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Daily Link Icon Sonntag, den 17. September 2006
Der alte Friedhof der St. Jacobi-Kirchengemeinde in Berlin-Neukölln

Eingangstor Zum »Tage des offenen Denkmals« am 10. September 2006 fand eine Führung durch den alten Friedhof der St. Jacobi-Kirchengemeinde in Berlin-Neukölln statt. Der 1852 eingeweihte Kirchhof ist ein 35.400 qm großes Gartendenkmal direkt am Hermannplatz und liegt ein wenig versteckt zwischen Hermannstraße, Karl-Marx-Straße, Mainzer Straße und Biebricher Straße. Von der Karl-Marx-Straße schirmen es ein 1910 - 1912 von Reinhold Kiehl errichteter Säulengang, eine Kapelle und ein Verwaltungsgebäude ab. Wir haben die Gelegenheit wahrgenommen und uns auf dem Friedhof mit Hilfe unseres Führers, Herrn Ralph Jaeckel, ein wenig umgesehen.

Zur Zeit der Eröffnung im März 1853 lag der »(Erste/Alte) Friedhof der St. Jacobi-Kirchengemeinde am Rollkrug« noch weit vor der südlichen Berliner Stadtgrenze auf freiem Feld der Gemarkung von Rixdorf am Abhang der Rollberge. Hier gab es überwiegend Ackerflächen, die eine oder andere Windmühle auf dem Plateau des Höhenzuges, Wiesen im unteren Umfeld sowie den bekannten »Rollkrug« an der Gabelung der Chausseen nach Britz (heute Hermannstraße) und Rixdorf (heute Karl-Marx-Straße). Die Gegend geriet jedoch ab ca. 1860 in den Sog der rasanten Metropolenbildung der Hauptstadt, spätestens 1905 war der Kirchhof an drei Seiten von Wohnquartieren der Stadt Rixdorf umschlossen, die vierte Seite wird seit Anbeginn von der Hermannstraße begrenzt.

Grabstätte Franz Skarbina Grabstätte Prof. Dr. Heinrich Kiepert Ruhestätte Familie J. Palm Ruhestätte Dr. Friedrich Techow und Minna Techow Grabobelisk Emil Fischer
(Photos 22 - 28)

Daher war es nur folgerichtig, daß sich nicht nur Mitglieder der Luisenstädter St. Jacobi-Gemeinde, sondern auch Rixdorfer Bürger hier bestatten ließen. So sind hier nicht nur Prominente wie die Maler Eduard Holbein (1806 - 1875), Georg Friedrich Bolte (1814 - 1877) und Franz Skarbina (1849 - 1910), der Geograph und Kartograph Heinrich Kiepert (1818 - 1899), der Sanskrit-Forscher Albrecht Weber (1825 - 1901), der Germanist und Märchensammler Johannes Bolte (1858 - 1937), der Mechaniker und Konstrukteur Rudolf Fuess und der Theologe und Begründer der St. Jacobi-Gemeinde Johann Friedrich Bachmann (1799 - 1876) beerdigt, sondern auch eine Reihe Rixdorfer resp. Neuköllner Größen wie der Stadtbaurat Reinhold Kiehl (1874 - 1913), der Industrielle und Kommunalpolitiker Hermann Sander (1845 - 1939) und der Pädagoge, Sammler, Naturkundler und Heimatforscher und Begründer des Neuköllner Heimatmuseums Emil Fischer (1865 - 1932).

Der besondere Reiz des Kirchhofs dürfte in seinem abwechslungsreichen Erscheinungsbild liegen, das geschickt in den Südhang des Rollbergs eingepaßte System der Gräberfeldeinteilung und die Wegeführung, die Eintönigkeit gar nicht erst aufkommen läßt. Daher wurde der Friedhof von der Denkmalschutzbehörde des Berliner Senats zum Gartendenkmal erklärt.

Die Erbbegräbnisse entlang der Ostmauer

Anders als bei vielen anderen Berliner Friedhöfen ist auf dem Alten St. Jacobi-Kirchhof nur die zweifach gewinkelte Begrenzung an der Ostseite mit stattlichen Erbbegräbnissen bebaut worden. Da schön früh über eine Erweiterung nach Süden nachgedacht wurde, kam die Südseite nicht in Frage, die westliche Seite war immer durch die Erweiterung der Chausse nach Britz, der heutigen Hermannstraße gefährdet, so daß auch hier keine Erbbegräbnisse errichtet werden konnten.

Erbbegräbnisse an der Ostmauer Ruhestätten der Familien Hanns und Sander Erbbegräbnis der Familie W. Kessler Ruhestätte Reinhold Kiel Ruhestätte der Familie Leysaht
(Photos 5 - 12)

Bei der Erbbegräbnisanlage an der Ostmauer fehlen neben zahlreichen im Zweiten Weltkrieg und danach zerstörten und aufgehobenen Familienanlagen die ersten acht Grabstätten aus der Zeit vor 1910, die im Zuge der Verbreitung der Berliner Straße (heute Karl-Marx-Straße) und dem Neubau der Friedhofskapelle am vorderen Eingangsbereich 1910 - 1912 abgerissen und vermutlich an anderer Stelle wieder aufgebaut worden sind. Die heute vorhandenen Grabstätten an der Ostmauer, ursprünglich waren es fünfundsechzig, reichen zeitlich etwa von 1860 bis 1940, stilistich vom ausklingenden Klassizismus bis hin zu Expressionismus, Neuer Sachlichkeit und Neoklassizismus.

Auf mehreren dieser Erbbegräbnisse wurden nach dem Auslaufen der Nutzungsrechte in den 1980er Jahren Urnengräber angelegt, da die Fläche für Bestattungen des von der Mauer umschlossenen Westberlins damals sehr knapp wurden.

Das Gittergräberfeld

Mit der wachsenden Verstädterung wurden ab ca. 1870 die Friedhofsordnungen vielerorts den neuen Bedingungen angepaßt. Neben den traditionellen Erbbegräbnissen wurden Familiengrabstellen zur Pacht oder zum Kauf angeboten. Solch ein Familiengrab ist ein Rechts-Bezirk, der einer eindeutigen Abgrenzung zu den Nachbargräbern und zu den öffentlichen Wegen bedurfte. Daher wurden diese Stellen umzäunt, dem Geist der Zeit folgend meist mit Gußeisen oder geschmideten Gittern und Ketteneinfassungen. Der Zutritt zu den darin eingebetteten Gräbern war nur den Angehörigen gestattet, die auch Schlüssel zu den verschließbaren Türen besaßen.

Erbbegräbnis der Familie Marcus Ruhestätte Familie Sielaff Ruhestätte Familie Hübner Ruhestätte Oscar und Charlotte Micha Ruhestätte Familie Eduard Kluth
(Photos 13 - 20)

Ab ca. 1905 ist eine Abkehr von der Kultur der eisernen Grabgitter festzustellen: Die Einfassung der Grabstätten wurden niedriger und häufig durch steinerne Mauern und Kanten oder gar durch »lebende Hecken« ersetzt. Zudem waren alte Grabgitter in Zeiten des Rohstoffmangels gern aufgekaufter Schrott.

Das jetzt noch vorhandene Gittergräberfeld wurde seit Mai 1886 belegt, hierbei wurden die Friedhofsvorschriften allmählich erheblich aufgeweicht: Seit ca. 1890 gibt es unterschiedliche Gitterhöhen und die Rückwände türmen sich zunehmend zu gewaltigen, manchmal mehr als drei Meter hohen Monumenten auf. Das Gittergräberfeld war spätestens Ende der 1920er Jahre vollständig »parzelliert«, neue Grabstellen konnten nicht mehr aufgemacht werden.

Der Urnenhain

Urnenhain mit Mühlenbruch-Herme Im Zuge der wachsenden Akzeptanz der Feuerbestattung wurden in den 1920er Jahren auf allen Berliner Friedhöfen Urnenhaine eingerichtet. So erhielt auch der Alte St. Jacobi-Friedhof 1923 einen Hain, der in einer ehemaligen Kiesgrube angelegt wurde. Dies gibt der Anlage einen besonderen Reiz, da unter Ausnutzung der topographischen Situation des teilweise abgetragenen Berghanges durch Anlegen von zwei Terrassen eine bemerkenswerte gartenkünstlerische Anlage realisiert wurde. Das Zentrum bildet ein Rasenplatz, auf dem wahrscheinlich zwischen 1934 und 1939 die Mühlenbruch-Herme aufgestellt worden ist. Diese etwa 1,50 Meter hohe bronzene Figur mit dem von einem Tuch bedeckten Kopf einer alten Frau ist etwa 1890 geschaffen worden. Wo sie vorher stand, ist nicht bekannt.

Das Bauensemble am Friedhofseingang

Dieses zusammengefaßte Eingangsentree an der Karl-Marx-Straße 4-10 gehört zu den bemerkenswertesten Friedhofsbauten in Berlin. Es entstand 1911 - 1912 nach Plänen des Rixdorfer Stadtbaurats Reinhold Kiehl, als im Zuge der Erweiterung der heutigen Karl-Marx-Straße der Eingangsbereich des Friedhofs um einige Meter zurückgesetzt werden mußte.

Der Eingang zur Friedhofskapelle Altar mit Hebebühne Innenhof mit Säulengang und Blick auf das Verwaltungsgebäude Der segnende Christus tatue des Heiligen Jakobus d.Ä.

Die Bezugnahme auf antike Vorbilder schlug sich sowohl in den baulichen Motiven Portalbau, Säulenkollonaden, Säulenhof und tempelartiger Feierhalle als auch in der neoklassizistischen Stilfassung wieder. Die Kapelle erscheint als römisch-antiker Tempel. In der Achse gegenüber plazierte Kiehl das Verwaltungsgebäude, beide Bauwerke wurden durch einen Säulengang verbunden. In der Mitte des Säulenhofes steht auf einem Postament die Staute des »Segnenden Christus«, die der Bildhauer Adolf Busch nach dem berühmten Original von Bertel Thorvaldsen als Kopie geschaffen hat.

Photos

Hier geht es zur Photostrecke mit 33 Photos und weiteren Erläuterungen zu den einzelnen Grabstätten.

Außerdem gibt es von uns ein flickr-Photoset Der Alte Friedhof der St. Jacobi-Kirchengemeinde mit zur Zeit 65 Photos. [Alle Photos: Gabi]

Literatur

Ralph Jaeckel und Heidrun Siebenhühner: Der Alte Friedhof der St. Jacobi-Kirchengemeinde in Berlin-Neukölln. Ein Friedhofsführer, Berlin (Edition Luisenstadt) 2006.

Permalink im Rollberg.

Posted by Jörg Kantel | Permalink | |

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