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Knipsverbot auf Zeche Zollverein

Auch die Stiftung Zollverein mißachtet die Panoramafreiheit und versucht, aus einem Knipsverbot Kapital zu schlagen: Welterbe Zollverein: Photographieren verboten!

Photographieren auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein kann teuer kommen. Die zuständige Stiftung Zollverein verschickt hohe Rechnungen an Photographen, die Bilder der weltberühmten Zeche kommerziell verwenden. In einem konkreten Fall wurde ein Photojournalist allein für die Veröffentlichung von Bildern auf seiner Webseite belangt. 310 Euro kostet die Jahreslizenz für jeden Schnappschuß. Wird die Photographie bei einer öffentlichen Veranstaltung gezeigt, fallen sogar 750 Euro pro gemachtem Bild an.

Dabei waren schon die Knipsverbot-Befürworter von Sanssouci mit dem gleichen Versuch vor dem Oberlandgericht Brandenburg gescheitert. Aber das stört die Stiftungen einfach nicht. Denn selbst die Kosten für die verlorenen Prozesse zahlt ja im Endeffekt der Steuerzahler. [pressetext.de]

[Update, 24. Juli 2010] (wegen zweier dümmlicher und ignoranter Kommen­tare): Klarstellungen des Deutschen Journalisten-Verbandes zur »Panoramafreiheits-Theorie« der Stiftung Zollverein. Diese Klarstellungen decken sich auch mit meiner Rechtsauffassung und ich habe ihnen nichts, aber auch gar nichts hinzuzufügen. [Auf pottblog.de gefunden.]

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9 Kommentare

  1. Boris sagt:

    Gut, dass ich das jetzt noch erfahre, denn ich spielte seit einiger Zeit mit dem Gedanken, im Rahmen einer eventuellen Nordseetour diesen Spätsommer dort einen Zwischenstopp einzulegen, um mir dieses Kulturdenkmal einmal anzuschauen – und natürlich Fotos zu schießen.

    Diese (einige davon) hätte ich zwar nur privat in meinem Fotoblog verwendet, aber bei derartigem Geld-Riecher der Betreiber kann man nie sicher sein, ob sie eine solche Verwendung nicht auch zum gefälligen Gebühreneintreiben als “kommerziell” erklären und damit missbrauchen würden.

    Also sage ich mir ganz schlicht: Schaut euch eure Zeche doch selbst an, mein Interesse daran ist schlagartig erloschen. Ich verzichte auf einen Besuch und habe damit nichts verpasst.

  2. Tetti sagt:

    “In Bergisch Gladbach sind Kamerafahrten durch das Stadtgebiet zum Zweck der Veröffentlichung von Bildern im Internet künftig genehmigungs- und gebührenpflichtig. 100 Euro sollen die Fahrten pro Kilometer kosten. ”

    http://www.ksta.de/html/artikel/1279196559160.shtml

  3. vilmoskörte sagt:

    Wenn ich diesen Sensations-Quark auf Bild-Niveau lese, scheint mir, dass Herr Kantel das mit der Panoramafreiheit, auf der er in der letzten Zeit bis zur Ermüdung herumreitet, nicht völlig verstanden hat. Vielleicht sollte er doch noch mal den entsprechenden Wikipedia-Artikel dazu lesen. Das vollständige Lesen und Verstehen des von ihm zitierten Artikels würde ja auch schon helfen, statt einfach nur die schwachsinnige Lüge “Photgraphieren verboten” zu wiederholden. So wird das nix mit dem Qualitätsjournalismus.

  4. BrainBomb sagt:

    @Boris, das ist ja nett, das Sie mal bei der Zeche-Zollverein vorbei schauen wollen. Allerdings finde ich Ihren Hinweis, auf eine Veröffentlichung von Fotos zu verzichten, zwar verständlich, aber nicht unbedingt konstruktiv. Tatsächlich müsste man doch den Konflikt mal provozieren, um dann einen eindeutigen Gerichtsbeschluss wie im Falle Sanssouci herbeizuführen.

    Also wer hat Zeit (und Geld), das mal auszufechten :-)

    Es kann doch nicht sein, dass quasi öffentliche mit steuerlichen Mitteln finanzierte Örtlichkeiten nicht gemeinfrei fotografiert werden dürfen.

    @Tetti: Übrigens gibt es jetzt solche meiner Meinung nach rechtswidrige Ratsbeschlüsse nicht nur in Bergisch Gladbach, sondern auch schon in Ratingen und Herne. Das weitet sich zur Seuche aus.

  5. DL2MCD sagt:

    @vilmoskörte:

    Es ist zwar richtig, daß Panoramafreiheit nur auf öffentlichem Straßenraum besteht (übrigens nicht für Google, denn die fotografieren aus 2,50 m Höhe übern Zaun…).

    Dennoch erwartet niemand ein Fotoverbot in offenem Gelände (in einem Museum in Innenräumen ist es eher üblich, und da kann dann auch noch ein Schild aufgehängt werden) und schon gar nicht kostenpflichtige Abmahnungen pro in einem Blog veröffentlichten Bild.

    Aber was erwartet man bei etwas aus NRW…die erheben ja auch Rechte an E-Mails Dritter und deren Zugangsdaten zu Amazon und Ebay…”Ruhr 2010″ blökt einem gegenwärtig ja überall entgegen, wobei ich dabei zuerst an eine Magen-Darm-Erkrankung denke…

  6. Rainersacht sagt:

    Na ja, einerseits zählt die Zeche Zollverein zum UNESCO-Kulturerbe, andererseits ist das Gelände samt aller Bauten aber auch in Eigentum der RAG Aktiengesellschaft, also nicht in Besitz der Stadt Essen, des Landes NRW oder der Bundesrepublik. Insofern kann man das Fotografierverbot ähnlich betrachten wie das im Garten eines denkmalgeschützten Privathauses.

    Ob das moralisch-kulturell in Ordnung ist, steht auf einem anderen Blatt. Mit der Panoramafreiheit hat es jedenfalls nichts zu tun.

    @DL2MCD: “niemand [erwartet] ein Fotoverbot in offenem Gelände” Wie bitte? Ich kenn da rund um den Erdball und auch in der Bunzrepplik jede Menge militärisches und unternehmenseigenes offenes Gelände, wo nicht fotografiert werden darf und ein Verstoß schlimmere Folgen als eine Abmahnung hätte.

  7. DL2MCD sagt:

    @Rainersacht: Bei Militär- und Unternehmensgelände ist es durchaus bekannt, daß es eben nicht “offen” ist und Fotografieren Folgen haben kann. Da ist es auch kaum üblich, als Tourist mit oder ohne Kamera herumzuspazieren.

    Bei einer historischen Zeche, die keinerlei militärische oder Betriebsgeheimnisse mehr enthält, erwartet man das nicht. Außer es steht am Eingang ein deutlicher Verbotshinweis – dem ist aber wohl nicht so.

  8. Boris sagt:

    @BrainBomb: Ich meinte, dass ich auf einen angelegentlichen Besuch der Zeche Zollverein insgesamt verzichte, nicht bloß auf das Veröffentlichen von Fotos von dort.

    Von daher erledigt sich auch die Idee mit dem exemplarischen Ausfechten eines solchen Falles vor Gericht.

    Zumal ich sowieso keinerlei Lust verspüren würde, meine Urlaubszeit (und auch keine andere Zeit) damit zu vergeuden, mich mit für mich völlig bedeutungslosen Betreibern einer Kulturerbe-Stätte gerichtlich herumzuärgern.

    Sollen sie sich ihre gebührentriefenden Fotolizenzen einfach dorthin stecken, wohin auch die Ruhrgebietssonne niemals scheint…

  9. vilmoskörte sagt:

    Nochmals in aller Deutlichkeit: es gibt *kein* Fotografierverbot! Alle, die das Gegenteil behaupten, lügen. Man darf man dort zu privaten Zwecken uneingeschränkt fotografieren. Eine darüber hinausgehende Nutzung ist genehmigungspflichtig und darauf wird auch deutlich auf den kleinen Plänen hingewiesen, die man an vielen Stellen auf dem Gelände kostenlos mitnehmen kann (und die auch jeder Besucher mitnimmt).