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Ab Montag ist die Hochbahn tot

Was nicht einmal der Mauerboykott 1961 und die Reichsbahn der DDR geschafft haben, schafften die neoliberalen Privatisierungsbefürworter in Politik und Deutsche Bahn innerhalb kürzester Zeit: Ab Montag fährt in der Berliner Innenstadt keine S-Bahn mehr. Das traditionsreiche und einmal beste Nahverkehrsmittel der Welt wurde von ihnen totgespart. Die Folgen trägt — wie immer — der kleine Mann, denn die Verantwortlichen dieser »Krise« fahren Dienstwagen.

Ich weiß nicht, was in den Köpfen der Bahnmanager vorgeht: 2.000 Menschen entlassen, drei von vier Werkstätten schließen, und das alles ohne Rücksicht auf die Sicherheit der Fahrgäste und nur damit man jährlich 86 Millionen an den Mutterkonzern überweist, das kann doch nur schiefgehen, das sieht doch ein Blinder mit dem Krückstock. Und trotzdem reden die Hardliner in den Bahnvorständen schon wieder von 14 % Rendite. Wo soll das denn schon wieder hergespart werden?

Ach ja, der Herr Wowereit soll sich da nicht rausreden. Auch seine Partei hat die Privatisierung der Bahn gewollt (mit so einer volksverarschenden Volksaktie wie bei der Telekom als Alibi), so kurz ist mein Gedächtnis nun doch nicht.

Zur Erinnerung: Das Video zeigt eine Fahrt mit der S-Bahn vom Bahnhof Tempelhof zur Hermannstraße — als der Flughafen noch in Betrieb war und die S-Bahn noch fuhr. Nostalgie pur. [Aufnahme: Gabi]

Und ich muß morgen sehr, sehr früh nach Blankenfelde. Wie ich da hinkomme, weiß noch niemand. Am wenigsten die Auskunft der S-Bahn. Dort heißt es nur lapidar: »Achtung! Die aktuelle Störung im Betriebsablauf wird nicht berücksichtigt.« Liebe Bahn, verarschen kann ich mich alleine. Dazu brauche ich Euch nicht.

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7 Kommentare

  1. Thomas sagt:

    Immerhin muss die S-Bahn den zusätzlichen Einsatz von Bussen und U-Bahnen bezahlen.

  2. [...] total: Wozu braucht so eine Stadt wie Berlin schon die S-Bahn? Können wir doch einfach totsparen. Trotzdem werden die von der ADEP (asozialistische deutsche Einheitspartei) uns auch weiterhin [...]

  3. Sammelmappe sagt:

    Manchmal kann man es nicht mehr fassen, wie weit sie gehen in ihre Raffgier. Nichts ist vor ihren Verwüstungen sicher. Aber immer wieder stellt sich die Frage: Wann merken endlich mehr Menschen, wie sehr sie verarscht werden?

  4. [...] S-Bahn kaputt gespart “Was nicht einmal der Mauerboykott 1961 und die Reichsbahn der DDR geschafft haben, schafften die neoliberalen Privatisierungsbefürworter in Politik und Deutsche Bahn innerhalb kürzester Zeit: Ab Montag fährt in der Berliner Innenstadt keine S-Bahn mehr. Das traditionsreiche und einmal beste Nahverkehrsmittel der Welt wurde von ihnen totgespart. Die Folgen trägt — wie immer — der kleine Mann, denn die Verantwortlichen dieser »Krise« fahren Dienstwagen.” (Schockwellenreiter: Ab Montag ist die S-Bahn tot) [...]

  5. [...] Romain Meffre blättern: sie photographierten Detroit. Auf die S-Bahn angewiesene Berliner wissen, dass es auch anderenorts Zeichen für Verfall gibt. Geschrieben von Hanjo in Photographie um 21:44 Kommentare (0) | Trackbacks (0) Tags für diesen [...]

  6. Der Zug ist abgefahren. Oder kommt erst gar nicht…

    Komme später. Fahre mit der Berliner S-Bahn. Das ist der neue Slogan welcher seit neuestem auf T-Shirts von dasbahnblog erworben werden kann. Er entbehrt nicht einer gewissen Komik, überlege stark mir ein solches Shirt zuzulegen. Eigentlich…

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