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Der neue Perso: Sie können es einfach nicht

Neues aus Absurdistan: Mein Vater trägt die beiden urdeutschen Vornamen Karl und Wilhelm (in dieser Reihenfolge) und seit 82 Jahren ist sein Rufnahme Wilhelm (oder kurz und rheinisch: Willi). Ich hoffe, sein alter Personalausweis ist noch lange gültig, denn sonst muß er sich auf seine alten Tage noch auf Kalle um­taufen lassen.

Was mich an der Posse ärgert, ist nicht der Softwarefehler (obwohl dieser auch schon peinlich genug ist), sondern die Ignoranz, mit der dieser Fehler zum Feature erklärt wird:

Das Bundesinnenministerium rechtfertigt die Änderung mit Empfehlungen der internationalen Organisation für zivile Luftfahrt und lehnt Änderungen ab.

Die Menschen leben für die Maschinen. Wenn der Mensch der Maschine nicht paßt, wird er passend gemacht. Schaffen wir doch die Menschen gleich ab. Sie stören nur die Behördenmaschinerie. [ARD.de, Berliner Zeitung]

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8 Kommentare

  1. F30 sagt:

    Man kann den neuen Perso ja an so vielen Stellen kritisieren (schlecht durchdachte Online-Funktionen, Sicherheitslücken, Biometrie, …).
    Bei dem Geschrei um die Rufnamen muss ich dem BMI allerdings ausnahmsweise Recht geben: Es geht hier um den Inhalt der maschinenlesbaren Zone, Leute! Alle Vornamen stehen genauso auf dem Ausweis wie bisher auch. Hier wird nur mit einer, wie ich finde, plausiblen Begründung etwas gemäß internationaler Standards vereinheitlicht.
    Dass die Mitarbeiter bei Banken etc. die maschinenlesbare Zone überhaupt beachten, ist ein anderes Problem; die Änderung wird sich aber im Laufe der Zeit schon rumsprechen.

  2. Zumal das Argument mit der ICAO der reine, ungefilterte Stuss ist. Ich trage, wenn auch erst seit 52 Jahren, die beiden Vornamen Ernst Konstantin (in dieser Reihenfolge), doch wer mich kennt, weiß, dass “Ernst” schlicht nicht zutrifft.

    Also nenne ich mich Konstantin, und bis jetzt hat noch jedes Ticket einer kommerziellen Luftfahrtgesellschaft, mit der ich geflogen bin, nur den Vornamen “Konstantin” getragen. In meinem Perso steht logischerweise “Ernst Konstantin”, und es hat noch nie Ärger gemacht.

    Also hat das Bundesinnenministerium da noch etwas nachzubessern. An der Software oder wenigstens an den Ausreden.

  3. ReKa sagt:

    Spätestens dann, wenn die Wirtschaft die Kosten beziffert, die es kostet, die Dienstleistungen auf den ersten Vornamen umzubuchen (Bankkonten, etc.), damit die Persos automatisch gelesen werden können, wird das Bundesinnenministerium nachbessern müssen.

  4. MaBu sagt:

    Die Aussage des BMI “alle Vornamen sind gleichberechtigt” widerspricht doch klar der Praxis, die gelebt wird.
    Seit Jahrzehnten spricht man vom Rufnamen, warum soll das nun nicht mehr gelten (Gewohnheitsrecht) ?
    Warum ist es eine Urkundenfälschung, die Reihenfolge der Namen zu ändern, wenn doch alle Namen gleichberechtigt sind ?

    Ein unendliche Farce, und die Verantwortung schieben die Beamten ab auf irgendwelche Regelungen und Gesetze – ganz so wie man das vom Beamtenklischee kennt. Und den Ärger hat wieder der Bürger.
    Letztendlich hat ja niemand den neuen Perso benötigt, außer der Wirtschaft.

  5. [...] bei Jörg Kantel, weiterführende [...]

  6. Was hat das mit dem neuen Personalausweis zu tun? In dem TV-Beitrag ist doch klar der alte Perso von Ulrich Heinrich zu sehen.

  7. Andreas sagt:

    Ich schließe mich der Aussage von Herrn Dernbach an und ergänze:
    Die Reporter von Monitor wandelten in den Fußstapfen der Ahnungslosen. Wer einmal bei Dreharbeiten zu einer Reportage dabei sein durfte, den schockiert nichts mehr.

  8. [...] und ich werde gut darauf aufpassen. Wer den neuen Perso immer noch möchte, sollte sich mal beim Schockwellenreiter das Video ansehen. Noch keine Kommentare | Keine Trackbacks Tags für diesen Artikel: [...]

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