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Jedermann sein eigener Flickr (ein Proposal)

OPML Mug Die jüngsten Entwicklungen um Manila, Frontier und den OPML Editor haben meine Phantasie soweit angeregt, daß ich meine fast schon eingeschlafenen Überlegungen zu verteilten Web-Communities wie etwa ein P2P-flickr wieder aufgenommen habe. Speziell die Tatsache, daß der OPML Editor nun auch statische Seiten herausrendern kann, haben meine Gedanken beflügelt. Hier also meine Überlegungen für eine beispielhafte P2P-Photo- und Video-Community:

  1. Der OPML Editor ist eine Art Webserver on the Desktop. Als erstes müßte man für diesen ein Tool schreiben, das Photos (und Videos) auf einen Hoster der Wahl (zum Beispiel Amazons S3) hochlädt und die Metadaten inklusive der URL dazu in der odb (das ist die Frontier resp. OPML Editor interne Datenbank) abspeichert.
  2. Dann entwirft man eine (statische) Website, die die Photos und Videos nach bestimmten Kriterien anzeigen soll. Ich habe mich dabei von dem Buch Flickr Mashups von David Wilkinson inspirieren lassen, aber auch der Idee von blogr trauere ich immer noch ein wenig nach. Wie man solch eine Seite mit Frontiers Static Site Tool entwickelt, habe ich in diesem dreiteiligen Tutorial gezeigt (Teil 2, Teil 3). Beim Herausrendern der Seiten wird auf die Daten in der odb zurückgegriffen und so hat man nach jedem Rendern eine aktuelle Version seiner Sammlung online. Selbstverständlich inklusive RSS-Feed.
  3. Der schwierigste Teil ist sicher der Community-Teil. Dabei ist die Frage der Kommentare noch die einfachste, hier könnte man auf einen externen Dienstleister wie Echo zurückgreifen. Schwieriger ist die Frage des Anpingens der einzelnen (Desktop-) Server untereinander, denn egal ob man Winer folgt, und den OPML Editor in Amazons Cloud installiert oder den eigenen Desktop-Rechner dazu benutzt, der Server wird nicht ständig online sein. Darum schlage ich hier das Jabber- (XMPP-) Protokoll vor, denn XMPP kann abfragen, ob die Gegenstelle erreichbar ist und dann entsprechend reagieren. (Soweit ich weiß, gab es für Frontier schon einmal ein Jabber-Tool. Existiert das noch irgendwo im Code oder kann mir jemand einen Pointer dazu geben?) So könnten auch die bei flickr so beliebten Gruppen P2P organisiert werden, mit dem Unterschied, daß die Gruppen (resp. deren (Meta-) Daten) im einfachsten Fall auf dem Server des Gruppen-Initiators liegen. (Ich gestehe, daß ich bei den Überlegungen zu XMPP kräftig von Googles Wellen durchgeschüttelt inspiriert wurde.)

Natürlich muß als Desktop-Server nicht unbedingt der OPML Editor fungieren. Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß solch ein (Desktop-) Server auch in Django (oder einem anderem Framework) geschrieben ist. Wichtig ist nur, daß man sich für die Kommunikation der einzelnen Teilnehmer an offene Standards hält, damit sich diese untereinander »verstehen«. In meinem Fall wäre das ein XML-RPC-Ping, XMPP und RSS. Das ist eigentlich alles, was für die Kommuni­kation benötigt wird.

Interessant an diesem Modell ist auch, daß man keinen Community-Server benötigt. Obwohl eigentlich alle Teilnehmer nur statische Seiten besitzen, funktioniert diese Anwendung als echte P2P-Community.

In den nächsten Wochen, vielleicht sogar Monaten, werde ich nicht unbedingt viel Zeit haben, diese Ideen zu realisieren. Aber sie stehen erst einmal hier, damit niemand auf die Idee kommt, sie patentieren zu wollen. Nicht wahr, Fatzebuch?

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6 Kommentare

  1. Den OPML Editor finde ich auch sehr interessant, aber Frontier liegt bei mir zu lang zurück, als das ich auf eine Dokumentation (zum OPML Ed.) verzichten könnte. Und dann ist da noch die Frage unter welcher Lizenz das Teil steht und wie lange Dave Winer das Teil (und die Mac Plattform) für wichtig genug hält, es zu pflegen. Denn wenn er mal die Lust verliert, geht nichts mehr.
    Was machen denn Deine Versuche mit rubyFrontier?

  2. Jörg Kantel sagt:

    »Was machen denn Deine Versuche mit rubyFrontier?«

    Laufen sehr gut, dazu gibt es vermutlich heute noch, aber spätestens morgen einen gesonderten Bericht. Und was OPML Editor/Frontier angeht: Es ging mit ja nur um ein proof of concept, ich schrieb ja selber, das sich dieses Konzept zum Beispiel auch mit Django verwirklichen ließ. Frontier/OPML Editor ist aber das Framework, das ich am Besten kenne.

    Übrigens: Der OPML Editor steht unter einer GPL.

  3. Dink sagt:

    Sehr interessante Gedanken. So eine Lösung wäre klasse und würde ich sehr gerne einsetzten. Bietet sie doch auch einige komfortable Vorteile die eigene Homepage zu füttern.

  4. Thomas sagt:

    Statt XMPP würde ich lieber PubSubHubbub nehmen, das scheint für einen solchen Anwendungsfall besser geeignet zu sein und vor allem braucht es keinen XMPP-Server, sondern benutzt HTTP.

  5. Jörg Kantel sagt:

    Das mit PubSubHubbub ist eine interessante Idee, werde ich in meinen weiteren Überlegungen berücksichtigen. Danke!

  6. [...] ersten Teil dieser Serie hatte ich vorgestellt, wie man mit Hilfe des OPML Editors statische und trotzdem Community-fähige [...]

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