28 December
2003
2003
[Weblog-Artikel]
Jürgen Hartmann ist der Kulturchronist mit modischem Photo-(Zweit-)Blog (BTW: Allerschärfstes Willkommen!) und als dieser hat er einen ganzseitigen Beitrag über Weblogs für die Esslinger Zeitung geschrieben. Leider hat sie ihn nur in ihrer Totes-Holz- und nicht in ihrer Online-Ausgabe veröffentlicht. Und so hat Jürgen Hartmann eine etwas längere Fassung dieses Artikels auf seinen Seiten veröffentlicht: »angebloggt« Zwar kommt auch hier das böse Wort »Tagebuch« mehrmals vor
, aber eigentlich ist der Artikel eine nette Einführung in das »Phänomen Weblog« und nicht so schlecht wie die meisten, die ich bisher gelesen habe.
Was das »böse Wort« betrifft, so habe ich mich nach langen und harten Diskussionen mit der Hofkommentatorin dazu durchgerungen, nicht mehr »gleich auszurasten«, wenn es im Zusammenhang mit Weblogs fällt. Vielleicht liegen beide Genres doch näher beieinander, als ich bisher bereit war, anzunehmen. Denke in meinen freien Minuten immer noch darüber nach...
[Kinoherbst 2003]
Von heute an bis Sylvester werde ich in einer Kurzkritik jeweils einen Film behandeln, den wir in diesem Herbst im Kino gesehen haben. Heute beginnen wir mit Fluch der Karibik (trotz Flash-Alarm nette Website):
Der Überraschungsfilm dieses Jahres war zweifelsfrei Fluch der Karibik. Der Trailer des Films war so schlecht, daß wir eigentlich in diesen Film nicht hineingehen wollten, erst ein paar hymnische Kritiken in den Zeitungen (hier hat die Filmkritik wirklich einmal etwas Gutes geleistet) ließen uns umdenken. Und wir haben es nicht bereut. Die Story? Vergessen wir die Story, alle Piratenfilme haben seit Erroll Flynn die gleiche Story, erinnern wir lieber daran, daß Johnny Depp den begnadetsten Tuntenpiraten zwischen beiden Amerikas gab, der alle anderen Darsteller mühelos an die Wand spielte, daß Keira Kneightly eine würdige Nachfolgerin von Olivia de Havilland ist, mindestens ebenso schön und ebenso unschuldig und es ebenso faustdick hinter den Ohren hat und daß Geoffrey Rush den Seeräuberschurken abgab, der so aussah, wie ich mir John Silver in meinen Kinder(alp)träumen immer vorgestellt hatte.
Lediglich Orlando Bloom zeigte, daß er auch ohne blonde Perücke immer noch nicht schauspielern kann. Aber was soll's? Den Watschenmann für Johnny Depp gab er mit Anstand, die Tricks mit den skelettierten Piraten waren genial und die Geschichte (jetzt kommt sie also doch noch kurz einmal, die Story) — irgendwo zwischen Piratenfilm, 1001 Nacht und einer Persiflage des Fliegenden Holländers angesiedelt — so hanebüchen, daß alle nach dem Kino glücklich nach Hause oder in die Kneipe gingen. Pralles Kino at it's best...
Der Überraschungsfilm dieses Jahres war zweifelsfrei Fluch der Karibik. Der Trailer des Films war so schlecht, daß wir eigentlich in diesen Film nicht hineingehen wollten, erst ein paar hymnische Kritiken in den Zeitungen (hier hat die Filmkritik wirklich einmal etwas Gutes geleistet) ließen uns umdenken. Und wir haben es nicht bereut. Die Story? Vergessen wir die Story, alle Piratenfilme haben seit Erroll Flynn die gleiche Story, erinnern wir lieber daran, daß Johnny Depp den begnadetsten Tuntenpiraten zwischen beiden Amerikas gab, der alle anderen Darsteller mühelos an die Wand spielte, daß Keira Kneightly eine würdige Nachfolgerin von Olivia de Havilland ist, mindestens ebenso schön und ebenso unschuldig und es ebenso faustdick hinter den Ohren hat und daß Geoffrey Rush den Seeräuberschurken abgab, der so aussah, wie ich mir John Silver in meinen Kinder(alp)träumen immer vorgestellt hatte.
Lediglich Orlando Bloom zeigte, daß er auch ohne blonde Perücke immer noch nicht schauspielern kann. Aber was soll's? Den Watschenmann für Johnny Depp gab er mit Anstand, die Tricks mit den skelettierten Piraten waren genial und die Geschichte (jetzt kommt sie also doch noch kurz einmal, die Story) — irgendwo zwischen Piratenfilm, 1001 Nacht und einer Persiflage des Fliegenden Holländers angesiedelt — so hanebüchen, daß alle nach dem Kino glücklich nach Hause oder in die Kneipe gingen. Pralles Kino at it's best...
[20C3]
Wer den Schockwellenreiter auf dem Congress treffen möchte, kann dies am Montag um 15:00 Uhr tun. Ich halte dann dort einen Vortrag Zope und Plone: Open Source Content Management for the Rest of Us (trotz des denglischen Titels auf deutsch
) und hoffe natürlich auf rege Teilnahme.
[Storchenwagen]
Und ebenfalls nachträglich noch ein Weihnachtsmärchen: Wie der Storchenwagen das Berliner Christkind rettete. [Berliner Kurier]
[Wirklich, schon wieder ein Jahr?]
Allerschärfste Glückwünsche an meinen Mitbewohner der Server-WG für vier Jahre Traumwind. Und...
keep on bloggin'!
[Quote of the Day]
Genosse Tabu: »Letzte Nacht bin ich schweißgebadet aufgewacht, ein Alptraum: Marxismus wird an der Börse gehandelt.«
[Kladderadatsch!]
Viele Jahrgänge des beliebten Berliner Witzblatts aus dem 19. Jahrhundert sind bei der UB Heidelberg online einsehbar. Nix wie hin! 1876 gabs das Hermannsdenkmal als Weihnachtsgeschenk (Achtung Werbung). [netbib weblog]
[Weblog-Client]
MacGuardians weisen auf die Beta des kostenlosen OS X-Blog-Client ecto hin, der u.a. mit TypePad, MovableType, Nucleus und Blogger zusammenarbeitet. Interessant auch für die modischen Zweit- und Drittblogs, denn ecto arbeitet server- und blogübergreifend. Notiz an mich: Testen! [Industrial Technology & Witchcraft]
[Schöner mailen]
Mailscripts (kostenlos) von Andreas Amann ist eine Sammlung von AppleScript Studio-Anwendungen, die Mail.app und das Adressbuch um neue Fähigkeiten ergänzen oder die Arbeit damit erleichtern. [Industrial Technology & Witchcraft]
[Schlangenfraß]
Das meines Erachtens beste Buch, um Python zu lernen, ist in die zweite Auflage gegangen: Mark Lutz, David Ascher: Learning Python, 2nd Edition »offers programmers a comprehensive learning tool for Python and object-oriented programming. Thoroughly updated, this guide introduces the basic elements of the latest release of Python 2.3 and covers new features, such as list comprehensions, nested scopes, and iterators/generators.« Und wie immer gibt es bei O'Reilly ein Probekapitel online: Chapter 19: OOP: The Big Picture (
, 223 KB). Ich besitze die erste Auflage und kann daher guten Gewissens sagen: Dieses Buch gehört neben das Terminal eines jeden Python-Novizen. Und an O'Reilly geht die Bitte, das sie auch von der zweiten Auflage möglichst schnell eine deutsche Übersetzung ausliefern. [Daily Python-URL! (from the Secret Labs)]
Das meines Erachtens beste Buch, um Python zu lernen, ist in die zweite Auflage gegangen: Mark Lutz, David Ascher: Learning Python, 2nd Edition »offers programmers a comprehensive learning tool for Python and object-oriented programming. Thoroughly updated, this guide introduces the basic elements of the latest release of Python 2.3 and covers new features, such as list comprehensions, nested scopes, and iterators/generators.« Und wie immer gibt es bei O'Reilly ein Probekapitel online: Chapter 19: OOP: The Big Picture (
[Lesefutter]
Von Menschen-Monstern. Michel Foucaults Vorlesungen aus dem Jahr 1974-75 erzählen von Urbildern der Abirrung und der Geburt der Psychiatrie. Kompromisslos hat Michel Foucault zeitlebens die Verbindung zwischen Macht und der Produktion von Wahrheit zu untersuchen versucht. Die Moderne seit dem 18. Jahrhundert sah der französische Philosoph durch das Normierungsstreben von Juristen, Professoren, Ärzten und Pädagogen beherrscht, die überall nach 'abweichendem' Verhalten fahndeten und es in Kategorien fassten, um ihm mit Maßnahmen der Disziplinierung zu begegnen. Posthum veröffentlichte Vorlesungen befassen sich nun - noch einmal - mit der gesellschaftlichen Erschaffung von 'Anormalen' und der Entstehung der Psychiatrie. Wie im Schnellverfahren eröffnen sie einen kompakten Zugang zu Foucaults Denken.
Michel Foucault: Die Anormalen. Vorlesungen am Collège de France (1974-1975). Aus dem Französischen von Michaela Ott. Frankfurt/M. (Suhrkamp) 2003. 476 S. Preis: € 38,- (Wieder einmal ist es mir nicht gelungen, auf den Seiten des Suhrkamp-Verlages einen Hinweis auf dieses Buch zu finden. Aber was soll's. Die Seiten des Perlentauchers sind sowieso viel schöner.) [Telepolis News]
Von Menschen-Monstern. Michel Foucaults Vorlesungen aus dem Jahr 1974-75 erzählen von Urbildern der Abirrung und der Geburt der Psychiatrie. Kompromisslos hat Michel Foucault zeitlebens die Verbindung zwischen Macht und der Produktion von Wahrheit zu untersuchen versucht. Die Moderne seit dem 18. Jahrhundert sah der französische Philosoph durch das Normierungsstreben von Juristen, Professoren, Ärzten und Pädagogen beherrscht, die überall nach 'abweichendem' Verhalten fahndeten und es in Kategorien fassten, um ihm mit Maßnahmen der Disziplinierung zu begegnen. Posthum veröffentlichte Vorlesungen befassen sich nun - noch einmal - mit der gesellschaftlichen Erschaffung von 'Anormalen' und der Entstehung der Psychiatrie. Wie im Schnellverfahren eröffnen sie einen kompakten Zugang zu Foucaults Denken.Michel Foucault: Die Anormalen. Vorlesungen am Collège de France (1974-1975). Aus dem Französischen von Michaela Ott. Frankfurt/M. (Suhrkamp) 2003. 476 S. Preis: € 38,- (Wieder einmal ist es mir nicht gelungen, auf den Seiten des Suhrkamp-Verlages einen Hinweis auf dieses Buch zu finden. Aber was soll's. Die Seiten des Perlentauchers sind sowieso viel schöner.) [Telepolis News]
[Wir werden alle überwacht]
Gut, daß ich keinen Führerschein habe: »Autofahrer müssen künftig möglicherweise damit rechnen, per Video überwacht zu werden. Laut einem Magazinbericht planen Bund und Länder, an Verkehrsknotenpunkten die Kennzeichen vorbeifahrender Autos zu erfassen. Der Bundes-Datenschutzbeauftragte Schaar hält das für rechtswidrig.« [tagesschau im Internet]
[UniWut]
Gegen Sparmaßnahmen und Studiengebühren. Um sich nicht einlullen zu lassen.

Würzen statt kürzen! [Photo: Gabi]
[Eiskalt ausgehalten] Trotz Weihnachten und Kälte: Die protestierenden Studenten vorm Rathaus machen weiter. Und hoffen auf neuen Schwung im Januar. [Tagesspiegel]
Wir hoffen, Du bist gut zu Fuß,
und ist der Weg auch noch so weit,
Denn ohne Sozialticket gehst
Du stets zu Fuß trotz alledem.
Trotz alledem: Berliner Schloss!
Der Bankskandal wird finanziert.
Theater, Bäder, Schulen: Schluss!
Wo ist das Geld trotz alledem?
Denn auch die streikenden Studenten singen: Trotz alledem! (MP3, 3,1 MB) von der Seite Streiklieder zum Download.

Würzen statt kürzen! [Photo: Gabi]
[Eiskalt ausgehalten] Trotz Weihnachten und Kälte: Die protestierenden Studenten vorm Rathaus machen weiter. Und hoffen auf neuen Schwung im Januar. [Tagesspiegel]
Wiegenlied
Schlaf mein Kind, damit du schnell vergißt,
ein Vogel stirbt, wenn er nicht frißt.
Tote Vögel, Messer, Licht
sind für kleine Kinder nicht.
Du darfst damit spielen, wenn du groß bist
und brav dein Linsenbreichen ißt.
Denn wer ißt, wird stark und klug,
holt vom Brunnen manchen Krug.
Hör nicht auf das Flugzeug, das da summt,
es wirft keine Bmben, wenn's so brummt.
Summ, summ, summ, summ, summ, summ,
Flugzeug summt im Kreis herum.
Du darfst damit fliegen, wenn du groß bist
und viel vom Linsenbreichen ißt,
fliege in ein ander' Land,
Pommernland wird abgebrannt.
Mach die Augen zu und schlafe ein,
bald mußt du erwachsen sein.
Lämmlein schlachten, das sagt »mäh«,
eins, zwei, drei im roten Schnee.
Wenn du dann des Nachts nicht müde bist
und noch vom Linsenbreichen ißt,
ist die schwarze Köchin da,
ja, nein, ja, ja, nein, ja.
Text und Musik: Franz Josef Degenhardt (1963)
Quelle: Franz Josef Degenhardt: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern. Balladen, Chansons, Grotesken, Lieder. Mit 28 Illustrationen von Horst Janssen, Reinbek (rororo 1168) 1969
Wir hoffen, Du bist gut zu Fuß,
und ist der Weg auch noch so weit,
Denn ohne Sozialticket gehst
Du stets zu Fuß trotz alledem.
Trotz alledem: Berliner Schloss!
Der Bankskandal wird finanziert.
Theater, Bäder, Schulen: Schluss!
Wo ist das Geld trotz alledem?
Denn auch die streikenden Studenten singen: Trotz alledem! (MP3, 3,1 MB) von der Seite Streiklieder zum Download.

