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Steuerbord ist rechts …

F!xmbr fragt: Wie hart Steuerbord segeln die Piraten? Und womit? Mit Recht(s)! Doch er gibt auch zu bedenken:

Ich sehe, daß innerhalb der Piratenpartei viele Rechtsaußen ihre neue politische Heimat suchen. Die Piraten aber gänzlich als Rechtsausleger zu bezeichnen, wäre vollkommen falsch. Nichtsdestotrotz ist die Folge des falsch verstandenen Begriffes Freiheit, daß der rechte Rand in diesem Land, sogar die tiefbraune Suppe, die Piratenpartei umarmt und sie damit schon fast erdrückt. Es kann für die Piratenpartei nur einen Ausweg geben: Man muß sich ohne Wenn und Aber vom rechten Rand distanzieren.

Aber wenn es stimmt, daß heute der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Jens Seipenbusch, den Lesern der Jungen Freiheit entgegenlacht (und wenn ich einige der Kommentare in meinem Blog lese), dann frage ich mich — bei aller Vorschußsympathie — langsam doch, wo ich da hineingeraten bin. Vielleicht sollte es uns daher eben nicht wundern, wenn das KampfHausblatt der Konservativen im Lande so etwas wie eine Wahlempfehlung ausspricht. [f!xmbr, Bluelectric.org]

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9 Kommentare

  1. Jan sagt:

    … und Backbord ist links (übrigens von achtern Richtung Bug gesehen).

    Diese Diskussion halte ich für überflüssig, denn welcher Partei steht die Piratenpartei sehr nahe? Mit welcher Partei wird auf EU-Ebene zusammengearbeitet? Welcher Partei arbeiten die Piraten zu, wenn sie in einem Bundesland nicht auf der Wahlliste stehen? Richtig: Die Grünen.

  2. Junge Freiheit für Piraten?…

    Es gibt einige wenige Dinge, die ich nicht für tolerierbar halte. (Dabei bitte ich zu beachten, was ich unter Toleranz verstehe: das Hinnehmen einer anderen Meinung – nicht zu verwechseln mit Akzeptanz!) Zu diesem gehört jegliche Nähe zum rechten Ra…

  3. xwolf sagt:

    Sieht man jetzt von denn allgegenwärtigen Trollen ab, musst du aber einigen Beiträgen in den Kommentaren bei F!xmbr doch sicher einige gute Argumente zugestehen, oder?

  4. Jörg Kantel sagt:

    @Jan: Gerade das befürchte ich auch. Mit der grün getünchten Partei der Studienräte und Besserverdiener möchte ich nämlich auch nicht in Verbindung gebracht werden.

    @xwolf: Ja vor allem der Satz »Einige Piraten sind sehr laut, schlecht erzogen und voellig unreif«. ACK

  5. Ingo sagt:

    Die Rechten versuchen immer bei jeder Bewegung einen Fuss in die Türe zu bekommen. Glaubt man Jutta Ditfurth in http://www.ulrich-wegener.de/spd_dsv/spd_dsv_diskussion/gruene/dittfurt_gruene.pdf haben sie das auch bei den Grünen geschafft.

    Da hilft nur Gegenhalten und Transparenz. Die Transparenz dauerhaft in die Statuten der Partei zu schreiben, das ist es was ich bei den Piraten noch vermisse (und was bei den Grünen offensichtlich gründlich schief gegangen ist).

  6. Rainersche sagt:

    @Ingo: 100% Zustimmung.

    Habe die Gründungsphase der Grünen ab 1979 volle Kanne miterlebt. Außerden öffentlich gewordenen Fällen mit Alt- und Neu-Nazis gab es gerade auf lokaler Ebene Hunderte solcher Faschos, die versucht haben, die Grünen für ihre braune Kacke zu instrumentalisieren. Es gibt ja auch einen spezifisch rechten Typus des Querulanten – mit dem müssen junge Parteien immer rechnen.

    Was gegen die Piraten momentan spricht, ist das Verhalten von PP-Mitglieder und -Sympathisanten, die sich spammenderweise in den Kommentarregionen aller kritischen Berichterstattung (siehe auch in der taz…) tummeln. Wenn diese Trolle repräsentativ sind, sollte man die Finger von der PP lassen.

  7. Julius sagt:

    Ich glaube Herrn Popp gerne, daß sein Interview mit der JF seiner Naivität geschuldet ist. Hier sehe ich aber auch das große Problem, daß die Piraten unterschätzen, wie perfide die Rechten heutzutage ‘Bürgerinitiativen’ wie die Piraten unterwandern. Diese Mischung aus Naivität, rechthaberischer Überheblichkeit und nicht ausdifferenzierter Wertebasis öffnet dem braunen Pack Tor und Tür. Nicht der Skinhead in Bomberjacke, der sich auf einem Piratenstammtisch auftaucht, ist das Problem, sondern der interessierte, distinguierte Herr, der vielleicht so sympathisch ist, weil er staatliche Gängelung ablehnt, mehr “Freiheit” fordert und sich über eine ‘sachliche Neubewertung’ des ein oder anderen unterhalten will.

  8. Ugugu sagt:

    Je schneller sich die PP klar und eindeutig von Rechts abgrenzt, desto besser, ansonsten wird sie maximalen Schiffbruch erleiden. Im Grunde kein all zu schwerer Task: Zum Beispiel mal ein paar Pflöcke im Parteiprogramm gegen menschenverachtende Ausschaffungspraktiken einschlagen. Nur um ein Thema zu nennen. Also politische Ziele, die eine ernstzunehmende Bürgerrechtsbewegung ohnehin nicht aussen vor lassen kann.

  9. DrBolle sagt:

    Als langjähriger Leser der Jungen Freiheit habe ich das Interview in der letzten Woche mit Andreas Popp etwas skeptisch gelesen, weil ich zunächst befürchtete, die Junge Freiheit würde sich nun bei den “Urheberrechtskommunisten” der Piratenpartei anbiedern. Diese Sorge wurde dann freilich bei der Lektüre des Interviews schnell zerstreut. Insofern können sich diejenigen Piraten beruhigen, die eine Unterwanderung befürchten.
    Dennoch frage ich mich, welcher merkwürdigen Logik die Piratenpartei bei ihrem Kampf für Bürgerrechte folgt. Was spricht denn gegen eine Allianz von Nationalkonservativen und Vorkämpfern für Bürgerrechte im Internet? Wenn es eine politische Gruppe gibt, die den Verlust geistiger Freiheit im Netz wie im Realleben am ehesten zu fürchten hat, dann sind es die Konservativen. Die Namen Eva Herman oder Martin Hohmann sind ja nur ein paar Beispiele, die hinlänglich zeigen dürften, gegen wen sich Ausgrenzung vor allem richtet. Wer aber wie die Piraten für die Freiheit des Internets steht, der darf sich nicht auf die Seite derjenigen schlagen, die das “Netz gegen rechts” propagieren.

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