Der Schockwellenreiter Rotating Header Image

Standardsituationen der Technologiekritik

Kathrin Passig im Merkur über Technophobie und Kulturpessimismus:

Ein Urahn dieser Bedenken ist natürlich die Lesekritik. »Man liest, nicht um sich mit Kenntnissen zu bereichern, sondern nur um zu sehen, man liest das Wahre und das Falsche prüfungslos durcheinander, und dieß lediglich mit Neugier ohne eigentliche Wißbegier. Man liest und gefällt sich in diesem behaglichen, geschäftigen Geistesmüßiggang, wie in einem träumenden Zustande. Die Zeitverschwendung, die dadurch herbeigeführt wird, ist doch nicht der einzige Nachtheil, welcher aus der Vielleserei entsteht. Es wird dadurch das Müßiggehen zur Gewohnheit und bewirkt, wie aller Müßiggang, eine Abspannung der eigenen Seelenkräfte«, warnt 1844 das Universallexikon der Erziehungs- und Unterrichtslehre in der zweiten Auflage. Folgerichtig erstand in den neunziger Jahren auch die gefährliche »Bibliomanie« im neuen Gewand der »Internetsucht« oder »Onlinesucht« wieder auf. Die »Abspannung der Seelenkräfte« entging auch dem Spiegel nicht, der im August 2008 beklagte: »Der Kommunikationswahn im Netz hat verhaltensauffällige und hochnervöse Individuen hervorgebracht, die immer mehr erfahren und immer weniger wissen.«

Ein Text für alle Anzugs- und Bedenkenträger im ausdruckfreundlichen Format. Hier weiterlesen (und ausdrucken) … [wirres.net]

Teilen:
  • Facebook
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • MySpace
  • PDF
  • RSS
  • Technorati
  • email
  • Wikio
  • Digg
  • Identi.ca
  • MisterWong.DE
  • Posterous
  • Twitter
  • Print
  • Yigg
  • LinkedIn
  • FriendFeed
  • Tumblr

2 Kommentare

  1. Rainersacht sagt:

    Web-Kathis Kolumne ist auch bloß eine Polemik. Und ein bisschen hat sie was vom Horx’schen Besserwisserstil. Da Twitter besonders behandelt wird und die Web-Kathi bekanntlich Mitglied der hiesigen Twitter-Mafia (Lobo, Sixtus, Knüwer…) ist, dürfte der Text Teil der andauernden Kampagne sein.

  2. LaFaro sagt:

    das Thema “lesen” scheint ja (mal wieder) “in Mode” zu kommen. Ein interessanterer, weil in meinen Augen fundierterer Artikel war vor 2 oder 2 Wochen in der Zeit zu lesen…
    http://www.zeit.de/2009/47/DOS-Der-deutsche-Leser
    Anderer “Ansatzpunkt”, vergleichbare Schlussfolgerungen

Einen Kommentar verfassen

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, daß der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluß aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben.