Der Schockwellenreiter Rotating Header Image

Erdbebenartige Schockwellen

Laut dem Soziologen Dirk Helbing von der ETH Zürich war eine Massenpanik nicht der Auslöser der Duisburger Loveparade-Katastrophe. Er nimmt an, »daß das Gedränge maßgeblich war und nicht Panikattacken«, denn dichtes Gedränge führt zu erdbebenartigen Schockwellen. Ich war’s trotzdem nicht, ich war andere Schockwellen reiten. [pressetext.de]

Auf NZZ Online gibt es einen ausführlicheren und weniger reißerischen Beitrag mit dem ETH-Professor, der auch glaubt, in obigem Video ab 1:27 die Schockwellen zu erkennen.

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Ein Kommentar

  1. BrainBomb sagt:

    Wenn ich in dem Artikel lesen:

    “Rechtzeitige Modellierungen am Computer hätten die Duisburger Katastrophe weitgehend verhindern können, sagt der Experte.”

    dann weiß ich schon, dass dort ein Scharlatan spricht.

    Simulationsmodelle haben nur dort Sinn, wo man mittels Empirie, z.B. in einem Fußballstadium, bei dem man existierende Bewegungen erfassen, speichern und auswerten kann, ein Simulationsmodell vor dem eigentlichen Test eichen kann. Dann ändert man nach dem Prinzip “Ceteris Paribus” den einen oder anderen Parameter in der Simulation an und schaut sich die Auswirkungen an. Damit kann man dann Aussagen treffen etwa: wenn hier oder da einen Brecher eingebaut wird verbessert sich der Fluss.

    Bei Großveranstaltungen wie Duisburg existieren keine empirischen Daten, mit denen man das Modell eichen kann. Erst recht nicht, wenn der Veranstaltungsort wechselt. Es wurde ja eine Simulationsstudie gemacht im Vorfeld. Die beteiligten Gutachter und Experten müssen sich jetzt zu Recht den Vorwurf gefallen lassen, dass sie für die 21 Toten und 500 Verletzten mitverantwortlich sind. Schließlich hat sich der Baudezernent dort trotz erheblicher eigenen Bedenken am Ende darauf berufen, dass er wegen solcher Gutachten die Genehmigung unterschreiben musste. Dies zeigt, wie bedenklich Studien sind, die auf dem Simulationsansatz fußen.

    Was hier der Experte der Fachrichtung Soziologie behauptet, der schon qua Fachrichtung nichts von Simulation versteht, ist gefährliche Überschätzung spezialisierter Methoden. Auch in Duisburg wurde simuliert. Was in Duisburg aber gefehlt hat, war die Expertise erfahrener Praktiker.

    Im Moment kommen diverse Experten aus allen Löchern, die sich eine Beteiligung an den zu erwartenden Subventionstöpfen und zu gründenden Institutionen (Grossveranstaltungs-Tüvs, etc.) erhoffen und sich entsprechend medial in Stellung bringen. Die Geier kreisen!

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