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Schockwellenreiter Street View

Ideal-Siedlung in der Britzer Rungiusstraße

Zu diesem Thema hat Konstantin eigentlich alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt:

Wie ich der Bildzeitung für intellektuelle Surfer entnehme (sorry, ja, es folgt ein SpOn-Link, aber Quellenangabe muß sein!), plant die Frohe und Hansestadt Hamburg ein Gesetz zur Eindämmung von Google Street View oder so (das Thema findet nicht nur bei SpOn statt, wie ich gerade sehe). Mal abgesehen davon, daß Populismus ein nur bedingt zuverlässiges Mittel zum politischen Erfolg ist, und daß zum Thema Panoramafreiheit inzwischen eigentlich genug und in ausreichender Klarheit gedacht und geschrieben wurde, um weitere Versuche dieser Art zu unterbinden …

Mal ganz abgesehen davon, würde auch mich Folgendes interessieren: Obigens Bild habe ich an einem sonnigen Vorfrühlingstag dieses Jahres in der Britzer Rungiusstraße aufgenommen. Es zeigt die Häuser der Ideal-Siedlung, die von Bruno Taut entworfen wurden. Gegen welche Gesetze habe ich mit der Veröffentlichung dieses Bildes an dieser Stelle verstoßen? Und wessen Interessen habe ich in welcher Form mit dieser Veröffentlichung verletzt? Wer wird mich jetzt daraufhin verklagen? Ich frage ja nur …

Ich halte Google Street View eben nicht für einen Versuch, die informationelle Selbstbestimmung zu verletzen (sorry A.F., die gilt nur für Personen resp. personenbezogene Daten, aber nicht für Gebäude, und mag es noch so ein schönes, schwäbisches Häusle aus Meckenbeuren sein), sondern den Widerstand dagegen für einen Versuch, die Panoramafreiheit auszuhebeln, damit zum Beispiel die Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude (wie es zum Beispiel die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten schon jetzt mit ihrer Knipsgebühr versucht) exklusiv mit eigenen Postkarten, Bildern etc. Geld verdienen können. Jeder Angriff auf Google Street View gefährdet zum Beispiel auch mein Projekt, in meinem Wiki eine (nicht nur) Neuköllner Photodokumentation anzulegen.

Ich werde in den nächsten Tagen weitere Gebäudephotos aus meiner Sammlung mit Links zu Google Maps veröffentlichen. Wem das nicht paßt, der kann mich ja verklagen …

Und ja: Auch meine Bilder stehen alle unter einer CC-Lizenz und dürfen gerne — im Rahmen dieser Lizenz — weiterverwendet werden. Noch besser würde es mir allerdings gefallen, wenn Ihr alle Eure eigenen Street Views auf Euren Seiten postet. [bluelectric.org, A.F. per Email, Photo: Jörg Kantel]

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10 Kommentare

  1. Fritten sagt:

    Du bringst mich auf die Idee, dass selbe Projekt einfach mal für unseren kleinen Ort zu machen. Wochenende steht ja vor der Tür.

  2. HCL sagt:

    autsch. noch gar nicht dran gedacht.

    das würde zb auch massive auswirkungen auf unsere hochgeschätzte freizeitaktivität haben, das berlin-bilder-raten GWB

    ich habe dort mal eine diskussion eröffnet und bitte um beteiligung:
    http://www.flickr.com/groups/gwb/discuss/72157623836916369/

  3. [...] Aufruf des Schockwellenreiters, selbst Street View zu machen, schließe ich mich doch gern an. Das Vorgehen gegen Google Street [...]

  4. hedrik sagt:

    Ich halte Google Street View eben nicht als einen Versuch, die informationelle Selbstbestimmung zu verletzen (…), sondern tatsächlich als einen Versuch, die Panoramafreiheit auszuhebeln

    Der Satz ist irgendwie schief :)

  5. Jörg Kantel sagt:

    Ja, ja, okay. Der Satz war zu lang und die Nacht war zu kurz … ;-)

  6. stoha sagt:

    Guter Artikel. Habe ihn mal bei facebook weiterverlinkt.

  7. A.F:. sagt:

    ;)

    Nur das eben die Panoramafreiheit nicht das wirkliche Interesse eines Konzerns wie Google ist, sondern schlichtweg Geldverdienen.

    Ich störe mich auch weit weniger an frei abrufbaren Bildern von Straßenzügen als an dem Umstand, dass W-Lan-Daten ungefragt gescannt wurden. Für jeden Telefonbucheintrag werden wir vorher gefragt, ob wir das möchten, aber meine Netzdaten dürfen einfach so gespeichert werden? Völlige Schieflage und das Strampeln der Politik derzeit rund um die Scann- und Street-View-Frage zeigt nur mal wieder, wie sehr Datenschutzbestimmungen den technischen Entwicklungen hinterher hinken.

    By the way, gestern kam die Meldung, dass Aigner sich mit Google geeinigt hat, dass street view Deutschland erst startet, wenn alle Widersprüche der Bürger bearbeitet sind.

  8. Rob Vegas sagt:

    Ich habe schon längst mein halbes Dorf eingestellt:

    http://www.robvegas.de/2010/03/19/oerlinghausen-streetview/

  9. [...] Die Idee lag wohl in der Luft: Oerlinghausen Street View bei Rob Vegas. Ein ganzes Dorf in wenigen Bildern. Süüüß … [Ders. in meinen Kommentaren] [...]

  10. [...] Fazit denke ich, dass die Aktion des Schockwellenreiters einen gewissen Reiz hat. Ich denke noch darüber nach, aber vielleicht mache auch ich mit und [...]

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