Dazu stellt David Harnasch fest: Die intellektuelle Elite weiß nichts vom Internet. Und sieht die Angelegenheit auch noch in einem größeren Rahmen:
Daß ausgerechnet ein Literaturwissenschaftler sich mit einem derart schlampigen Text exponiert, ist bizarr. Wer den »Heidelberger Appell« unterzeichnet, hat ihn offenkundig nicht verstanden. Daß hunderte habilitierte Akademiker ihn unterstützen, zeigt das volle Ausmaß eines vernachlässigten Problems: Während die intellektuelle Elite des Landes die Diskurshoheit über den gesetzlichen Umgang mit Zukunftstechnologien behalten will, ist sie offensichtlich unwillig, sich mit den technischen Grundbegriffen vertraut zu machen. Wenn Leute, die sich Texte aus dem Internet prinzipiell von ihrer Sekretärin ausdrucken lassen, die Spielregeln für den Cyberspace aufstellen möchten, kann das nicht gut gehen. Der stümperhafte Gesetzentwurf zur Kinderpornographie dürfte nur ein Anfang sein.
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. [Hennig H. per Email.]

































Was mich an der ganzen (imho verlogenen) Darstellung der Diskussion seitens der Presse besonders nervt ist das totale Ignorieren des Urheberrechtsbündnisses: http://www.urheberrechtsbuendnis.de/
Anders als beim von Verlegerseite finanziertem Heidelberger Appell, der auf den ersten Blick hauptsächlich von insgesamt 1000 Journalisten und Übersetzern unterzeichnet wurde, steht hinter dem Urheberrechtsbündis der größte Teil der der wissenschaftlichen Autoren Deutschlands – Neben 6 großen Gesellschaften wie Fraunhofer, Max-Planck, Helmholtz etc auch 366 Unis, Firmen und Bibliotheken und über 7000 extra unterzeichnende Wissenschaftler.
Aber offensichtlich ist es FAZ, Welt, Taz etc nicht recht, wenn sie zugeben müßten, dass der Heidelberger Appell gar nicht die Meinung der Autoren widerspiegelt – und diese Autoren tatsächlich so ziemlich genau das Gegenteil dessen fordern was im Heidelberger Appell gefordert wurde…