Der Schockwellenreiter Rotating Header Image

So funktioniert Kapitalismus

HRE gründet gigantische Bad Bank und gliedert 210 Milliarden Euro aus. Doch die Risiken bleiben. Aber die trägt ja jetzt der Steuerzahler, nicht mehr die Bank. Ich könnte kotzen! [Berliner Zeitung]

Teilen:
  • Facebook
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • MySpace
  • PDF
  • RSS
  • Technorati
  • email
  • Wikio
  • Digg
  • Identi.ca
  • MisterWong.DE
  • Posterous
  • Twitter
  • Print
  • Yigg
  • LinkedIn
  • FriendFeed
  • Tumblr

6 Kommentare

  1. Robert sagt:

    Schon interessant wie da 210 Mrd. €- Risiken von einem (früher) privaten Unternehmen zum Staat, d.. zu den Bürgern verlagert werden.
    Aber offenbar war die HRE als Abspaltung der Hypovereinsbank schon immer eine “bad bank”. Die HVB hat da 2005 alle ihre miesen Papiere reingebracht und an der Börse vertickert. Irgendwie clever!

    Aber was solls. Existiert Geld in diesen Mengen überhaupt? Oder sind nicht ein großer Teil aller Vermögen/Forderungen (Wertpapiere, Kontoauszüge usw.) nicht nur einfach bedrucktes Papier?!

    Übrigens zum Thema: “Wir hinterlassen der nächsten Generation nur Schulden”
    Wo es Schulden gibt, gibt es Vermögen. Wo es Schuldner gibt, gibt es Gläubiger. Es werden also nicht Schulden hinterlassen, sondern ein Verteilungsverhältnis. Das meiste davon steht aber nur auf Papier. Das meiste Geld existiert vermutlich sowieso nicht. Alles nur eine Frage des gemeinsamen Glaubens….

  2. @Robert:
    Das Schulden nicht nur auf dem Papier stehen, merken Schuldner wie Gläubiger immer dann, wenn es ans Abtragen derselben geht und/oder wenn Liquidität benötigt wird. In den nächsten Monaten und Jahren werden zB. die Isländer und Griechen zu spüren bekommen, das „bedrucktes (richtiger: bewertetes) Papier” ganz schön weh tun kann. Und was heißt: „das meiste Geld existiert vermutlich sowieso nicht”? Richtig, bei den Schuldnen existiert es nicht und bei den Gläubigern als Forderung. Ergebnis: Die Schuldner werden es erwirtschaften (ie. erarbeiten) müssen, ohne es ein zweites Mal ausgeben zu können. Wäre Geld nur „bedrucktes Papier” könnte man es ja einfach nachdrucken.

  3. Andreas sagt:

    Sorry — ich finde vieles an der Krise auch unappetitlich. Aber beim konkreten Fall ist wenig zu bemängeln, denn sie gehört bereits zu 100% dem Staat. Die Risiken “gehören” also schon dem Steuerzahler, und durch die Gründung der “bad bank” (wunderbarer Name ;-) ändert sich an der Risikoverteilung gerade gar nichts…

    Also, lieber Schockwellenreiter, lieber Robert, spart Euch das Adrenalin!

  4. Robert sagt:

    @Petersen:
    Und das genau passiert doch wohl! Woher kommt denn das ganze Geld, dass in den letzten 12 Monaten zur Sicherung der Banken zur Verfügung gestellt wurde? Meinst Du, das waren staatliche Ersparnisse ;-) ? Kohle, die unter dem Kopfkissen des Finanzministers lag? Ich glaube, das ist Geld, das entweder nur auf dem Papier existiert (Bürgschaften usw.) oder Geld aus den Notenpressen der Bundesbanken.
    Vor dem zweiten Weltkrieg war der US- Dollar wohl mal zu 80 % über Edelmetalle gesichert. 1971 wurde in den USA das Recht, US- Dollar in Gold einzutauschen, außer Kraft gesetzt (Nixon). Die westlichen Staaten (und vermutlich auch andere) haben bisher jede größere Krise nach den 30er-Jahren mit Gelddrucken bekämpft. Und dass Schulden nicht mehr abgetragen werden, sieht man doch wunderbar an der Schuldenentwicklung der USA, BRD ….. Diese Schulden werden nie zusätzlich erwirtschaftet werden! Würde Deutchland jedes Jahr eine Milliarde tilgen, brächtes es über 300 Jahre dafür. Wie viele Jahre gab es in den letzten 50 in dem Schulden getilt wurden? Eines? Zwei? Am Ende (wann ist das?) hilft nur noch eine Währungsreform. Abwertung der Währung= Reduktion der Schulden!
    Das ist “bedrucktes” Papier! Den Wert erhält es nur dadurch, dass wir das gesamte Geld, dass jeder von uns besitzt, nie zuhause haben und uns beim Tauschen über den vermeintlichen Wert weitgehend einig sind.
    Wenn in Deutschland alle Menschen heute zur Bank liefen, um ihr “Geld” abzuheben…Tilt!

  5. Robert sagt:

    @Andreas:
    Du hast wohl recht. Mein Adrenalin hält sich zum Glück in Maßen:-).
    Aber dennoch ist es ärgerlich, dass hier kaum Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden. Es wird öffentlich kaum diskutiert. Es scheint kaum jemand dazu zu lernen. Ist das die Hochfinanz?
    Um Schulen zu sanieren ist kein Geld da. Jeder HartzIV-Empfänger, der nebenher für 500 € schwarz arbeitet, wird bestraft. und und und ….
    Und hier werden einfach mal 220 Mrd € Risiken übernommen… Nach Ausgründung der “bad bank” wird eine gesunde Bank wieder über die Börse reprivatisiert und das wars?! Was sind die Erkenntnisse daraus?

  6. @Robert,
    Nein, das geschieht zumindest in Europa zur Zeit nicht, jedenfalls nicht genau so – in den USA leider schon. Wie schaffen Zentralbanken Geld? Indem sie es gegen Sicherheiten und Zins an die Geschäftsbanken ausleihen. Ist der Zins zu niedrig, wird viel geliehen und es steigt die Inflationsgefahr, nicht automatisch die Inflation. Wäre dem so, müßte die Inflationsrate in 2009 drastisch gestiegen sein – ist sie aber nicht, im Gegenteil. Ich übersehe nicht die Gefahr und die schnell gestiegenen Aktienkurse sind sicher auf die „Flutung der Märkte“ mit Geld zurückzuführen, aber wirklich heftig wird es erst, wenn der Staat Geld an sich selbst ausleiht, wie die USA mit ihren Treasuries, die (auch) von halbstaatlichen Institutionen gekauft werden.
    Die Bankbürgschaften und direkten Hilfen sind absolut kritikwürdig, weil wieder Verluste sozialisiert werden, bzw. (bei Bürgschaften f. Kredite) die Risiken beim Steuerzahler verbleiben – aber der Katastrophismus in den Foren vernebelt mehr als das er Klarheit schafft.
    Das jede Bank mit einlegenden Kunden sofort default geht, wenn alle Kunden ihr Geld abheben, hat nichts mit Glauben und Papier zu tun, sondern mit dem Geschäftsmodell. Die Einlagen sind niemals (und waren es nie) durch das Eigenkapital der Bank gedeckt sein. Wären sie es, wäre banking ein sehr margenschwaches Geschäft.
    Übrigens, die wiedersprichst Dir selbst: Wenn alles nur „eine Frage des gemeinsamen Glaubens” wäre, könnten wir und ja zurücklehnen und bräuchten Inflation und Währungsreform nicht fürchten.
    Die Abschaffung der Golddeckung des Dollars ist ein sehr weites Feld, das diskutiere ich gerne ein anderes Mal, wenn ich mehr Zeit habe.

Einen Kommentar verfassen

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, daß der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluß aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben.