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Zunehmend genervt

Cem Basman ist zunehmend genervt von der Impertinenz von einigen sozialen Mega-Medien wie beispielsweise Facebook und will zurück zum Einfachen und Notwendigen. Und das ist auch für ihn immer noch sein Blog, seine Stimme im Web. Daraufhin habe ich auch einmal nachgedacht, welche Werkzeuge für mich wichtig sind:

  • Natürlich ist auch für mich dieses Blog hier mein wichtigstes Medium. Es ist seit über 10 Jahren meine Stimme im Web, mit der ich mir auch ein Publikum geschaffen habe, das mir zuhört und mit mir streitet. Das möchte ich nicht mehr missen.
  • Daneben hat sich mein Wiki in den letzten Jahren als eine äußerst nützliche Ergänzung erwiesen. Es ist tatsächlich so etwas wie ein öffentliches Notizbuch für mich geworden, in dem ich, aber auch andere regelmäßig nachschlagen. Es nimmt eigentlich alles auf, was nicht in den Schockwel­lenreiter paßt.
  • Drittens ist mein Google Reader wichtig für mich geworden. Die Menschen, deren Follower ich dort bin und die ihre Fundstücke mit mir teilen, bringen mich oft auf neue Ideen und andere Gedanken. Dafür möchte ich mich auch mal bei ihnen bedanken.
  • Unsere Photo- und Videoarchive sind flickr und YouTube (trotz vieler Versuche, Alternativen zu nutzen), wobei Letzteres auch noch eine unerschöpflicher Fundgrube für Musikalisches, Politisches und/oder Skurrilitäten im Web ist. YouTube ist — wenn auch mit einigen schmerzlichen Lücken — das größte Pop-Archiv der Geschichte.
  • Last but not least sind Google als Suchmaschine und die Wikipedia als Quelle von in der Regel zuverlässiger Information für mich unverzichtbar geworden. So unverzichtbar, daß ich ein kritischer Begleiter dieser beiden Quasi-Monopolisten geworden bin (man denke an mein Lexikon des Irrelevanten) und in meinen Albträumen die Angst hochsteigt: Was ist, wenn diese Beiden ausfallen. Okay, Suchmaschinen gibt es noch andere, aber eine zweite Wikipedia?

Das war es auch schon. Twitter und Facebook haben für mich keine wirkliche Bedeutung, sie sind eher Multiplikatoren meines Blogs, aber ich habe trotz des derzeitigen Ausfalls meines WP Tweeter Plugins keinen wirklichen Rückgang der Besucherzahlen feststellen können. Google Buzz nervt mich derzeit nur, ich finde es zu unübersichtlich, allerdings habe ich — aus Interessenlosigkeit — es mir auch nie wirklich genauer angeschaut. Über Xing habe ich zwei bis drei Aufträge pro Jahr einfahren können. Mehr wäre sicher drin, aber dafür müßte ich mich dort (und das gilt auch für die beiden anderen oben genannten sozialen Netzwerke) mehr einbringen und das ist ein Aufwand, den ich auch einfach nicht leisten kann. Denn es gibt noch ein Leben außerhalb des Netzes und das ist mindestens ebenso wild und spannend.

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3 Kommentare

  1. Man liest seit kurzem mehr und mehr Beiträge, die sich mit den Instrumenten auseinandersetzen, die Webworker (oder auch andere netzaffine Mitmenschen) benutzen. Allzu häufig ist der Grundtenor skeptisch bis ablehnend. Mich wundert das ein wenig, erhlich gesagt. Natürlich erlebe auch ich bezogen auf Netz-Tools seit einiger Zeit eine Art Reizüberflutung. Andererseits habe ich schon vor einem guten Jahr damit begonnen, mich zu reorganisieren und beitreibe die Bloggerei seither wieder mit viel mehr Spaß. Die Renaissance in Sachen Bloggen fand aber nicht alleine deshalb statt, weil ich Twitter, Facebook & Co. Überdrüssig war. Vielmehr habe ich mir damals auch überlegt, wie ich blogge und über was und habe sowohl Themen als auch die Regeln, nach denen ich das Blog betreibe, vollkommen neu aufgesetzt. Von heute auf Morgen habe ich aufgehört zu bloggen, wie man eigentlich bloggen musste. Ich habe nicht mehr jeden Tag oder zumindest jeden zweiten Tag was veröffentlicht, ich habe zwischenzeitlich die Plattform gewechselt (ich wechselte von WordPress zu Textpattern) und habe somit einen großen Teil der Community verloren, weil Textpattern (ohne Frickelei) beispielsweise keine Trackbacks kann. Ich habe auch noch viel anderes verändert. Das Ergebnis war, dass auf der einen Seite meine Leserzahlen deutlich in den Keller gingen, ich aber andererseits wieder vielmehr Spaß am Schreiben hatte. »Ich und das Blog«, dieses Motiv war wiederbelebt. Für mich war dieser Weg also mehr als richtig.

    Zunehmend genervt? Hmm ..

    Wenn Leute wie Cem Basman nun immer öfter das Prinzip Facebook, Twitter & Co. kritisieren, so muss man auf der einen Seite feststellen, dass gerade die bekannteren Leute der Gemeinde ihre Reichweite aus den Gründungsjahren des Socialweb haben. Dein Hinweis, dass Deine Leserzahlen nicht herunter gegangen sind, nur weil für Dich Twitter und Facebook jetzt keine Bedeutung mehr haben, mag bei Dir konkret stimmen. Allgemein haben die meisten Leutchen der Szene stark von den genutzen Tools profitiert. Versteh mich nicht falsch: ich will hier keinen Kreuzzug pro Twitter, Facebook & Co. starten. Ich glaube vielmehr, dass es derzeit hip ist, sich skeptisch zu äußern und ich wage die Vorraussage, dass sich diese Ansichten auch wieder ändern werden, wenn die Hipness weitergezogen ist. Lass mich zum Schluß noch eine letzte kritische Bemerkung anfügen. Natürlich schadet es den bekannten Bloggern (und Netzmenschen) jetzt nicht mehr, wenn sie ihren Konsum von Facebook & Co. eindämmen, schließlich sind sie jetzt bekannt. Viele Netzberühmtheiten im deutschsprachigen Raum wären allerdings bei weitem nicht so bekannt, wenn sie nicht über Jahre ihr Tun via Twitter, Facebook & Co. Verbreitet hätten.

  2. Rainersacht sagt:

    Mir geht’s exakt so wie dir, Jörg (Ausgenommen: Ich hab kein eigenes Wiki, sondern notiere durch Sammeln von Bookmarks…).
    Natürlich habe ich mit Twitter und Facebook als Multiplikatoren experimentiert. Ergebnis: Twitter bringt gar nichts. Das automatische Posten von Hinweise auf neue Artikel in meinem Blog habe ich deshalb wieder abgeschafft. Und das aktive Twittern habe ich vor drei Wochen wieder aufgegeben.
    Auch das Posten neuer Blogartikel auf Facebook habe ich wieder abgeschaltet. Das aber momentan noch als Experiment. Nach einer Woche stelle ich keinen Unterschied in den Leserzahlen auf meinem Blog fest. Viele Fratzebucher haben übrigens immer meinen Facebook-Hinweis auf einen Blogartikel kommentiert – meist ohne den Artikel gelesen zu haben. Das fand ich ausgesprochen blöd.

    Mir geht’s aber auch dir, Markus. Ich blogge wieder ohne Rücksicht auf das, was alles so an Säuen durchs Interdorf getrieben wird. Ich habe meine Themen, ich habe meinen Stil – wer’s lesen mag, soll’s lesen, wer nicht, der nicht. Seitdem ich so vorgehe, wächst die Gemeinde meiner Abonennten und auch die Anzahl der Seitenaufrufe kontinuierlich. Warum das so ist? Keine Ahnung…

  3. [...] Manch einer benutzt ja Facebook oder Twitter um seine Blogaktivitäten zu pushen. Ich kann ja ehrlich gesagt an so einem weitergeleiteten RSS-Feed (als Leser) keinerlei Mehrwert erkennen, aber das nur nebenbei. Denn bei mir ist gerade umgekehrt. Mein Blog hat heute Geburtstag und es gibt seit Monaten keine neuen Einträge mehr. Das Online-Sendungsbewusstsein hat sich wieder vermehrt in Foren, Skype, seltenes Twittern und viel Facebook verlagert. Im Gegensatz zu hier entsteht da auch nennenswerte Kommunikation in meine Richtung zurück. Am meisten hält mich – neben der allgemeinen beruflichen Auslastung – aber immer noch das wilde Großstadtleben mit seinem vielfältigen Kulturangebot davon ab, hier noch für großen Content zu sorgen. [...]

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