicht bei Büchern mit vielen farbigen Bildern. Da ist Book on demand zu teuer und PDF am Bildschirm lesen unbrauchbar.

    Ansonsten: Wenn da jemand eine Plattform bietet, wo solche Bücher dann auch bekannt gemacht werden können (wer liest schon meine Websites außer Abmahn-Geiern?), könnte es weiterhelfen.

  17. Johanna sagt:

    @ Lord Schadt: Um ehrlich zu sein, hoffe ich weniger auf eine “Berliner Erklärung” von Schriftstellern, als darauf, dass hierzulande endlich mal ein paar (mehr) tun, was möglich wäre: nämlich ihre Prosa und Lyrik unter einer CC-Lizenz zu veröffentlichen und – ob als Hybrid-Publikation oder reines e-book – ins Netz zu stellen. Cory Doctorow hat vorgemacht, was da geht, auch wenn das vielleicht nicht der (alleinige) Maßstab sein sollte. Aber es gibt auch hierzulande Autoren wie z.B. Arthur Missa, die ihre – im Übrigen typografisch sehr aufwendig gestalteten – Prosawerke nicht nur drucken lassen, sondern sie auch komplett mit einer CC-Lizenz versehen zum Runterladen ins Netz stellen (und die Leute konkret literarisch zum kopieren, Texte weiterschreiben, Texte verändern usw. auffordern). Ich verlinke hier einfach mal auf seinen Prosa-Band”Formenverfuger/Formenverfüger.”
    http://www.archive.org/details/FormenverfugerFormenverfger.StckeAusProsa

    Leider gibt es da aber noch zu wenige, die das so machen – oder irre ich mich da. (Habe bei einer kurzen Recherche diesbezüglich leider nicht viel mehr gefunden.)

    @ Chräker (und den Rest): Gewiss wollen die Leute im Netz auch Geld ausgeben – nur betrachte ich CC-Lizenzen und ähnliches auch als einen konkret umgesetzten Versuch, gegen die Kapitalisierung von allem und jedem anzuleben / anzuschreiben / anzusingen usw.

  18. Al sagt:

    Hello Schockwelle,

    Noch einmal zum Thema Books for free …

    Die Statistik für November zeigt, dass ich jeden Monat mehr als 1.000 Euro Rentenzuschuss hätte, würde mir für jeden Download meiner beiden Bücher nur ein Euro gut geschrieben. Unglaubliche Zahlen, aber es ist die Realität – nachzulesen unter http://www.storyal.de/story2010/statistik.html

    Mit dieser optimistischen Perspektive wünsche ich Dir grosse Erfolge als Download-Autor!

    Grüsse von Al

  19. Bodo Ramelow sagt:

    Na da haben wir doch eine muntere Debatte!
    So gefällt es mir schon sehr gut um gemeinsam nach besseren Lösungen zu suchen!
    Wenn jetzt noch Lösungen präferiert werden würden,die dann im politischen Raum auch eingebracht werden könnten,wären wir gemeinsam weiter gekommen!
    Ob Lizensierungsverfahren,kostenpflichtige Downloadeverfahren,Kulturflat…ich habe da keinen Vorschlag den ich bevorzuge,aber ich Suche nach Lösungen die den “Produzenten” nützt und nicht die “Rechteverwerter” schützt!

  20. Lord Schadt sagt:

    @Johanna: Autoren, die Ihre Werke unter CC-Lizenz ins Internet stellen, gibt es mittlerweile viele.
    Da ich selbst einer der Autoren bin, verweise ich gerne auf meine Webseite:
    http://www.luckylife.de/cms/lordschadt/

    Eine weitere Seite mit mehr als fünf Hundert PDA-Büchern findet man hier:
    http://www.pda-books.de/start.php

    @Bodo: Ich denke, mit der Abschaffung von Sanktionen für Hartz4-Empfänger bzw. der Einführung eines Grundeinkommens, von dem nicht nur leben, sondern auch am kulturellen Geschehen teilhaben kann, wäre den meisten Autoren schon geholfen.
    Eine weitere Möglichkeit wäre, einen Kulturfonds für die digitale Kultur zu schaffen. Wenn man bedenkt, in welcher Höhe Staatstheater zum Teil bezuschusst werden, dann würden sich die meisten Autoren freuen, einen kleinen Teil dieser Kultursubventionierung zu erhalten. Zumal hier mit wenig finanziellen Mitteln viel erreicht werden kann …

  21. jens sagt:

    eine tolle suchseite ist http://www.google.de

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