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Digitales Vergessen?

Viktor Mayer-Schönberger bastelt an dem Alptraum aller Historiker: Er will ein digitales Vergessen, ich will ein digitales Erinnern. Das Problem zumindest zur Zeit ist doch gerade die Kurzlebigkeit der digitalen Daten zum Beispiel gegenüber einem Buch (ca. 100 bis etwa 500 Jahre) — von Keilschrifttexten (ca. 2.000 bis ca. 5.000 Jahre) will ich gar nicht erst reden. Es kann doch nicht darum gehen, aus einer aus Angst geborenen Datenschutzhysterie zu verlangen, Informationen zu vernichten, sondern nur darum, einen sinn- und verantwortungsvollen Umgang mit diesen Informationen einzufordern. [futurezone.ORF.at]

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5 Kommentare

  1. Oliver sagt:

    Ich wäre froh dadrum weitaus mehr Leute würden derart denken, ohnehin sehen wir uns schon einem kulturhistorischem GAU gegenüber. Denn ein vernünftiger Kompromiß ist nicht in Sicht, es geht nur um alles oder nichts.

  2. Diffrenzierter sagt:

    Sollte das Ziel nicht beides sein?
    Vergessen was das Individuum nicht gespeichert haben will. Speichern was Kulturhistorisch ist. Das zu beurteilen ist ein Problem.
    Das lange Speichern von Daten ist ein anderes.

  3. Martina sagt:

    Oliver, deine Worte unterschreib ich ad hoc. Hatten wir uns beide nicht schon mal vor Jahren über ein ähnliches Thema unterhalten, nämlich der Archivierung von Bildern? Ich meine ja. ;)

    @Jörg: wielang sollen den die digitalen Daten deiner Meinung nach gespeichert werden? Und wie? Eine CD hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von ca. 10-20 Jahren, je nach Qualität. Das heißt, dass jetzt schon die CDs aus den 90ern allmählich anfangen, “bröckelig” zu werden, während der Opa seine Shelllack-Plattensammlung vom Urgroßvater aufs Grammophon legt und Oma die Dias vom Spanienurlaub 1979 neu sortiert.

    Deshalb mache ich mir keine Sorgen, was die Speicherung von digitalen Daten anbelangt. Diese Daten werden spätestens in 50 Jahren “zerfallen” sein, allerdings unsere jüngste Geschichte dann auch, es sei denn, es werden dauerhafte Speichermedien entwickelt, die keinem Zerfall unterliegen.

  4. Claudia sagt:

    Da die Daten mehr und mehr in die Cloud wandern, die technisch aktuell bleibt, so lange das Netz existiert, sehe ich das mit dem “Zerfallen” so nicht.

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