AK Zensur läßt 60 Kinderporno-Seiten in 12 Stunden löschen: Auch wenn Alvar Freude zu Recht zu dem Schluß kommt »Was für eine Bürgerinitiative wie den »Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur« möglich ist, sollte für die deutsche Regierung und Strafverfolgungsbehörden ein Leichtes sein und die hier erzielten Ergebnisse deutlich übertreffen können.« läßt es mich schaudern, daß eine einfache Email einer Bürgerinitiative reicht, um eine Website abschalten zu lassen. Dem Bericht zufolge haben zwar mindestens einige den Inhalt überprüft, bevor sie zu dieser drastischen Maßnahme geschritten sind, aber ob das wirklich alle waren?
Was, wenn mein spezieller Freund und Kupferstecher, der Oberdenunziant Gabriel Gawlik und sein dubioser Verein C@rechild beim Spielzeugprovider die Abschaltung des Schockwellenreiters fordern? Gedroht hat er ja schon …
































Ich sehe das relativ entspannt. Es besteht zwar die theoretische Chance, dass ein Provider/Hoster unbesehen sperrt/löscht/deaktiviert, aber praktisch wird sich der Anbieter hüten, ungerechtfertigt Maßnahmen zu ergreifen. Er hat schlicht einen Ruf und/oder Kunden zu verlieren, das ginge auf Dauer nicht gut. Also muss oder sollte er prüfen. Anders sähe das bei einer verantwortlichen Behörde wie dem BKA aus, die irren sich halt, aber es passiert nichts, hätte keine Konsequenzen. Wenn ein Hoster einfach so auf eine Mail hin ungerechtfertigt Kunden abklemmt, dann würde die restlichen Kunden davonlaufen. Ich glaube, da würde eine ganz gute Selbstregulierung greifen.
na ja, der SWR ist ja nach höchsstaatlich sozusagen genehmigter Schutzwallpolitik eines (sagen wir es mal so) an Sauberkeit im Netz interessierten Blockadeunternehmens nicht für Erwachsene unter XXX Jahren geeignet.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30391/1.html
….
//Tjark
“C@rechild” = “C-Ätt-Rechild”
Das mag jetzt zwar kleinkariert sein… aber wer im Jahr 2009 noch das “@”-Zeichen als Ersatz für den Buchstaben “A” nutzt, hat vom Internet vermutlich nicht viel Ahnung. Genau das scheint mir bei den ganzen selbsternannten Kinderporno-Jägern der Fall zu sein.
Anstatt reale Kinderschänderschänder, reale Amokläufer und reale religiöse Fanatiker in der eigenen Nachbarschaft oder in der nächstgelegenen katholischen Kirche zu suchen, projizieren diese Leute ihre (völlig legitime) Abscheu vor den hässlichen Seiten der menschlichen Psyche lieber in eine Welt, die sie nicht verstehen — und verallgemeinern diese Projektion dann pauschal auf alle, die in dieser Welt zuhause sind.
Abuse-Meldungen sind tagtägliche Arbeit von jedem Provider. Die meisten haben ganze Abteilungen, die sich darum kümmern. Und entsprechende Beschwerden prüfen.
Kein Provider sperrt ohne Grund.
Von daher ist dies die einzig sinnvolle Möglichkeit, gegen entsprechendes Zeug vorzugehen.
Die Alternative ist der Versteck-Versuch, der von den Laien in Berlin bevorzugt wird. Aber dass dies keine sinnvolle Lösung ist, das ist hier wohl jedem klar