Diese Definition des Qualitätsjournalismus der Frankfurter Neuen Presse (als Anmerkung der Redaktion zum ersten Kommentar) habe ich soeben auf wirres.net gefunden:
Als ob wir diese Meldung wider besseres Wissen veröffentlicht hätten. Wie sollen Kunden von Nachrichtenagenturen, also Zeitungen, jede einzelne Meldung überprüfen? Hunderte, tausende täglich. Die Agenturen sind dazu da, daß sie uns korrekt recherchierte Meldungen und Artikel zukommen lassen. Der Umstand, daß DPA diese Meldung bis heute nicht zurückgezogen hat, sollte ebenfalls zu denken geben.
Das ergibt die einfache Formel: Qualitätsjournalismus = Agenturmeldungen + Arroganz.
Machte meinen Tag … [wirres.net]

































Naja, die FNP würde mir zwar nicht unbedingt als erste Quelle einer Definition für Qualitätsjournalismus einfallen. Aber entlarvend ist es schon, wie sich meine Kollegen bei leider etwas vielen Medien dafür einspannen lassen, Seiten online zu stellen, bei denen sie die journalistische Sorgfaltspflicht – die schlichtweg nicht delegierbar ist – notgedrungen an Agenturen outsourcen müssen.
Im Einzelhandel ist es so, dass der Verkäufer dem Kunden für die Gewährleistung gerade stehen muss und nicht der Hersteller. Solche Standards müssten für Verlage erst recht selbstverständlich sein. Sie müssten für die Verbreitung von Unfug gegenüber dem Leser haften im Sinne einer Geld-zurück-Garantie. Nur: Für Onlinejournalismus zahlt der Konsument nichts, also kann er auch keine Wandlung oder Minderung verlangen.
Unter Qualitätsjournalismus verstehe ich eigentlich eigenverantwortliche Recherche und nicht abschreiben, abschreiben und noch mal abschreiben.