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Relevanz ist Firlefanz (2)

Die Anzug- und Bedenkenträger schlagen zurück und behaupten, daß es ohne Relevanzkriterien keine Wikipedia gäbe. Sie argumentieren dabei ähnlich wie die anderen Vertreter von Old Media mit der Gatekeeper-Funktion und sehen sich als notwendige Spezialisten, denn nur sie könnten »Formatierungsvorgaben auf Anhieb richtig machen«. Wenn die Wikipedia nur eine von »Spezialisten« erstellte Konkurrenz zu Brockhaus sein soll, dann geht doch zu Brockhaus … Mit einem demokratischen Gegenentwurf, in dem — wie es zum Beispiel Enzensberger schon 1970 (sic!) in seinem Baukasten zu einer Theorie der Medien forderte — es zur Aufgabe des Spezialisten gehört, sich überflüssig zu machen, »etwa so, wie der Alphabetisateur seine Aufgabe erst dann erfüllt hat, wenn er nicht mehr benötigt wird« hat das nichts mehr zu tun. Demokratische Medien benötigen keine Gatekeeper.

Andere reagieren direkt beleidigt und jammern über eine unterirdische Diskussionskultur, die ich so allerdings in den dort verlinkten Artikeln nicht finden kann — es sei denn, man beschimpft jeden, der nicht seiner Meinung ist, als »unterirdisch«.

Wie dem auch sei: Der deutsche Wikimedia-Verein lädt zum Thema Relevanzkriterien zu einer Offline-Dikussion am 5. November 2009 in das Berliner Vereinsheim ein. Auch wenn ich mir nicht viel davon verspreche — es werden sicher wieder nur die üblichen Verdächtigen diskutieren –, es ist gut, daß wir darüber geredet haben.

Daß Hauptproblem der (deutschen) Wikipedia ist nämlich, daß sie nicht weiß, was sie will: Will sie ein demokratischer Gegenentwurf zu herkömmlichen Lexika und Enzyklopädien sein oder eben einfach nur ein weiterer Online-Brockhaus? [netzpolitik.org]

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9 Kommentare

  1. Ich verstehe deinen Kommentar zu meinem Beitrag nicht. Die verlinkten Artikel haben mit den zum großen Teil via Twitter eingesammelten Beleidigungen nichts zu tun, sondern ich weise extra darauf hin, dass sie sich wohltuend davon abheben.

    Es wundert mich ernsthaft, wenn jemand die im Posting aufgelisteten Bezeichnungen, die pauschal gegen eine Gruppe von Menschen verwendet werden, die nicht mal zwangsweise eine andere Meinung als die Kritiker selbst vertreten, *nicht* als unterirdisch ansieht.

  2. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Juergen Ertelt, Jörg Kantel erwähnt. Jörg Kantel sagte: Neuer Blogpost: #Relevanz ist Firlefanz, Teil 2 http://bit.ly/1mZvgv #Wikipedia [...]

  3. Jörg Kantel sagt:

    »wenn jemand die im Posting aufgelisteten Bezeichnungen«

    Die sind nicht belegt und daher nach Wikipedia-Kriterien irrelevant. ;) Ich habe sie — außer in Deinem Beitrag — auch nirgendwo gefunden.

  4. Ich hatte das ursprünglich nicht für notwendig und wünschenswert gehalten, aber da du der zweite bist, der das kritisiert, habe ich auf die Schnelle für fast alle Beschimpfungen entsprechende Quellen heraus gesucht und den Beitrag geupdated.

  5. ckuettner sagt:

    Eric Raymond reisst das Thema auch gerade (periphär) an:

    “my ban procedure included burning copies of the user’s content onto CD-ROMs ans d shipping them to his/her contact address. Otherwise, I think I could be sued successfully for destroying property that is not mine”

    http://esr.ibiblio.org/?p=1332

  6. Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by electricshares: Relevanz ist Firlefanz (2) http://bit.ly/4xiPpR

  7. tired encyclopedeur sagt:

    Fork. Now.

  8. [...] Shared Relevanz ist Firlefanz (2). [...]

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