Gestern abend haben wir uns den vielgelobten Avatar — Aufbruch nach Pandora reingezogen, da die DVD (ohne 3D) zur Zeit für knapp 10 Euro bei »Ich bin doch nicht blöd« verscherbelt wird. Mein erster Eindruck: Das kenne ich doch alles! Tatsächlich ist der größte Teil der Story aus Alan Dean Fosters 1975 (deutsch 1979) erschienenden Roman Die denkenden Wälder (der zu meiner Top-Ten der Science-Fiction-Literatur gehört) sagen wir vornehm entlehnt. Hoffentlich hat er dafür reichlich Tantiemen kassiert. Lediglich sind dort die Ureinwohner nicht blau und zweieinhalb Meter hoch, sonder eher klein und Nachfahren eines gestrandeten menschlichen Raumschiffes. Und die Liebesgeschichte — inklusive Rivalen — findet innerhalb der Ureinwohner statt.
Aber schieben wir das beiseite: Avatar ist ein gutgemachter Science-Fiction-Film und Öko-Thriller, der ganz passabel auch mit wunderbaren Bildern (auch wenn einige stark an die Comic-Zeichnungen von Moebius erinnern) und Ideen unterhält. Einigen Flug- und Kampfszenen merkt man an, daß sie auf 3D-Effekte »optimiert« wurden. Der Film läuft etwas zäh an, aber spätestens in dem Moment, in dem der Held zum ersten Mal eine Nacht auf dem Planeten verbringen muß, war ich von der Handlung gefesselt. Und Sigourney Weaver war cool wie immer. Sie adelt einfach jeden Film, selbst wenn man ihr so eine alberne Avatar-Maske aufsetzt. Sam Worthington wiederum ist als Schauspieler recht blaß, sein Avatar spielte besser als er.
Okay, wie bei fast allen Hollywood-Produkten sollte man besser sein Gehirn an der Kinokasse abgeben und auch die Öko-Botschaft ist eher oberflächlich, aber wer intelligent unterhalten werden will, der kann sich ja immer noch Fosters intelligentes Original zwischen zwei Pappededeckeln reinziehen. Für einen netten Videoabend reicht Avatar — Aufbruch nach Pandora jedoch allemal.












Verdammte Hacke, ich glaub’ ich kenn das Buch. Was mich zur Frage führt: Wie alt ist eigentlich diese Liste, die du verlinkst? 2005 und keine Empfehlung jünger als 20 Jahre. Mal abgesehen davon, dass der verdammte Anhalter in beiden Listen fehlt, was eindeutig auf Vogonen unter den Vorfahren der listenschreibenden Kritiker schließen lässt, da ist mir doch sicher noch mehr entgangen, in den letzten 10 Jahren, in denen ich nicht mehr konsequent die SF-Abteilung der Stadtbibliothek vernichtet habe. Ach ja, mein Tip (obwohl eigentlich hard-SF-Fan) “G.A.S.” Von wegen phantasievoll.
Der »Anhalter« fehlt, weil ich da befangen bin.
Ich habe den Film im Kino gesehen und war auch an die Denkenden Wälder erinnert. Das Buch führt die Geschichte nur konsequent zu Ende. Im Film kommen die Menschen mit einem blauen Auge davon und die Eingeborenen werden von einem Menschen angeführt. Es wurde noch einiges an Potential im Film verspielt.
Schöne Top-10-Liste! John Brunner & Phil Dick auf den vordersten Plätzen, das unterschreibe ich zu 100%.
Das ist nicht nur das einzige Buch was “sehr direkt zitiert” wurde in dem Film.
Nicht zu vergessen wären
Call Me Joe von Poul Anderson
The Word for World is Forest von Ursula K. LeGuin
Snail on the slope von den Strugatsky Brüdern
schau auch mal hier: http://s-ak.buzzfed.com/static/imagebuzz/web02/2010/1/3/22/james-camerons-pocohontas-err-avatar-16167-1262575848-25.jpg
Erinnern die Bilder nicht eher an Roger Dean (Seines Zeichens verantwortlich für die Cover von Yes, die irgendwann mal für irgendwas recht berühmt waren)? Moebius hat eher die Stadtlandschaften vom Blade Runner, Fünften Element und allen folgenden geprägt.