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»Angebot an Leser muß sich radikal verändern«

Dieses Interview mit Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian, über unsinnige Bezahlschranken und die geänderten Beziehung zu den Lesern ist ein unbeding­tes must read für alle, die an der Zukunft des Journalismus interessiert sind und ebenso für alle, die an paid content glauben. [derStandard.at]

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Ein Kommentar

  1. ts-dagewe sagt:

    zitat aus dem interview:
    “Rusbridger: Journalisten haben immer noch die Fähigkeiten, Dinge zu erklären und zu verifizieren, dazu kommen hohe ethische Standards und professionelle Richtlinien. Journalisten kommen auch an Quellen ran, die anderen nicht zugänglich sind. Zudem geben Zeitungen ihren Journalisten auch einen Schutz. Das ermöglicht Formen von Journalismus, bei dem Einzelpersonen in die Knie gehen würden. Wir sollten den Wert von Medienunternehmen nicht unterschätzen und das was wir machen. Wir sollten aber auch auf die Kraft und die Vielfalt der Leser zurückgreifen, um etwas noch Besseres zu machen.”
    tatsache ist, dass sich der klassische journalismus sich scheibchenweise von allen qualitätskriterien verabschiedet und immer mehr zur einer pr-veranstaltung wird. immer mehr journalisten nehmen die pr-texte der öffentlichkeitsabteilungen, schreiben noch ein bisschen um und geben das ergebnis als ihr werk aus. das geht auch nicht anders, wenn man drei artikel am tag unterbringen muss, um von seinem job leben zu können.
    mit den lohnschreibern à la “wes brot ich ess, des lied ich sing” und den neoliberalen speichelleckern der mainstream-presse, die derzeit bei den jobcentern als “aufstocker” landen, habe ich keine spur mitleid. was die jetzt erleben, haben sie bisherm mit ihrem gekleckse unterstützt.
    ich hoffe auf ein zwischending zwischen beiden. das internet ist eine tolle möglichkeit, für wenig geld nachrichten in die welt zu setzen und für wenig geld weltweit abrufen zu können. aber viele “bürgerjournalisten” übers internet kennen absolut keine qualitätskrtierien. es wimmelt von falschmeldungen, gerüchte werden als tatsachen verbreitet usw. und werden dann übers www weltweit verbreitet. kurz: man muss immer nochmal selbst nachfragen. ausserdem werden hier meistens auch nur themen nochmal verarbeitet und kommentiert, die die leute sowieso aus dem fernsehen oder anderen mainstream-medien kennen.
    ich wünsche mir, dass gute informationen auch als solche honoriert werden. und gute informationen fliegen einem nicht zu, es steckt arbeit dahinter und know-kow dahinter. vielleicht kann man sowas über spenden organisieren. wir brauchen eine demokratische presselandschaft und haben übers internet die möglichkeit dazu. pay-content ist per se nicht demokratisch, sondern versucht, die alte presseherrlichkeit der mainstream-medien ins internet-zeitalter herüberzuretten.

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