Der Schockwellenreiter Rotating Header Image

Mißbrauch an katholischen Privatschulen

Johannes Siebner, Direktor des Kollegs St. Blasien, jammert im Spiegel-Online-Interview »Die Kirche ist doch keine kriminelle Vereinigung«. Doch! Genau das ist sie!

Was mich am meisten aufregt, ist, daß die Angelegenheit erst hochkochte, als der Mißbrauch auch an katholischen Eliteschulen wie dem Canisius-Kolleg ruchbar wurde. Solange es nur katholische Volksschulen und »Besserungs­anstalten für Schwererziehbare« (so oder so ähnlich nannte man das damals) betraf, wurde alles kommentarlos unter den Teppich gekehrt. Kinder aus den »unteren Klassen« dürfen wohl ungestraft und ungesühnt gequält, gedemütigt und mißbraucht werden, erst wenn es die Bürgerkinder betrifft, deren Eltern sich eine teure Privatschule leisten können, dann hört der Spaß auf.

Teilen:
  • Facebook
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • MySpace
  • PDF
  • RSS
  • Technorati
  • email
  • Wikio
  • Digg
  • Identi.ca
  • MisterWong.DE
  • Posterous
  • Twitter
  • Print
  • Yigg
  • LinkedIn
  • FriendFeed
  • Tumblr

7 Kommentare

  1. Peter Zistler sagt:

    “Hundehalter sind potenzielle Kindskiller” wäre genauso ein Verhältnisblödsinn wie die Behauptung oben…

  2. Das deutsche Bildungssystem funktioniert nicht nur in Fällen sexuellen Missbrauchs nach dem Prinzip „Kinder haften für ihre Eltern”. Hierzulande dürfen Eltern über die Bildungskarriere ihre Kinder unabhängig von deren Begabung entscheiden und diese Bildungskarriere wird zudem noch zu einem sehr frühen Zeitpunkt aufs entsprechende Gleis geschoben: Nach der 4. Klasse gehts dann für die Kinder, die engagierte Eltern haben ab in Richtung Abi, die anderen landen dann mit Pech auf dem Abstellgleis Hauptschule. Das bringt dann bei PISA das Ergebnis, dass in keinem anderen europäischen Land, der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg so stark ist, wie in der BRD. Und in HH setzt sich die SPD in der Opposition dafür ein, dass dies bitte auch weiterhin so bliebe.

  3. Tom sagt:

    hat ja nun nicht lange gedauert und die ersten Fälle aus evangelischen und sogar öffentlichen, ich sag mal: atheistischen (guck an), Schulen sind bekannt. das hat ja nun mal nichts mit Glauben oder nicht zu tun sondern mit den Menschen die das tun. die gibt es überall, auch wenn man das als nicht wahrhaben will. gibt es eigentlich das Wort “Gottesphobie”?

  4. Das das nichts mit „Glauben” zu tun hat, merken wir uns, wenn demnächst wieder in Presse Funk und Fernsehen, sowie bei allen politischen Parteien von „islamistischen” (sic) Gewalttätern die Rede ist. Mal schauen, ob die Streiter für Fairness gegenüber der schwarzen Macht des Katholizismus auch hier so sensibel reagieren.

  5. @ Tom:
    An welchen „atheistischen” Schulen soll es denn zu jahrelangen sexuellen Übergriffen gekommen sein? Ich habe bisher noch nie etwas von einer atheistischen Schule gehört (und erst Recht nicht von sexuellen Übergriffen an so einer Schule).
    Das würde mich wirklich interessieren, weil ich den eigenen Nachwuchs gern an einer an Aufklärung und Rationalität orientierten Schule anmelden würde.

  6. Oliver sagt:

    Naja, die Odenwaldschule z.B. ist seit Wochen in den Schlagzeilen wg. sexuellem Missbrauch. Sind übrigens alte Vorwürfe, die schon 1999 erhoben, aber damals unter den Teppich gekehrt wurden. Keine Ahnung, ob diese Schule als “atheistisch” gilt, sie ist aber eine Ikone der Reformpädagogik. http://www.odenwaldschule.de/aktuell/oso/Nachrichten/Eintrage/2010/3/5_Aus_aktuellem_Anlass.html

  7. Soran sagt:

    Anbei der Link der zum Berichte der Kommission die solche Mißbrauchsfälle in Irland dokumentiert hat.

    http://www.childabusecommission.ie/

    Es ist also nicht davon auszugehen, daß es sich um nationales Einzelphänomen handelt, sondern um Vorgänge im internationale Ausmaß.

Einen Kommentar verfassen

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, daß der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluß aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben.