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Jabber die Welle

Google Wave ist jetzt ein paar Tage für ein paar mehr Anwender draußen. Und viele Reaktionen darauf lassen erkennen, daß etliche der Kritiker den revolutionären Charakter dieser Anwendung nicht erkannt haben. Google Wave ist kein neues Web-2.0-Spielzeug oder so etwas wie ein Facebook-Killer, Google Wave steht in der Tradition des leider in Lotus Mashups aufgegangenen QED Wikis von IBM. Google Wave spielt also nicht in der von Bloggern und Journalisten (wie Spargel Online — löbliche Ausnahme: Konstantin) beobachteten Regionalliga der Social Networks, sondern in der Enterprise-Liga der Business-Applications und des Situational Computings.

Was ist denn das (meiner Ansicht nach) Revolutionäre an Google Wave? Google Wave ist (eine Erweiterung von) Jabber (XMPP). Es ist also in der Hauptsache ein just in time-Protokoll für XML-Daten. Und jeder Jabber-Server kann mit jedem anderen Jabber-Server reden, er benötigt keinen übergeordneten Community- oder Was-auch-immer-Server. XMPP ist also in der Reinform Peer-to-Peer vom Feinsten. Und wenn Google sein Versprechen wahr macht und den Wave-Server als Open Source freigibt, dann besteht auch keine Notwendigkeit, die Infrastruktur von Google zu nutzen. Winers alte Radio-Userland-Idee vom Webserver auf dem Desktop feiert fröhliche Urständ und im Extremfall (was ich nicht immer für sinnvoll halte) wird jeder Desktop zum Server, der völlig unkontrolliert mit jedem anderen zum Server aufgemotzten Desktop sprechen kann. Und so schwappt die Welle doch wieder zurück in die betuliche Welt des Web 2.0 und seiner sozialen Netze.

Denn selbst wenn Google sein Wave in die Tonne tritt: Die Idee ist auf der Welt und XMPP ist ein offenes Protokoll. Google hat eine Welle (im wahrsten Sinne des Wortes) losgetreten, die einen Weg zur (zumindest teilweisen) Befreiung von der Datenkrake aufweist (Dialektik, ick hör’ dir trappsen).

(Und auf diesem Weg möchte ich den freundlichen Mitarbeiter von Google darauf hinweisen, daß meine (verprochene) Einladung zur Teilhabe an der Welle noch aussteht.)

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5 Kommentare

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Jörg Kantel erwähnt. Jörg Kantel sagte: Neuer Blogpost: Jabber die Welle. http://bit.ly/3PFh9X #wave #peer-to-peer #jabber [...]

  2. Jörg Kantel sagt:

    @muss sein: Vielleicht hast Du recht, aber das Bessere ist oft der Feind des Guten.

  3. [...] "besuchen" mag: fnavissi[at]googlewave.com. Nic Bluelectric schreibt über Google-Wave und der Schockwellenreiter sagt auch etwas Technisches dazu. Geschrieben von Nic um 11:16 | Kommentare (0) | Trackbacks (0) [...]

  4. togusa sagt:

    Google hat Wave nun in die Tonne getreten. Mal sehen was da draus wird. :-)

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