Robert Darnton hält in seinem Aufsatz »Die Bibliothek im Informationszeitalter« einem flammenden Plädoyer für die wissenschaftliche Bibliothek als Mittelpunkt der Universität:
Bis dahin sage ich: schützen wir die Bibliotheken. Füllen wir sie mit Druckwerken. Verbessern wir die Lesesäle. Aber stellen wir uns Bibliotheken nicht wie Lagerhallen oder Museen vor. Die meisten wissenschaftlichen Bibliotheken arbeiten zwar mit Büchern, doch sie sind auch Nervenzentren für elektronische Signale. Sie erwerben Datensätze, pflegen digitale Bestände, ermöglichen den Zugang zu elektronischen Zeitschriften und organisieren Informationssysteme, die tief in Forschungslabors und Studierzimmer hineinreichen. Viele dieser Bibliotheken teilen ihren geistigen Reichtum mit dem Rest der Welt, indem sie es Google ermöglichen, ihre gedruckten Bestände zu digitalisieren.
Ich sage also auch: lang lebe Google, aber erwarten wir uns nicht, daß es lange genug leben wird, um das altehrwürdige Gebäude mit den korinthischen Säulen zu ersetzen. Als Zitadelle des Lernens und als Plattform für Internet-Abenteuer verdient es die wissenschaftliche Bibliothek immer noch, der Mittelpunkt der Universität zu sein, der die Vergangenheit erhält und Energie für die Zukunft sammelt.
Ein wunderbarer und kluger Aufsatz, der mir in vielen Dingen aus der Seele spricht. [Telepolis News]

































[...] Die Bibliothek als Zitadelle und das Internet als offener Raum – Der Schockwellenreiter (tags: Bibliothekarisch) [...]