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Gaudium cum Lingua Latina

Das Buch Latein ist tot, es lebe Latein! Kleine Geschichte einer großen Sprache von Wilfried Stroh ist das Witzigste, was ich seit Jahren über die schon so oft totgesagte Sprache gelesen habe. Doch bevor sich jemand vom Untertitel täuschen läßt: Der Autor ist Altphilologe und kein Historiker und manchmal hatte ich bei der Lektüre auch den Eindruck, daß er sich die Geschichte ein wenig zurechtbiegt. Doch darum geht es eigentlich nicht. Wer das Buch als eine Liebeserklärung an Latein liest und sich an den vielen lateinischen Zitaten (die alle übersetzt sind) freut und im Übrigen den Band eher als eine Anekdotensammlung denn als ein Geschichtsbuch betrachtet, der wird viel Gaudium mit der Lektüre haben. Allein die Überschriften und ihre freie Übertragung wie zum Beispiel »Mors immortalis — Latein wird durch seinen Tod unsterblich« oder »Frangito barbitum! — Jesuiten zwischen Liebesgott und Gottesliebe« lassen erahnen, was den geneigten Leser erwartet.

Laut Klappentext lehrte der Autor bis 2005 in München Klassische Philologie und seine Schwerpunkte im Bereich der klassischen Literatur seien Rhetorik und Erotik. Und in meinem Bekanntenkreis gibt es mindestens einen, der bei Professor Stroh studiert hat. Er schilderte ihn als »schwierigen Charakter«. Aber das mindert den Spaß an der Lektüre kaum.

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3 Kommentare

  1. Quo usque tandem sagt:

    “Er schilderte ihn als »schwierigen Charakter« …” – Ob man solch’ heikle Aussagen einfach so rausbloggen soll?

  2. Jörg Kantel sagt:

    Ich weiß nicht, was daran heikel sein soll? Ich kenne viele, die auch mich als »schwierigen Charakter« bezeichnen würden. Und das ist der höflichere Teil meiner Bekanntschaft. ;)

  3. Oliver sagt:

    Sogenannte schwierige Charaktere an der Uni kannte ich nur wenige und dies hatte auch einen Grund: jene waren Meister ihres Fachs und waren gestählt in der verbalen Kriegskunst. Unter Wissenschaftlern eines bestimmten Kalibers die Grundvoraussetzung. Übrigens gute Wahl der Lektüre :-)

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