Der Schockwellenreiter Rotating Header Image

Patentwahn

Habt Ihr das gewußt? Mit einer Canon EOS 5D zum Beispiel — die immmerhin ca. 2.500 Euro kostet — dürft Ihr nur Amateurfilmchen drehen:

Dieses Produkt ist unter den AT&T Patenten für den MPEG-4-Standard lizenziert und kann zur Verschlüsselung von MPEG-4-kompatiblen Videos und/oder zur Entschlüsselung von MPEG-4-kompatiblen Videos verwendet werden, die (1) zu privaten und nicht-gewerblichen Zwecken oder (2) von einem Videoanbieter, der unter den AT&T Patenten zur Bereitstellung von MPEG-4-kompatiblen Videos lizenziert ist, verschlüsselt worden sind. Für andere Zwecke wird für den MPEG-4-Standard keine Lizenz gewährt oder stillschweigend gewährt.

Aber auch mit dem doppelt so teuren Camcorder Canon XL H1A, der immerhin »HDV-Filmen in erstklassiger Qualität« verspricht, kann man nicht professionell arbeiten:

JEGLICHE VERWENDUNG DIESES PRODUKTS, AUSSER ZUM PERSÖNLICHEN GEBRAUCH IN EINER WEISE, DIE DEM MPEG-2 STANDARD FÜR DIE KODIERUNG VON VIDEO-INFORMATIONEN FÜR PACKAGED MEDIA ENTSPRICHT, IST IM ANWENDUNGSBEREICH DER PATENTE DES MPEG-2 PATENT PORTFOLIO OHNE MPEG LA-LIZENZ AUSDRÜCKLICH UNTERSAGT; EINE DERARTIGE LIZENZ IST ERHÄLTLICH BEI MPEG LA, L.L.C., 250 STEELE STREET, SUITE 300, DENVER, COLORADO 80206, USA.

Das ist doch so, als ob ich einen Hammer kaufen würde und mir damit nur auf den Daumen schlagen darf, weil das Einschlagen eines Nagels erst die ausdrückliche Genehmigung des Patentinhabers benötigt (gegen eine kleine Gebühr bei Hammer Inc. in Barbados erhältlich). [Konstantin via Google Buzz]

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4 Kommentare

  1. Thomas sagt:

    Ist das in Deutschland überhaupt haltbar? Schliesslich wurden diese Bedingen bestimmt nicht beim Kauf präsentiert und sind ja offensichtlich eine Überraschung.

  2. So verkürzt wiedergegeben stimmt das nicht.

    Die H.264 (MPEG4) Lizenzen berechtigen dich zum herstellen von Filmen zu privaten Zwecken, die du auch veröffentlichen darfst, solange du kein Geld dafür verlangst.

    Wenn du Geld mit den Filmen verdienen willst, musst du als Produzent/Vertrieb eh eine separate Lizenz zum Vertrieb von H.264/MPEG4 kodierten Filmen erwerben – die o.g. Klausel greift dann gar nicht. Aber wenn du kommerziell Filme vertreiben willst, brauchst du eh einen Anwalt und musst jede Menge andere Lizenzen und Rechte beachten und ggf. bezahlen.

    Sehr gut erklärt ist das hier:
    http://www.engadget.com/2010/05/04/know-your-rights-h-264-patent-licensing-and-you/?s=t5

  3. Oliver sagt:

    Mich interessiert ja eigentlich immer nur, wessen Porsche ich dann finanziere ;-)

    Ich glaube die einzige Möglichkeit Filme ohne Lizenzen zu verbreiten sind die Daumenkinos (oder gibt es da auch ein Patent drauf :-) )

  4. Oliver sagt:

    Beiliegende Lizenzen (zB EULAs) sind in D wirkungslos. Wie #1 bereits gesagt hat! Insofern würde ich mir keine allzu grossen Gedanken machen.

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